Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Jul 17, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Dollar-Dynamik überwiegt

USD

EUR USD (1,1215)
Nach einer leichten Erholung der Gemeinschaftswährung scheint die Dynamik des US-Dollars wieder die Oberhand gewonnen zu haben und lässt den EURUSD, in Verbindung mit den schwachen europäischen Daten, auf ein einwöchiges Tief fallen. Umfragen des ZEW Instituts weisen auf eine Verschlechterung des Sentiments bei deutschen Investoren, welche die Risiken und potenziellen Einflüsse des Handelskriegs und der politischen Anspannungen als größere Gefahr betrachten, als zuvor gedacht. Der Subindex, welcher die zukünftigen Erwartungen der Anleger abbildet, sinkt mit einem Wert von -22,5 weiter in den negativen Bereich und lässt auf fehlenden Optimismus bezüglich einer raschen Erholung der Wirtschaft deuten. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft könnte ebenfalls deutlich von der chinesischen Verlangsamung betroffen sein, da China den drittgrößten Abnehmer deutscher Waren darstellt. Diese Unsicherheit bezüglich der offenen Zollfrage mit den USA und Chinas derzeitiger Wirtschaftssituation hätte das Potenzial, den Euro deutlich nach unten zu ziehen. Dass die Gemeinschaftswährung Ihre gestrige Abwertung auch am Nachmittag fortsetzte, lag an den überraschend positiv ausgefallenen US-amerikanischen Einzelhandelsumsätzen. Diese steigen auf Monatsbasis um 0,4 Prozent an und lassen gekoppelt mit den zuletzt souveränen US-Arbeitsmarktdaten, leichten Optimismus bezüglich der amerikanischen Wirtschaft aufkommen. In einer Reduktion der impliziten Zinssenkungswahrscheinlichkeiten für die Zinsentscheidung im Juli, konnte sich dieser neuerliche Nachrichtenfluss nicht manifestieren. Unter anderem auch, da die gestrigen Reden des FED-Präsidenten Jerome Powell und Zentralbankmitglied Charles Evans, nicht davon abschreckten, die anhaltenden negativen Tendenzen zu betonen.

Die Datenlage für diese Woche scheint sich somit gegen den Euro gewendet zu haben. Einen positiven wöchentlichen Schlusskurs zu erreichen, könnte sich als schwierig erweisen, insbesondere da den weiteren Datenveröffentlichungen keine so große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Fokus des heutigen Tages liegen dabei die finalen deutschen Verbraucherpreisindizes und die Veröffentlichung der wirtschaftlichen Analyse der einzelnen Zentralbanken des US-amerikanischen Federal Reserve Systems (Beige Book). Gefolgt wird dies durch den am Freitag herausgegebenen Michigan Sentiment-Index, welcher die positive Woche für den Dollar bestätigen könnte.

Obwohl die gestrige Abwertung deutlich stärker ausfiel als zuvor angenommen, bleibt die kurzfristige Aufwärtstrendlinie, welche seit dem 30. Mai besteht, aufrechterhalten, solange sich das Währungspaar oberhalb 1,1200 befindet. Weiterer Druck nach unten könnte Potenzial in Richtung 1,1170 und 1,1110 entfalten.

GBP

EUR GBP (0,9000)
Nach einer einmonatigen Periode, welche sich durch geringe Volatilitätsveränderungen und einer bereichsgebundenen Bewegung des Währungspaares kennzeichnete, scheinen die gestrigen Nachrichten das Fass zum überlaufen gebracht zu haben und katapultieren das Pfund auf ein sechsmonatiges Tief. Dabei schienen die Datenveröffentlichungen auf gar kein so schlechtes Bild zu verweisen. Die Arbeitslosenquote sah sich von den wirtschaftlichen Turbulenzen und politischen Unsicherheiten wenig beeindruckt und verweilt am 45-jährigen Tief bei 3,8 Prozent. Die Durchschnittlichen Löhne stiegen auf Jahresbasis im Mai um 3,6 Prozent und verzeichneten so den stärksten Anstieg seit elf Jahren. Der britische Arbeitsmarkt signalisiert somit, zumindest zu einem gewissen Grad, eine souveräne Haltung. Dass es am gestrigen Tag trotz dessen zu einem neuen Tiefpunkt für die britische Währung kam, lag an den beiden Spitzenkandidaten für die Übernahme der Position als Premierminister. Unerwartet sprachen sich bei einer Fernseherdebatte sowohl Boris Johnson als auch sein Rivale Jeremy Hunt gegen die Lösung des sogenannten „backstops“ aus, ein Vorschlag, welcher die Grenzen zwischen Nordirland und Irland, auch bei einem Austritt Großbritanniens nicht wieder entstehen lassen würde. Diese verhärtete Position scheint die komplizierte Position, in welcher sich Großbritannien und die Europäische Union befinden, nur noch schlimmer gemacht zu haben. Insbesondere da sich Mitglieder der EU vehement gegen eine Neuverhandlung des backstops ausgesprochen hatten.

