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Tägliche Marktberichte

Sep 20, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Positiver Wochenschluss?

USD

EUR USD (1,1055)
Mit der offiziellen Wiederaufnahme der US-China Handelsgespräche und dem zunehmend ersichtlichen Beginn einer globalen Lockerungsperiode der Zentralbanken, scheint sich das Risikosentiment der Anleger leicht verbessert zu haben. Allzu große Aufwärtssprünge bleiben für die europäische Gemeinschaftswährung jedoch aus, insbesondere da die Skepsis der Investoren bezüglich eines schnellen Handelsabkommens bestehen bleibt, da sich die Gespräche noch in keiner signifikanten positiven Entwicklung manifestieren konnten. Ebenfalls macht es die wirtschaftliche Divergenz zwischen der Eurozone und den USA schwierig, eine erhöhte Nachfrage nach der Gemeinschaftswährung zu rechtfertigen. Aufseiten der geldpolitischen Aussichten der regionalen Zentralbanken, scheinen beide Währungshüter in eine expansive Haltung gewechselt zu haben, welche die nächsten Zinsentscheidungen datenabhängig machen. Diese Aussage der Notenbanker lässt die volle Aufmerksamkeit auf die nächsten Datenveröffentlichungen fallen, welche zeigen werden, welche Volkswirtschaft den externen Anspannungen besser trotzen kann.

Derzeit scheint die US-amerikanische Wirtschaft die Nase vorne zu haben, was sich auch in der zuletzt schwächeren Euro-Bewegung ersichtlich gezeigt hatte. Der gestern veröffentlichte Immobilienbericht wies auf eine solide Nachfrage nach Häusern, wobei der Hausweiterverkauf ein 17-monatiges Hoch verzeichnen konnte. Neben dem Immobilienmarkt scheint der zweite Leitindikator der US-Ökonomie, der Arbeitsmarkt, ebenfalls einen weiterhin souveränen Anstieg verzeichnen zu können. Das durchschnittliche Jobwachstum im Jahr 2019 beträgt laut dem US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm payrolls) monatlich 158 Tausend, deutlich mehr als die geschätzten 100 Tausend, welches benötigt wird, um das Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten.

Aufgrund einer heute fehlenden Datenlage für beide Volkswirtschaften bleibt das Währungspaar vom globalen Geschehen abhängig. Aufwärtsbewegungen des EURUSD sehen sich den Barrieren bei 1,1080 und 1,1110 entgegen, wobei an der Unterseite 1,1000 verhindert, dass sich Potenzial bis 1,0925 entfalten kann.

GBP

EUR GBP (0,8800)
Die zum Stillstand gekommene Rally des britischen Pfunds scheint durch die positiven Worte des europäischen Kommissionspräsidenten, Jean-Claude Juncker, wieder Fahrt aufgenommen zu haben. Dabei äußerte sich Juncker über die Möglichkeit eines Austrittsabkommen mit Großbritannien, wobei er offen für neue Vorschläge bezüglich des nordirischen Grenzproblems sei. In der Zwischenzeit ließ die Bank of England ihren Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent, schlägt aufgrund der externen als auch internen Anspannungen und dem zuletzt gesunkenen Inflationsdruck einen expansiven Ton an. Das Zinssenkungs-Szenario könnte jedoch erst nach dem Austritt Großbritanniens eintreten, da die Zentralbank laut eigenen Aussagen durch die Unsicherheiten bezüglich des Brexits limitiert ist. Im Ganzen scheint das Pfund von dem gestrigen Tag deutlich profitiert zu haben und setzt die seit August eingesetzte Erholung weiter fort. Mit dem gestrigen Durchbruch der Barriere 0,8840 (200-1D Moving Average) scheint das Potenzial bis 0,8650 zu bestehen, dies könnte aufgrund negativer Brexit-Nachrichten und einer möglichen Zinssenkung gegen Ende des Jahres nicht ausgeschöpft werden.

