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Mai 21, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Politische Schwäche in der EU

USD

EUR USD (1,1150)
Die Handelsspanne blieb gestern sehr gering, wobei sich der EURUSD auf Tagesbasis leicht erholen konnte und die Woche positiv beginnt. Die derzeitige Anspannung bezüglich der europäischen Parlamentswahlen wird den EURUSD voraussichtlich weiter in der bekannten Range verharren lassen und vorerst nachhaltige Marktbewegungen limitieren. Die politische Unsicherheit wurde durch den italienischen Premierminister Matteo Salvini nochmals erhöht, als sich dieser negativ zum 3%-Budgetziel der Europäischen Union äußerte und ein Überschreiten dieses Niveaus andeutete. Ebenso scheint in Europa vor Beginn der Wahlen Österreich im Fokus der globalen Medien zu stehen, nachdem ein belastendes Video zum Rücktritt des Vizekanzlers und FPÖ-Chefs Heinz Christian Strache geführt hatte. Die belastenden Aufnahmen wurden der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel zugespielt und lösten eine Regierungskrise in Österreich aus, welche zu Neuwahlen im Herbst führen wird. Diese Ereignisse waren für die unmittelbaren Kursbewegungen nicht von allzu großer Relevanz, spiegeln dennoch gut die derzeitige Unsicherheit in der Eurozone wieder. Ganz anders sahen Marktteilnehmer die ab sofort in Kraft tretende Sperre des Telekommunikationsgiganten Huawei in den USA. Nachdem Donald Trump verkündet hatte, dass jeder Kontakt mit der chinesischen Firma von der US-amerikanischen Regierung geprüft und bestätigt werden müsse, kündigt Google alle Dienstleistungen von Huawei auf ihren Plattformen und bringt Aktien von Huawei-Lieferanten schwer unter Druck. Somit sind die Bedenken einer weiteren Eskalation im Handelskrieg gestiegen und lassen Marktteilnehmer vorsichtig agieren.
Weitere Kursbewegungen könnten von den Veröffentlichungen dieser Woche bestimmt sein. Im Zentrum stehen dabei die Protokolle der US-amerikanischen- und europäischen Zentralbanken am Mittwoch und Donnerstag, welche Aufschluss über die momentane Haltung der Währungshüter geben könnten. Die Veröffentlichungen des Verbrauchervertrauens (Eurozone) und der Verkauf bestehender Häuer (USA) stellen für heute die einzigen relevanten Daten dar.

Fehlende Daten für die Eurozone und eine erhöhte politische Unsicherheit  lassen den EURUSD mittel- als auch langfristig in einem Abwärtstrend gefangen. Die Gemeinschaftswährung bleibt somit gegenüber dem Dollar weiterhin unter Druck, solange 1,1270 und in Folge dessen 1,1340 nicht überwunden wird. Ein Weiterführen des Abwärtstrends, ausgelöst durch eine Spaltung der Parteien bei der Europawahl könnte eine Bewegung Richtung Jahrestief 1,1110 auslösen.

GBP

EUR GBP (0,8750)
In einem letzten Versuch den Austrittsplan vor Ihrem Rücktritt vor das Parlament zu legen, sucht Premierministerin Theresa May vergeblich nach Unterstützung. Die Austrittsgespräche erlitten letzten Freitag den bisher womöglich größten Rücksetzer, nachdem Oppositionsführer Jeremy Corbyn die Kompromissversuche als gescheitert proklamierte. Die Labour-Partei wünscht sich eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, wobei die Konservativen sehr wahrscheinlich gegen eine Zollunion stimmen würden. Theresa May beschreibt Ihren Deal, welcher in knapp zwei Wochen zur Abstimmung freigegeben werden könnte als „new, bold offer“. Neu scheint laut Jeremy Corbyn daran jedoch nichts zu sein und so hält die Unsicherheit in der britischen Politik weiter an.
Der Wirtschaftskalender für die britische Wirtschaft bleibt für die ersten zwei Tage der Woche relativ leer und nimmt mit dem Verbraucherpreisindex (Anstieg auf 2,2% erwartet) am Mittwoch und den Einzelhandelsumsätzen (Fall auf 4,3% erwartet) am Freitag Fahrt auf.

Marktteilnehmer könnten die Datenlage weitgehend ignorieren, da Neuigkeiten bezüglich des Brexits derzeit die Rolle des Impulsgebers übernehmen. Somit verzeichnet der EURGBP zum elften Mal in Folge eine Aufwertung und pausiert seine Aufwärtsbewegung bei 0,8790 (200-1D Moving Average). Auf der Unterseite scheint die größte Unterstützung bei einem potenziellen Fall des Paares bei 0,8670 (Hoch 24. April) 0,8610 (50-1D Moving Average) und 0,8470 (Jahrestief) zu liegen.