Obwohl es der EURGBP schafft, trotz einer gestern aufgetretenen Euroschwäche, das Niveau 0,9000 zu durchstoßen, bleibt auf eine Bestätigung zu warten. Weitere Aufwärtsbewegungen könnten vorerst an 0,9100 scheitern, da dieses Niveau ein historisches Hoch darstellt und ein Durchstoß, Potenzial in Richtung 0,9300 (Hoch 2017) entfalten könnte.

CHF

EUR CHF (1,1070)
Investoren sehen sich immer mehr um die Wirtschaft der Europäischen Union besorgt und scheinen diese Unsicherheit durch den Kauf des Schweizer Franken zu stillen. Dabei scheint die neuerliche wirtschaftliche Schwäche der Union die größte Barriere einer nachhaltigen Erholung des Euro darzustellen. Dass der Schweizer Franken von der eigenen Zentralbank als überbewertet beschrieben wird und die Rendite auf Schweizer Staatsanleihen genauso pessimistisch ausfällt wie in der Eurozone, scheint dabei keinen zu stören. Der EURCHF bleibt am gestrigen Tag weiterhin über dem Niveau 1,1050 und bildet kurzfristig einen doppelten Boden. Eine Erhöhung der globalen Handelsunsicherheit oder eine aggressivere Lockerungspolitik der Europäischen Zentralbank, könnten den EURCHF unter den neu gesetzten Boden führen und Potenzial in Richtung 1,1000 entfalten.  Zu diesem Zeitpunkt rückt der Fokus auf die Schweizer Zentralbank, welche die Stärke des Franken durch eine Währungsintervention schwächen könnte. Derzeit ließ die alleinige Bereitschaft einer Intervention, zu starke Abwertungen des Franken verhindern. Nun scheint die Schwäche der Europäischen Union die SNB in deutlichen Zugzwang zu bringen.

In den nächsten Tagen wird dem Währungspaar eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden, da der Durchbruch unter den doppelten Boden bei 1,1050 Anzeichen weiterer Verluste andeuten würde. Eine Erholung des EURCHF würde erst bei einem wöchentlichen Schlusskurs oberhalb der Marke 1,1100/30 signalisiert werden, bleibt mit der momentanen Datenlage aber eher unwahrscheinlich.

PLN

EUR PLN (4,2550)
Ein negativer Datenfluss für die Eurozone scheint der Gemeinschaftswährung noch vor dem Durchstoßen der Barriere 4,2700 den Wind aus den Segeln genommen zu haben und lässt die Stärke des Zloty wieder leicht aufblühen.
Dabei stand der gestrige Tag ganz im Zeichen der Annahme, dass die neuerliche Stärke des polnischen Zloty nicht nur von den US-Zinssenkungswahrscheinlichkeiten getrieben wird, sondern auch von der weiterhin wachsenden Inflation. Diese vermerkt im Juni den fünften Anstieg in den letzten sechs Monaten und lässt Spekulationen über eine Zinsstraffung, trotz einer taubenhaften polnischen Nationalbank, weiterhin aufrechterhalten. Mit der gestrigen Datenveröffentlichung scheint die Woche noch längst nicht vorüber zu sein, da Marktteilnehmer die Bestätigung des kurzfristigen Aufwärtstrends des Zloty abwarten, welcher durch die Unternehmensentlohnung (heute) und die Einzelhandelsumsätze (Freitag) bestätigt werden könnte.

HUF

EUR HUF  (325,90)
Die gestern aufgekommene Euro-Schwäche konnte sich nicht in einer Festigung der ungarischen Währung manifestieren. Mögliche Erholungsversuche des Forints wurden sofort durch die besser als erwarteten US-amerikanischen Daten überschattet, welche die Wahrscheinlichkeit einer zu hohen US-Zinssenkung wieder abfallen lassen. Aufgrund fehlender ungarischer Daten für diese Woche, bleibt das zentraleuropäische Währungspaar vom globalen Risikosentiment abhängig, welches weitere Aufwärtsbewegungen zulassen könnte. Diese sehen sich derzeit bei 326,10/50 limitiert, wobei ein Durchbruch dieses Niveaus zu Bewegungen in Richtung 331,00 (10-monatigen Hoch) führen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,580)
Die Krone scheitert trotz einer breit angelegten Euro-Schwäche, hervorgerufen durch eine schlechter als erwartete Konjunkturaussicht, sich substanziell gegenüber der Gemeinschaftswährung zu festigen und verweilt bei dem dreiwöchigen Tief. Die zwei größten Wechselkurstreiber bis Ende der Woche bleiben die Einkaufsmanagerindizes, welche den Rückgang der Inflation bestätigen könnten, und die Datenlage der Eurozone/ USA. Im Zentrum der europäischen Veröffentlichungen stehen dabei die finalen Verbraucherpreisindizes (heute), wobei aufseiten der US-amerikanischen Wirtschaft der Michigan Sentimentindex am Freitag neue Impulse setzten könnte.

Der EURCZK bleibt somit weiterhin bereichsgebunden zwischen 25,410 und 25,650, wobei jegliche kurzfristige Bewegungen von den Wahrscheinlichkeiten einer Lockerung der Zinsen in der Eurozone und der USA getrieben werden.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.