Wöchentliche Marktberichte

Jul 25, 2022 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zusammenfassung I 5 things to know

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  1. Die Märkte passen sich an eine Welt ohne Forward Guidance an. Diese Datenabhängigkeit, die am Donnerstag von Christine Lagarde am deutlichsten beschrieben wurde, wo sie jede Forward Guidance aus dem Fenster schmiss und beschloss, die Zinspolitik von Treffen zu Treffen festzulegen, bedeutet, dass jeder Datenpunkt das Potenzial innehält, die Fed und EZB in die eine oder andere Richtung zu kippen. Dieser Mangel an Forward Guidance setzt neue Akzente in der globalen Geldpolitik und hat die Volatilität an den US-amerikanischen und europäischen Anleihemärkten auf das höchste Niveau seit dem globalen Finanzmarkt erhöht.
  2. Eine wichtige Woche steht uns bevor. Eine Woche, in der die US-Notenbank zusammenkommt, um die Zinsen um wahrscheinlich 75 Basispunkte anzuheben, wird bereits genau beobachtet. Hinzu kommen BIP- und Inflationsdaten für die Eurozone, die Vereinigten Staaten und Deutschland sowie eine Fülle von sekundären und tertiären Wirtschaftsdaten, welche die wohl wichtigste Wochen der letzten paar Monate definieren werden. Die Bedeutung und die potenziellen Auswirkungen auf den Markt ergeben sich dabei aus dem makroökonomischen Gesamthintergrund, der die Zentralbanken (und damit die Märkte) rätseln lässt, in welcher Phase des Wirtschaftszyklus wir uns befinden.
  3. Größte Zinserhöhung der EZB seit 2000 lässt die Märkte kalt. Die Europäische Notenbank erhöhte am vergangenen Donnerstag ihre drei Zinssätze um jeweils 50 Basispunkte, ein Szenario welches von den Geldmärkten mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% eingepreist war. Christine Lagarde versucht, die außer Kontrolle geratene Inflation zu bekämpfen, indem sie den gesamten Straffungszyklus in das Jahr 2022 vorzieht, in der Hoffnung, die Inflation zu senken, bevor das Wirtschaftswachstum an Fahrt verliert.
  4. Wirtschaftsabkühlung lässt die Märkte über Zinssenkungen der Fed spekulieren. Alle Augen waren in der vergangenen Woche auf Europa gerichtet, wobei die Zinsentscheidung der EZB die US-Datenveröffentlichungen völlig überschattete. Der von der Philadelphia Federal Reserve veröffentlichte Ausblick des verarbeitenden Gewerbes, der auf den niedrigsten Stand seit 1979 gefallen ist, konnte die Aufmerksamkeit der Anleger zum Wochenschluss jedoch nochmals auf sich ziehen. Die Märkte erwarten bereits, dass die Fed den gesamten Straffungszyklus bis 2022 vorziehen wird, wobei Anfang nächsten Jahres Zinssenkungen erfolgen werden.
  5. Rezession der europäischen Wirtschaft gegen Jahresende möglich. Die Einkaufsmanagerindizes für das deutsche und europäische verarbeitende Gewerbe, die im Juli in den negativen Bereich gefallen waren, bestätigten, dass eine technische Rezession in Q3 und Q4 dieses Jahres sehr wahrscheinlich ist.
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