Wöchentliche Marktberichte

Feb 01, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwacher Jahresauftakt

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Schwächen in den Impfstoff-Lieferketten und verlängerte Sperrmaßnahmen zeichnen sich in der wirtschaftlichen Datenlage für den Monat Januar ab. Echtzeitindikatoren wie der Bloomberg Mobilitätstracker deuten in den meisten Industriestaaten auf eine wirtschaftliche Abkühlung gegenüber den Vormonaten. Die Wirtschaftsaktivität liegt laut dem Echtzeitindikator in Deutschland bei knapp 60 Prozent (ggü. Vorkrisenniveau) und in den Vereinigten Staaten bei 64 Prozent. Die beiden Extremen bilden Japan an der Spitze mit 75 und Großbritannien am unteren Ende mit 47 Prozent der Vorkrisenaktivität ab.

Der Einkaufsmanagerindex (EMI) für die Eurozone ist im Januar auf einen Wert von 47,5 gefallen und befindet sich somit erneut im negativen Bereich. Das verarbeitende Gewerbe konnte sich aufgrund einer relativ hohen Exportnachfrage und dem Boom in Asien über Wasser halten. Aufseiten neuer Konsumentendaten bestätigte der deutsche Konsumklimaindex des Gfk Marktforschungsinstituts die beim EMI offenbarte Rückständigkeit des Dienstleistungssektors. Laut dem Stimmungsbarometer ist die Kauflaune der deutschen Verbraucher um mehr als acht Punkte auf einen Wert von minus 15,6 zurückgefallen. Das deutsche Geschäftsklima (Ifo) trübt indes ebenfalls ein und lässt somit die jüngste Verlängerung der Sperrmaßnahmen nun auch in der Datenlage auftauchen. Das in der vergangenen Woche veröffentlichte Stimmungsbarometer fiel auf ein 6-Monats-Tief und lastete kurzzeitig auf dem deutschen Börsenindex. Die Datenschwäche mündete in eine Revisionen der Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft. Laut der deutschen Bundesregierung könnte das Wachstum in 2021 nur drei Prozent betragen. Vor diesem Hintergrund gingen die meisten Börsenindizes in Europa und den USA geschwächt aus dem wöchentlichen Handel.

Neben den jüngsten Protesten gegen weitere Verlängerungen der Sperrmaßnahmen in Osteuropa, Deutschland, Österreich und den Niederlanden stehen auf der wirtschaftlichen Front neue Konjunkturveröffentlichungen im Vordergrund. Der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht wird angesichts der langsamen Joberholung sicherlich die größte Aufmerksamkeit erhalten. Ölabhängige Währungen wie der russische Rubel, die norwegische Krone und der mexikanische Pesos werden von dem dieswöchigen Treffen der OPEC+ Länder beeinflusst werden. Aufseiten geldpolitischer Entwicklungen erwarten sich Marktteilnehmer Neuigkeiten von den Zinsentscheidungen in Australien (DI), Polen (MI), Großbritannien und Tschechien (DO).

Währungsüberblick

EUR – Deutschland entgeht im vierten Quartal knapp und unerwartet der Kontraktion. Die größte europäische Volkswirtschaft ist in den drei Monaten bis Dezember um 0,1 Prozent gewachsen. EUR/USD hält sich trotz der Volatilität an den Börsen über dem Niveau 1,21.

USD – Die US-Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent geschrumpft und verzeichnete somit das schwächste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg. In den letzten drei Monaten konnte sich die US-Konjunktur jedoch um vier Prozent festigen. Obwohl sich der Dollar in den vergangenen vier Wochen marginal festigen konnte, scheinen die Anspannungen an den US-Börsen der Währung keinen großen Rückendwind geboten zu haben.

EM – Die Tatsache, dass die meisten Schwellenländerwährungen am Freitag trotz der Abverkäufe an den Börsen positiv aus dem Handel gingen, deutet auf kurzfristig geringe „Spill-over“ Effekte zwischen Anlageklassen. Die zentraleuropäischen Währungen werteten allesamt gegenüber dem Euro auf, während sich Währungspaare wie EUR/USD, EUR/CHF und EUR/JPY festigen konnten.

CZK – Seit den jüngst getätigten Aussagen bezüglich möglicher Zinsstraffungen seitens der tschechischen Währungshüter erwarten sich Marktteilnehmer nun konkrete Aufklärungen. Eine Revision der Wirtschafsprognosen nach oben könnte bereits einen optimistischen Ausblick der Notenbank signalisieren und die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im zweiten Halbjahr anheben. Derzeit notiert EUR/CZK nur marginal über dem mehrmonatigen Tief bei 26,00.

PLN – Von der Zinsentscheidung in Polen am Mittwoch erwarten sich Marktteilnehmer neue Information der Währungshüter über die Lage des polnischen Zloty. Die Notenbank hatte mehrmals die unerwünschte Stärke der heimischen Währung ins Rampenlicht gestellt und somit Ängste vor weiteren Interventionen geweckt. Solange sich EUR/PLN über dem Niveau 4,45/50 befindet, scheint die Notenbank keinen Eingriffsbedarf zu sehen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Welt: Einkaufsmanagerindizes in weiten Teilen der Welt (DE, EZ, CEE, US)


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