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Apr 01, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

 Fed agiert als globale Zentralbank

EUR

Globale Probleme am Arbeitsmarkt


Der straffe Arbeitsmarkt und die in weiterer Folge solide Position des Konsumenten waren in der Post-Krisen-Zeit die Stütze der deutschen Ökonomie. Nun zeigen sich angesichts der massiven Beschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus erste Anzeichen einer kurzfristigen Umkehr des positiven Wachstumstrends. Ganze 470.000 Anzeigen auf Kurzarbeit gingen in Deutschland im März ein. Laut Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit könnten 2,15 Millionen Menschen zur Kurzarbeit gezwungen werden, deutlich mehr als die 1,4 Millionen in den Zeiten der globalen Finanzkrise 2008 und 2009. Die Angst vor einer breiten Arbeitslosenwelle ist dabei keineswegs ein spezifisch deutsches Problem. In der Woche bis vom 16. bis zum 20. März wurden in den Vereinigten Staaten mehr als 3,28 Millionen Ansuchen auf die Arbeitslosenunterstützung verzeichnet, ein Allzeithoch. In Norwegen ist die Arbeitslosenquote um 128 Prozent gestiegen. Mehr als 735.000 Menschen in den nordischen Ländern haben aufgrund der momentanen Coronakrise ihre Arbeit verloren.
Die Gemeinschaftswährung verzeichnet in Anbetracht des stärkeren US-Dollars die zweite tägliche Abwertung infolge und befindet sich somit erneut unterhalb des Niveaus 1,1050. Und obwohl die fortgesetzte geldpolitische Expansion der US-Notenbank negative Implikationen für den US-Dollar haben könnte, scheint kurzfristig die Risikoscheue die Oberhand gewonnen zu haben.

USD

Fed im Kaufwahn


Die US-amerikanische Notenbank bleibt weiterhin das Gesprächsthema Nummer eins in Sachen globaler Geldpolitik, nachdem die Währungshüter neue Maßnahmen in die Wege geleitet haben, um die weltweite Dollar-Nachfrage zu stillen. Die Federal Reserve öffnete diversen Notenbanken weitere Kanäle mit dem Ziel der Bereitstellung von Kapital / US-Dollar in Form von „Repo-Geschäften“. Derzeit kämpft die US-amerikanische Notenbank neben den heimischen und globalen Liquiditätssorgen auch gegen die Verlangsamungserscheinungen der eigenen Ökonomie. Primär agiert die Federal Reserve über die folgenden fünf Kanäle:


• Kauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt (Quantitative Easing)
• Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren (Mortgage-backed securities)
• Kauf von kurzfristigen Schuldverschreibungen (Commercial Paper)
• Kauf von Unternehmensanleihen am Primär- und Sekundärmarkt (Primary Market Corporate Credit Facility / Secondary Market Corporate Credit Facility)
• Kauf von Kommunalschuldverschreibungen (Market Mutual Fund Liquidity Facility)

PLN

Rezession trotz Stimulus?

Zentraleuropäische Währungen bleiben angesichts der angeschlagenen Risikobereitschaft weiterhin unter Druck. Der tschechische Notenbankpräsident äußerte sich gestern bezüglich der Möglichkeit weiterer Zinssenkungen und bestätigt somit die Bereitschaft der Notenbank erneut expansiv zu handeln, sollte sich die Krise in die Länge ziehen. Negativen Zinsen spricht Jiri Rusnok jedoch eine geringe Wahrscheinlichkeit zu. Die tschechische Krone zeigt sich indifferent gegenüber den gestrigen Aussagen und bleibt kaum gegenüber dem Vortag verändert.

Der Zloty wertet marginal ab, nachdem das polnische Finanzministerium ihre geplante Schuldenemission im April erhöht hatte. Derzeit wird im Parlament ein Konjunkturpaket im Wert von umgerechnet 16 Milliarden Euro debattiert, welches bei einer parlamentarischen Bestätigung durch die Aufnahme neuer Schulden gedeckt werden müsste. In der Zwischenzeit bestätigt der polnische Premierminister die Möglichkeit einer Rezession Polens im ersten Halbjahr. Dies könnte den Zloty in Verbindung mit der Perspektive potenzieller Zinssenkungen der Notenbank kurzfristig wohl in Zaun halten.

Ökonomen von der Großbank Citi scheinen einen Arbeitslosenanstieg auf 10,9 Prozent, eine Wirtschaftskontraktion um 3,2 Prozent und ein Budgetdefizit von 7,5 Prozent als das wahrscheinlichste Szenario für dieses Jahr zu halten.


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