Wöchentliche Marktberichte

Jun 07, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Starke Wirtschaftsdaten fördern die Rotation in Risikowerte

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die vergangenen Wochen haben sich durch starke Wirtschaftsdaten und eine Kapitalrotation in risikoreichere Anlagen ausgezeichnet.  Obwohl der Einkaufsmanagerindex für das europäische verarbeitende Gewerbe im Mai ein Allzeithoch gefunden hat und das Verbrauchervertrauen auf einem 3-Jahres-Hoch notiert, erwarten sich die Märkte am Donnerstag keine Veränderung der Geldpolitik der Europäischen Notenbank.

Die Anspannungen in den internationalen Lieferketten, der stärkere Euro und die steigenden Renditen der europäischen Peripherie werden der EZB mehr als genug Gründe für eine Fortsetzung des derzeitigen Kurses geben. Die Inflation, welches sich nun offiziell über dem Ziel der Notenbank befindet, wird wohl für eine Weile keine Priorität bei der Setzung der Geldpolitik darstellen. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die EZB somit erst im September eine Verlangsamung der Anleihenkäufe ankündigen wird. In Verbindung mit der Tatsache, dass laut Umfragen der Europäischen Kommission immer mehr Unternehmen Preiserhöhungen implementieren, könnte dies die Inflation weiter anziehen lassen und ein etwas turbulentes Ende der Sommermonate herbeibringen.

In der Zwischenzeit hat der US-Arbeitsmarktbericht, welcher am Freitag die Erwartungen erneut enttäuscht hatte, die Märkte glücklich gestimmt. Der Stellenaufbau von 559 Tausend im Mai war zwar stark, und somit eine Stütze für die Märkte, doch schwach genug, um bei der Fed keine Inflationssorgen hochkommen zu lassen. Die goldene Mitte war somit das Motto der vergangenen Woche, welche risikoreicheren Anlagen und Währungen erneut Rückenwind bot. 

In dieser Woche erwarten wir uns nur einen einzigen wichtigen Datenpunkt aus den Vereinigten Staaten. Doch die Veröffentlichung  der Inflation stellt gleichzeitig mit der europäischen Zinsentscheidung den Höhepunkt der Wirtschaftswoche dar, zumal die US-Verbraucherpreise das Potenzial hätten, die derzeitige Arbeitshypothese der Märkte auf den Prüfstand zu stellen. Die Märkte erwarten sich keinen geldpolitischen Richtungswechsel der europäischen Notenbank. In Zentraleuropa werden indes ebenfalls Inflationszahlen veröffentlicht, während in Polen und Russland mögliche Zinserhöhungen bevorstehen.

Währungsüberblick

EUR – Die Entwicklung des Währungspaares in der vergangenen Woche deutet darauf hin, dass EUR/USD stark an die Datenlage gebunden ist. Die souveränen US-Daten am Donnerstag drückten das Paar unter die $1,22 Marke, doch größere Abwertungen wurden durch den relativ schwachen US-Arbeitsmarktbericht limitiert.  Aufgrund der geringen Volatilität könnte sich der derzeitige Korridor zwischen $1,20 und $1,23 in die Sommermonate ziehen. Erst ein Ausbruch aus dieser Bewegungsspanne würde Potenzial für weitere Bewegungen in eine oder die andere Richtung schaffen. Die Inaktivität der Europäischen Notenbank rückt die Federal Reserve als FX-Treiber in den Vordergrund.

RUB – Die russische Notenbank ist in diesem Jahr bereits zwei Mal aktiv geworden und hat den Leitzins um insgesamt 75 Basispunkte angehoben. Für die Zinsentscheidung am Freitag wurden keine Optionen ausgeschlossen, doch die Konsens-Umfrage geht von einer Zinserhöhung im Wert von 25 Basispunkten aus. Die Märkte preisen in den nächsten drei Monaten Straffungen im Wert von 80 Basispunkten ein. Vor diesem Hintergrund wird die Veröffentlichung der heutigen Inflationszahlen um 18:00 Uhr genau beobachtet werden. Der russische Rubel hat von den Straffungen und den höheren Ölpreisen noch nicht profitieren können, was EUR/RUB auf mittlere Sicht anfällig für Rücksetzer macht.

CEE – Die zentraleuropäischen Valuten bleiben auch weiterhin Profiteure von der Kapitalrotation weg vom US-Dollar. Diese Dynamik wird solange gelten, bis die US-Notenbank kein Zeichen einer Liquiditätsreduktion von sich gibt. Rohstoffindizes bleiben indes weiterhin die besten Absicherungen gegen eine höhere Inflation, trotz der hohen Bewertung der diversen Anlagen. EUR/PLN notierte die fünfte Woche infolge niedriger, während die tschechische Krone seit drei Wochen um das Niveau 25,42 verharrt.

Globale Risikoereignisse des Tages

 

  • DE: Werkaufträge (08:00)
  • RU: Inflation (18:00)


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