CHF

EUR CHF (1,0960)
Obwohl es im Rahmen der gestrigen Zinsentscheidung der schweizerischen Zentralbank zu keiner Veränderung des Zinsniveaus gekommen war, sorgen die Währungshüter für eine marginale Überraschung. Die SNB hält an ihrer expansiven Geldpolitik trotz der Kritik heimischer Banken, angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und globalen Verlangsamungserscheinungen weiter fest. Dass sich die Zentralbanker über die realwirtschaftlichen Konsequenzen der negativen Zinssätze Gedanken gemacht haben, wird jedoch in der geldpolitischen Lagebeurteilung ersichtlich. Folglich bleibt der Leitzins von minus 0,75 Prozent weiterhin bestehen, jedoch hebt die Notenbank den Freibetrag, auf welchen kommerzielle Banken keine Strafzinsen zahlen müssen deutlich an. Somit erhöht sich ab dem ersten November das Volumen, welches Geschäftsbanken verlustfrei bei den Währungshütern lagern können, auf das 25-fache der Mindestreserve. Ersten Schätzungen zufolge könnte dieser Entlastungsversuch 113 Milliarden Schweizer Franken von dem Strafzins befreien, was die Bankenlast von 1,4 Milliarden auf 840 Millionen Franken verringern würde.

PLN

EUR PLN (4,3415)
Obwohl sich das polnische Konsumentenvertrauen laut der heimischen Zentralbank auf einem Allzeithoch befindet, scheinen neue Industrieveröffentlichungen die Annahme der polnischen Immunität zu hinterfragen. Die gestern veröffentlichten Industrieerträge verzeichnen im August einen Fall von 1,7 Prozent (ggü. Vorjahr) und fallen somit deutlich schwächer aus als im Vormonat (+5,8 Prozent). Vor dem Hintergrund der gestrigen Herausgabe der OECD Wirtschaftsprognosen, welche das geringste globale Wachstum seit der Finanzkrise für dieses Jahr prognostiziert, genießen regionale Datenveröffentlichungen eine erhöhte Aufmerksamkeit. Solange sich die schwachen Industriedaten jedoch in keiner Verlangsamung der Einzelhandelsumsätze und der polnischen Löhne manifestieren, wird der negative Effekt der externen Risiken relativ gering ausfallen. Der Zloty verzeichnet gestern die vierte tägliche Abwertung infolge, scheint jedoch nicht genug Kraft gehabt zu haben, um das Niveau 4,3500 signifikant zu durchbrechen.

HUF

EUR HUF  (332,40)
Ohne signifikante Datenveröffentlichungen für die ungarische Wirtschaft wird sich das Währungspaar wohl von den globalen Geschehnissen leiten lassen. Am Dienstag rückt dann die ungarische geldpolitischen Entscheidung in den Vordergrund, wobei von Reuters befragte Analysten von keiner Veränderung der Leitzinsen ausgehen. Sollte das Treffen der Notenbank wie erwartet ohne größere Überraschung über die Bühne gehen, könnte das derzeit leicht verbesserte Risikosentiment der Anleger den Weg für eine Erholung des Forints ebnen. Diese Möglichkeit scheint vor dem Hintergrund der begonnenen US-China Handelsgespräche und der zuletzt positiven Brexit-Stimmung wieder deutlich wahrscheinlicher als vor einigen Wochen.

CZK

EUR CZK  (25,900)
Die am Montag veröffentlichten Produzentenpreise scheinen die letzte signifikante Datenveröffentlichung vor dem Treffen der tschechischen Währungshüter (CNB) dargestellt zu haben. Die Meinungen der von Reuters befragten Ökonomen decken sich mit den allgemein gehaltenen Markterwartungen eines konstanten Zinsniveaus bei dem geldpolitischen Treffen am 25. September. Nichtsdestotrotz wird die Forward-Guidance der Zentralbank, also die zukünftig erwartete Geldpolitik der CNB, im Fokus der Marktteilnehmer stehen. Unter anderem auch, da sich zuletzt Meinungsverschiedenheit in den eigenen Reihen der Notenbank gebildet hatten. Somit wird das weiterhin erhöhte Inflationsniveau (jährliches Wachstum von 2,9 Prozent) eine Lockerung der Zinsen fürs Erste verhindern.


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