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Sep 30, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

TV-Debatte ohne größere Marktimplikationen

INTRO

Die Börsen beenden den gestrigen Handelstag, wenn auch nicht ganz einheitlich, größtenteils im Minus. Die Bewegungen vor der mit Anspannungen erwarteten TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden waren durch geringe Risikofreude an den Börsen und Anleihenmärkten charakterisiert. Ganz anders sah es dabei an den Währungsmärkten aus. Die grundsätzliche Schwäche der US-amerikanischen Währung bot Währungen, welche am Montag starke Verluste einstecken mussten, die Chance, Boden wieder gutzumachen.

Der vorbörsliche Handel deutet in Europa auf eine schleppende Session. Ein Blick auf die unveränderten Gewinnquoten für Trump und Biden deutet darauf hin, dass sich nach der Debatte nicht viel an den Chancen der beiden Kandidaten geändert hat. Die von Beschimpfungen und falschen Aussagen gefüllte Debatte scheint den Märkten jedoch alles andere als Zuversicht gegeben zu haben, was den schwachen asiatischen Handelsauftakt erklären lässt. In der Zwischenzeit wurde der chinesische Einkaufsmanagerindex für September veröffentlicht. Wie auch im Vormonat geht die Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter. Das Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe steigt auf 53,00, wobei der Sub-Indikator für die Neuaufträge den höchsten Wert seit 2011 verzeichnen konnte. Auch der sonst schleppende Dienstleistungssektor holt langsam aber sich auf.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einzelhandelsumsätze (08:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (09:20)
  • DE: Arbeitslosenquote (09:20)
  • US: ADP Arbeitsmarktbericht (14:15)

EUR

Vertrauen steigt, Inflation sinkt

Der deflationäre Effekt der Coronakrise macht sich in den Verbraucherpreisen zu erkennen. Die Teuerungsrate ist in Deutschland auf Jahresbasis um ganze 0,4 Prozent gefallen. Dies stellt die größte Kontraktion der Inflation seit Anfang 2015 dar. In Verbindung mit dem unerwartet starken Euro gehen von Bloomberg befragte Ökonomen davon aus, dass die Europäische Notenbank noch in diesem Jahr ihr Anleihenkaufprogramm ausweiten wird. In der Zwischenzeit konnte sich das europäische Konsumentenvertrauen (laut den Daten der Kommission) den fünften Monat infolge festigen. Der Stimmungsindikator bleibt zwar knapp 30 Prozent unter den Vorkrisenniveaus. Nichtsdestotrotz ist zumindest bei dem einen Konjunkturbarometer noch keine Abkühlung zu erkennen. Die gestrige Schwäche des US-Dollars verhilft dem Euro nach oben. Die Gemeinschaftswährung entscheidet somit den ersten Kampf um das $1,17 Niveau für sich.

USD

Unentschlossene Bewegungen

Die globale Leitwährung scheint sich kaum Impulse von der Debatte zwischen dem amtierenden Präsidenten und dem demokratischen Kandidaten entnommen zu haben und bleibt im asiatischen Handel unverändert. Ein Blick auf die impliziten Volatilitäten für die nächsten ein- zwei- drei- und sechs Monate zeigt jedoch, dass die Schwankungen bis zum Ende des Jahres reichen könnten. Neben der US-Präsidentschaftswahl Anfang November werden ebenfalls das parlamentarische Unter- und Oberhaus neu gewählt. Somit ergeben sich mehrere Möglichkeiten und Kombinationen, welche eintreffen könnten. Dies bereitet den Märkten im Einpreisungsprozesses Schwierigkeiten. Laut den jüngsten Bewegungen wäre ein Sieg der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl, als auch bei den Parlamentswahlen, am besten für risikoreiche Anlagen außerhalb der Vereinigten Staaten. Die Lockerung der geopolitischen Anspannungen und die Expansion des US-Budgetdefizits wären Netto-negativ für den US-Dollar und positiv für den Rest der Welt.

PLN

Tschechien kämpft mit Infektionsanstieg

Die bisherigen Versuche der tschechischen Regierung, den Rekordanstieg der täglichen Infektionszahlen einzudämmen, scheinen noch nicht Fuß zu fassen. Nun steht voraussichtlich eine Periode erneuter Sperrmaßnahmen bevor, welche von einem Ausrufen des nationalen Ausnahmezustands begleitet werden könnte. Nach Spanien weißt die Tschechische Republik die zweitgrößte Neuinfektionsrate (Pro-Kopf) in Europa auf. Einen allzu großen Effekte hatte die Befürchtung erneuter Maßnahmen noch nicht. Die Krone bewegt sich synchron mit dem Marktsentiment und den Nachbarwährungen mit. In der Zwischenzeit konnte sich der polnische Zloty nach dem Erreichen des niedrigsten Niveaus seit dem 06. April wieder deutlich festigen. EUR/PLN verzeichnete gestern den größten täglichen Rücksetzer seit dem 26. Mai. Das Währungspaar befindet sich nun knapp über dem ersten Unterstützungsniveau bei 4,5120/30.


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