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Wöchentliche Marktberichte

Jun 21, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zusammenfassung I 5 things to know

Weekly

  1. Die Fed zieht ihre erste Zinsstraffung um ein Jahr nach vorne. Die US-Notenbank zieht ihre Erwartungen der ersten Zinserhöhung um ein Jahr nach vorne und sieht nun zwei Zinsschritte bis Ende 2023. Die Märkte nehmen den Haltungswechsel zur Kenntnis und positionieren sich neu. Die Federal Reserve hat am Mittwoch ihre Prognosen für die ersten Zinserhöhungen nach der Pandemie auf 2023 vorgezogen und die Debatte darüber eröffnet, wann und wie das Anleihekaufprogramm der US-Notenbank abgebaut werden könnte. Das Signal einer früher als erwarteten Zinserhöhung verunsicherte Anleger und sorgt an den Märkten kurzzeitig zu Abverkäufen an den Börsen. Der Dollar sprang am Mittwoch auf ein fast sechswöchiges Hoch. Die kurzfristige Schockreaktion sollte sich in den nächsten Tagen normalisieren. Die Daten, die im Sommer vor Jackson Hole (August) und dem Treffen im September veröffentlicht werden, bleiben somit sehr wichtig für die Märkte .
  2. Renditenvorteil schützt manche Währungen vor Fed-Schock.  Ein Faktor, welchem jüngst eine besondere Rolle bei der Währungsentwicklung aufgetragen wurde, war die Zinsdifferenz. Währungen wie BRL, RUB, UAH, EGP und VND wurden in der vergangenen Woche dabei aufgrund dreier Faktoren von Abwertungen verschont. Zum einen gehen die Märkte auch weiterhin davon aus, dass die Fed in den nächsten Monaten genügend Liquidität bereitstellen wird, um eine Panik an den Märkten zu vermeiden. Zum anderen genießen die genannten Währungen einen Renditenvorteil gegenüber dem Euro. Und drittens bleiben diverse EM-Währungen (BRL, RUB) auf lange Sicht stark unterbewertet. Zwei dieser Faktoren galten für NOK, SEK, PLN und HUF jedoch nicht, weshalb diese Währungen Verluste einstecken mussten.
  3. Der Höhepunkt der lockeren Geldpolitik ist erreicht. Die ultra-lockere Geldpolitik ist ein Bestandteil der modernen Weltwirtschaft und Finanzmärkte geworden und wird so schnell nicht wieder abziehen. Nichtsdestotrotz scheint der jüngste Inflationsanstieg und die symbolische Sitzung der Federal Reverse am Mittwoch den Höhepunkt der lockeren Geldpolitik definiert zu haben. Die Anleihenkäufe werden uns zwar noch einige Monate oder Quartale eine zentrale Rolle in der Geldpolitik spielen. Doch die Andeutungen der Liquiditätsreduktion seitens diverser Notenbanken in Schwellenländern bis hin zu Großbritannien, Kanada und Norwegen machen bereits ihre Runden. Welche Implikationen dies auf die Währungsmärkte haben wird, wird von der tatsächlichen Geschwindigkeit der geldpolitischen Normalisierung und dem Niveau der erwarteten Volatilität abhängen.
  4. Was bedeutet eine steilere US-Zinskurve für die prozyklische Kapitalrotation? Die steilere Zinskurve in den Vereinigten Staaten hat die Kapitalverlagerung in risikoreichere Währungen gefördert und den Dollar seit April letzten Jahres deutlich abgeschwächt. Der Anstieg der zweijährigen US-Renditen in der vergangenen Woche gab der Leitwährung jedoch wieder einen erheblichen Rückenwind. Prinzipiell kann die Zinskurve über zwei Wege flacher werden. Entweder über einen Anstieg der kurzfristigen Renditen, oder über einen Fall der langfristigen Renditen. Beide Phänomene sind in der vergangenen Woche nach der US-Zinsentscheidung aufgetreten und haben so die Zinskurve um ein ganzes Stück flacher gemacht. Der Dollar profitierte von beiden. Renditereiche Schwellenländerwährungen sollten bei einer anhaltend niedrigen Schwankungsbreite im Sommer weiterhin von der Geldflut profitieren, unter der Annahme dass die breitere Volatilität nicht anfängt zu steigen. Dadurch könnte sich eine selektive Trennung zwischen renditearmen und renditereichen Währungen ergeben.
  5. Falken in Zentraleuropa übernehmen das geldpolitische Ruder.  In der Tschechischen Republik sprach sich Tomas Holub als erster Notenbanker für eine Erhöhung der Leitzinsen auf der Sitzung der Zentralbank am 23. Juni aus. Die Märkte setzten die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Zinsschrittes am Mittwoch bei über 50 Prozent an. Bis Ende 2022 preisen die Märkte indes Zinserhöhungen im Wert von 150 Basispunkten ein. Die hohen Erwartungen, in Verbindung mit der netto-positiven CZK-Positionierung und der geringen Volatilität sollten die Abwärtsbewegung von EUR/CZK verlangsamen. In Ungarn sehen die Märkte (laut Bloomberg Konsens) eine Zinsstraffung im Wert von 25 Basispunkten. Dies würde den Leitzins von 0,6% auf 0,85% anheben.
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