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Jun 11, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Inflation übertrifft die Erwartungen – Börsen völlig indifferent

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die gestrige Veröffentlichung der US-amerikanischen Inflation überschattete die Zinsentscheidung am europäischen Kontinent vollkommen. Auch aufgrund der relativ ereignislosen Sitzung der Europäischen Notenbank, welche trotz des jüngsten Anstiegs der Preisniveaus an der lockeren Geldpolitik festhalten will. Konkret bleiben uns der Negativzins und das Pandemie-Anleihenkaufprogramm somit mindestens bis zur nächsten Sitzung erhalten. Sollte sich die positive Datenlage in den nächsten Monaten fortsetzen und die Inflation weiter nach oben treiben, könnten sich die Falken innerhalb der Notenbank rund um den Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann bei der September-Sitzung für eine Reduktion der Anleihenkäufe stark machen.

Einen Monat davor wird die Welt jedoch nach Wyoming schauen, wo die Federal Reserve Bank von Kansas City wie jedes Jahr das Zentralbanksymposium führen wird. Im Rahmen des Events werden wichtige Notenbanker und Ökonomen Reden und Ansprachen halten, welche von den Fed-Offiziellen dafür genützt werden könnten, um einen geldpolitischen Richtungswechsel zu signalisieren. Dieses Szenario wurde mit dem gestrigen Inflationsanstieg auf fünf Prozent für den Monat Mai um ein ganzes Stück wahrscheinlicher.

Die monatliche Veränderung fiel mit 0,6 Prozent zwar geringer aus als die im April (0,8 Prozent). Nichtsdestotrotz fand die Kerninflation mit einem 3,8-prozentigen Anstieg das höchste Niveau seit 1992. Dies wird es den Währungshütern schwieriger machen, die Inflationssorgen einiger Marktteilnehmer auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch wenn die Annahme der vorübergehenden Natur der Inflation weiterhin innerhalb der Notenbank bestehen bleiben wird. Ab einem gewissen Punkt wird die Federal Reserve aufgrund der starken wirtschaftlichen Datenlage die Liquidität im System reduzieren müssen.

Währungsüberblick

USD – Der „Super-Donnerstag“ endete zwar mit der Veröffentlichung einer überraschend hohen US-Inflation, welche die Konsensprognose von 4,7 Prozent um 0,3 Prozent überschoss. Doch eine wirkliche Reaktion an den Finanzmärkten gab es auf die Überraschung nicht. Der Dollar ging fast unverändert aus dem täglichen Handel, während der Index für die Entwicklung der Schwellenländerwährungen ein neues 4-Monats-Hoch fand. Die Börsen in den Vereinigten Staaten verzeichneten sogar Gewinne und boten den jüngsten Beweis dafür, dass die Märkte weiterhin an das Mantra der „nur vorrübergehend hohen Inflation“ der Fed festhalten.

PLN – Die polnische Notenbank ließ den Leitzins unverändert am Allzeittief und hält somit wie die meisten anderen Zentralbanken an der lockeren Geldpolitik fest.  Der Inflationsanstieg sollte laut den Prognosen der Notenbank auf lange Sicht zum Inflationsziel der NBP konvergieren und stellt somit keine Gefahr für die Geldpolitik dar. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Zinsstraffung wurde somit aus der Welt geschaffen und könnte bis ins vierte Quartal verschoben werden. EUR/PLN reagierte kaum auf die gestrigen Geschehnisse und notierte unverändert bei 4,4730.

CZK – Die tschechische Inflation wuchs in den vergangenen zwölf Monaten um 2,9 Prozent und somit leicht schwächer als noch im April. Die Krone festigte sich nichtsdestotrotz einen zweiten Tag infolge gegenüber dem Euro, zumal die Zinsstraffungserwartungen weiterhin intakt bleiben. EUR/CZK fiel nach der EZB-Zinsentscheidung auf ein neues 15-Monats-Tief.

JPY – Die japanischen Erzeugerpreise sind im April auf ein 13-Jahres-Hoch gestiegen und folgen somit den Rohstoffpreisen nach oben. Zuvor waren die chinesischen Preise im gleichen Monat auf Jahresbasis um neun Prozent gestiegen und verzeichneten damit das höchste Wachstum der letzten 12 Jahre. EUR/JPY notierte nach der europäischen Zinsentscheidung unverändert in Nähe der psychologischen Unterstützung 133,00.

Globale Risikoereignisse des Tages

 

  • DE: Erzeugerpreise (08:00)
  • GB: Arbeitsmarktbericht (08:00)
  • RU: Zinsentscheidung (12:30)
  • US: Michigan Inflationserwartungen (16:00)


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