CHF

EUR CHF (1,1265)
Das Risikosentiment welches durch den jüngsten Disput zwischen den USA und der chinesischen Telekommunikationsfirma Huawei weiter verstärkt wurde, dominiert derzeit jegliche Kursbewegungen. Diese Nachrichten führten unter anderem zu Sorgen um eine weitere Eskalation des Handelskriegs und somit zu Verlusten der europäischen Aktienmärkte, wovon Safe Haven Währungen wie der Schweizer Franken profitieren konnten.
Thomas Moser, Mitglied der Schweizer Zentralbank (SNB), betonte gestern nochmals die Bereitschaft in den Währungsmarkt intervenieren zu können falls eine Notwendigkeit aufkommt und schließt sich Zentralbankpräsident Thomas Jordan in seiner Sichtweise an.

Trotz der gestrigen engen Handelsbandbreite testet der EURCHF wiederholt die Unterstützung 1,1260 und erholt sich danach minimal. Neue ökonomische Impulse könnten das wichtige Nachfrageniveau brechen und Bewegungen mit Potenzial Jahrestief 1,1170 entfalten, falls die Unterstützung 1,1230 nicht hält.

PLN

EUR PLN (4,2960)
Dass die Meinungen innerhalb des polnischen geldpolitischen Rates nicht ganz so einheitlich sind zeigen die Aussagen des Mitglieds Eryk Lon. Dieser scheint eine Zinssenkung als derzeit beste Alternative zu halten und sieht die Möglichkeit eines Falles des US-amerikanischen Aktienmarktes als Gefahr an. Der leichte Inflationsanstieg soll laut Lon das Zeichen für eine gesunde Wirtschaft sein und könnte eine Zinserhöhung rechtfertigen. Nationalbankpräsident Adam Glapinski wiederholt seine Zufriedenheit bezüglich des derzeitigen Zinsniveaus und betont, dass eine Änderung erst gegen Ende des jetzigen geldpolitischen Rates 2022 notwendig sein könnte. Marktteilnehmer gehen weiterhin von keiner Veränderung bei dem nächsten Treffen aus, da sich die derzeitige Inflation von 2,2% im Rahmen (1,5-3,5%) der Zentralbank befindet.

Nach der gestrigen Abschwächung bleibt der EURPLN weiterhin bereichsgebunden zwischen 4,2900 und 4,3100, lässt den Aufwärtstrend jedoch aufrecht, solange 4,3000 (200-1D Moving Average) nicht nachhaltig durchbrochen wird.

HUF

EUR HUF  (326,55)
Der Forint bleibt wie auch gegen Ende der letzten Woche fragil und fällt gegenüber der Gemeinschaftswährung auf ein sechsmonatiges Tief. Zum Teil kann diese Schwäche durch die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China und der erhöhten Ängste um eine mögliche globale Rezession erklärt werden. Verstärkt wurde die Abwärtsbewegung des Forints jedoch durch den Richtungswechsel der ungarischen Zentralbank, welche bei dem Treffen am 28. Mai wahrscheinlich keine Zinserhöhung vornehmen wird. Somit treibt die Inaktivität der Zentralbank die derzeitige Schwäche, nicht nur gegenüber dem Euro, sondern ebenso gegenüber regionalen Währungspaaren. Die Paare PLNHUF und CZKHUF befinden sich auf einem sechsmonatigen Hoch, was nochmal deutlich widerspiegelt, dass die externen Risiken nicht den alleinigen Grund der Schwäche darstellen.

CZK

EUR CZK  (25,780)
Marktteilnehmer sehen sich verstärkt um den wachsenden Inflationsdruck besorgt. Im März erreichte die Inflation ein Jahreswachstum von 3%, den höchsten Wert seit sechs Jahren. Das über die Jahre stetig wachsende Preisniveau wurde dabei durch eine aktive Notenbank unterstützt, wobei die tschechische Zentralbank in Ihrer geldpolitischen Restriktion den Zinssatz in zwei Jahren acht Mal erhöht und dieser nun bei 2% den höchsten Wert seit zehn Jahren darstellt. Laut den Protokollen des letzten Zentralbanktreffens soll jetzt aber Schluss mit weiteren Anhebungen der Leitzinsen sein, da externe Unsicherheiten eine Gefahr für die Wirtschaft darstellen könnten. Mit der gestrigen Veröffentlichung der tschechischen Herstellerpreisindizes, welche auf Jahresbasis ein knapp siebenjähriges Hoch erreichen (4,3% ggü. Vorjahr), bleiben Marktteilnehmer gegenüber der Krone skeptisch und so wertet die Krone auf ein siebenwöchiges Tief ab.

Der Aufwärtstrend bleibt aufgrund steigendem Inflationsdrucks weiter erhalten und durchstößt den Widerstand bei 27,770, welcher das obere Band der Dreiecksformation bildet. Die bestehende Risikoaversion könnte zu weiteren Aufwärtsbewegungen in Richtung 25,820 (Hoch 20. März) und 25,870 (Hoch 12. Februar) führen.


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