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Aug 08, 2022 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Märkte interessiert nur eins. Ein mögliches Ende der Zinserhöhungen.

WEEKLY

Zusammenfassung I 5 things to know

  1. Die Märkte interessiert nur eins. Ein mögliches Ende der Zinserhöhungen. Die vorletzte Woche drehte sich ganz um die Pressekonferenz von Jerome Powell nach der letzten Zinsentscheidung, in welcher der Notenbankpräsident die Möglichkeit einer Pause des Straffungszyklus nicht ganz ausschließen konnte. Die anderen US-Währungshüter nahmen es auf sich, den Fehler des Präsidenten zu beheben und den Märkten klar zu machen, dass es keine Wende der Geldpolitik geben könne, bis sich die Inflation nicht wieder in Richtung des 2-Prozent-Ziels bewegen würde. Die Bemühungen von über sechs Währungshütern in den letzten beiden Wochen haben es jedoch nicht geschafft, die Märkte wirklich davon zu überzeugen, dass das Ende des Straffungszyklus nicht bereits gegen Ende des Jahres stattfinden würde.
  2. Arbeitsmarkt kommt der Fed zur Hilfe. In den USA wurden im Juli unglaubliche 528.000 Arbeitsplätze geschaffen. Mit den neuesten Zahlen liegen die Arbeitsplätze nun offiziell über dem Niveau vor der Pandemie. Nach dieser soliden Veröffentlichung fiel der SP500 um 0,9%, während die Rendite zweijähriger US-Anleihen auf über 3,2% stieg. Der starke Arbeitsmarktbericht hat also erreicht, was mehrere Runden der aggressiven Fed-Sprecher nicht konnten. Die Erwartungen für eine Zinserhöhung für dieses Jahr zu erhöhen und die Erwartungen für eine leichte Senkung der Zinssenkung für das nächste Jahr zu reduzieren. Dies ist für Risikoanlagen bearish.
  3. Gute Daten sind schlecht für die Börsen und gut für den US-Dollar. Egal, wie man es dreht und wendet. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten befindet sich derzeit in einer deutlich besseren Lage als die der Eurozone. Dies hilft zwar dem US-Dollar, welcher jüngst von einer straffen Federal Reserve profitieren konnte. Doch die Börsen befinden sich derzeit in einem Regime, in welchem negative Daten als positive Nachricht dargestellt werden. Je schwächer die Datenlage, desto schneller müsste die US-Notenbank ihren Straffungszyklus beenden und desto attraktiver wären Aktien für Investoren.
  4. FX-Schwäche in Zentraleuropa. Die Dynamik des starken US-Dollars blieb uns also auch in der letzten Woche erhalten. Insbesondere Schwellenländerwährungen in Zentral- und Osteuropa leiden unter dem starken Greenback und der Rezessionsgefahr der Eurozone. Laut Bloomberg sind Investoren gegenüber dem polnischen Zloty, ungarischen Forint und der tschechischen Krone negativ aufgestellt, angesichts der globalen Risiken und der hohen regionalen Inflation.
  5. Klima und Energiepolitik im Zentrum sämtlicher Diskussionen in Europa. Frankreich verzeichnete den trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, während Deutschland nach Hitzewellen auf dem gesamten Kontinent den heißesten August verzeichnen könnte. Dies hat dazu geführt, dass die Wasserstände des Rheins so weit gesunken sind, dass er den Transport wichtiger Rohstoffe wie Kohle gefährdet. Hohe Rohstoffpreise haben sich stark auf die Inflation und damit auf die Konsumausgaben in Deutschland ausgewirkt. Die deutschen Einzelhandels-umsätze gingen im Vergleich zum Vorjahr um 9,8% zurück.
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