Wöchentliche Marktberichte

Jul 31, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Richtungsweisende Entscheidung

USD

EUR USD (1,1155)
Die vorsichtige Haltung der Investoren kurz vor der heutigen Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank lässt die gestrige Handelsspanne gering ausfallen. Marktteilnehmer blicken gespannt auf das Treffen der Währungshüter, welches voraussichtlich die erste Zinssenkung seit 2008 mit sich bringen wird. Obwohl sich der Euro dadurch leicht von seinem neu gefundenen Tief stärken könnte, bleibt die Frage offen, wie sehr die Finanzmärkte die Lockerung der Zinsen im Wert von 25 Basispunkten eingepreist haben. Somit könnten allzu große Aufwärtssprünge ausbleiben, solange die FED keine weiteren Zinssenkungen bis zum Ende des Jahres ankündigt. Die größte Begründung für eine nachhaltige expansive Geldpolitik wäre die Unsicherheit bezüglich der Handelsgespräche zwischen den USA und China, welche sich bei einem zu langen in die Länge ziehen in einer Verschlechterung der Datenlage widerspiegeln könnten.

Derzeit scheint der US-Wirtschaftsausblick jedoch weitaus besser gestellt als vorerst gedacht, insbesondere mit dem am Freitag veröffentlichten Bruttoinlandsprodukt, welches ein jährliches Wachstum von 2,1 Prozent im zweiten Quartal verzeichnen konnte. Ein positives Bild wird ebenfalls durch das US-Konsumentenvertrauen skizziert, welches einen Anstieg auf 135,7 (von 121,5) verzeichnen konnte und somit ein mehrmonatiges Hoch erreicht. Sorgen um die europäische Konjunktur konnte der ebenfalls am gestrigen Tag veröffentlichte Sentimentindikator für die Eurozone nicht stillen. Dieser fällt im Juli auf 102,7 und bleibt somit am geringsten Niveau seit März 2016.

Die europäischen Inflationszahlen vor der Zinsentscheidung könnten die ersten Wechselkursimpulse des Tages bringen, wobei von einem leichten Rückgang der jährlichen Teuerungsrate auf 1,1 Prozent ausgegangen wird. Ein Ausbruch aus der derzeitigen Bewegungsspanne zwischen 1,1100 und 1,1250 bleibt jedoch weiterhin von der Zinsentscheidung abhängig.

GBP

EUR GBP (0,9170)
Die Talfahrt des britischen Pfunds nahm auch gestern kein Ende und zeichnete sich durch ein neues 22-monatiges Tief aus. Insbesondere nach der Wahl des neuen Premierministers Boris Johnson, scheint sich die Abwertung der Währung nochmal deutlich verstärkt zu haben, nachdem sich dieser negativ über den „Irish Backstop“ äußerte und Marktteilnehmer die Chancen eines Austrittsabkommen hinterfragen lässt. Alleine in den letzten vier Tagen sank die britische Währung gegenüber dem Euro um 2,8 Prozent, wobei Investoren nun auf die morgige Zinsentscheidung der Bank of England blicken, um Informationen über die Wirtschaftslage des Landes zu erhalten.

Bewegungen in Richtung des zehnjährigen Hochs des Währungspaares bei 0,9300 können weiterhin nicht ausgeschlossen werden, insbesondere solange die Möglichkeit einer Neuwahl bestehen bleibt. Aufgrund des neuerlichen „Sell-offs“ des britischen Pfunds, könnten erste Zeichen eines möglichen Abkommens zwischen London und Brüssel deutliche Aufwertungstendenzen bis 0,8820-0,8700 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1060)
Anspannungen bezüglich der heutigen Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank halten den Franken bereichsgebunden. Nach einem kurz gelebten Durchbruch unter das Niveau 1,1000, welcher für großes Aufsehen in den Märkten gesorgt hatte, scheint sich der Euro wieder über die bedeutende Schwelle gerettet zu haben und notiert den dritten Tag infolge knapp oberhalb des Niveaus. Das Währungspaar scheint das zweijährige Tief jedoch nicht ganz hinter sich gelassen zu haben, insbesondere da ein expansiver Richtungswechsel der FED die Stärke des Franken wieder aufleben lassen könnte.

Anlässlich der heutigen Sitzung bleibt somit die Frage offen, welche richtungsweisende Bewegung das Währungspaar einschlagen wird. Die Bereitschaft der Schweizer Zentralbank in den Währungsmarkt einzugreifen, um die Aufwertung des Franken zu limitieren, bleibt die größte Barriere weiterer Aufwärtsbewegungen der Währung. Potenzial nach oben für den EURCHF bleibt aufgrund der schwachen europäischen Wirtschaftsdaten weiterhin unterdrückt, wobei 1,1100/50 als erster Widerstand definiert werden kann.

PLN

EUR PLN (4,2920)
Die Talfahrt des zentraleuropäischen Währungspaares, welche den Wechselkurs auf ein 14-monatiges Tief fallen ließ, scheint in den letzten Tagen deutlich an Kraft verloren zu haben. Insbesondere der unter den großen Zentralbanken verbreitete Pessimismus scheint Investoren die Lust an Schwellenländer verdorben zu haben. Kurzfristig überschattet somit die globale Unsicherheit und das gedämpfte Risikosentiment die sonst so starke polnische Wirtschaft, welche dem Zloty seit Anfang des Jahres Rückenwind verschaffen konnte. Kurzfristig könnte sich diese Sorge in einer weiteren Abwertung bis 4,3100 bemerkbar machen, wobei die mittelfristige Bewegungsspanne zwischen 4,2400-4,2600 weiter bestehen bleiben könnte.

HUF

EUR HUF (327,50)
Es scheint, als hätte die ungarische Wirtschaft das positive Momentum der ersten Monate des Jahres ins zweite Quartal mitgenommen. Darauf lässt zumindest der gestern veröffentliche jährliche Lohnanstieg (Mai) von 11,2 Prozent deuten. Diese den externen Gegebenheiten weiterhin resistente Wirtschaftslage, spiegelt sich auch in der Revision der diesjährigen Wachstumsraten wider, welche vom ökonomischen Institut GKI für die ungarische Wirtschaft von 4,0 Prozent auf 4,3 Prozent hochgeschraubt wurde. Der weitere Jahresverlauf wird jedoch davon abhängen, ob heimische Investitionen die diesjährig abgekühlten EU-Transfers decken können, welche sich von einem Hoch im letzten Jahr dämpfen werden.

Trotz der regionalen Schwäche konnte sich der Forint aufgrund der positiven gestrigen Nachricht leicht festigen, bleibt jedoch in Nähe des 10-monatigen Hochs. Kurzfristig bleibt das Währungspaar von der Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank beeinflusst.

CZK

EUR CZK (25,660)
Sorgen um die globale Wirtschaftssituation treiben die Krone zur vierten täglichen Abwertung infolge. Weitere Abwärtsbewegungen in Richtung 25,710 (200-1D Moving Average) bleiben vor der US-Zinsentscheidung möglich, wobei Marktteilnehmer weitgehend von einer leichten Stärkung der Krone ausgehen, sollte es zu der ersten Zinssenkung der FED in mehr als zehn Jahren kommen.


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