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Jun 25, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Jerome Powell spricht

USD

EUR USD (1,1405)
Marktteilnehmer scheinen derzeit jegliche Datenveröffentlichungen zu ignorieren und so steigt der Euro, gestärkt durch eine erhöhte US Zinssenkungswahrscheinlichkeit, auf ein dreimonatiges Hoch. Dabei schien die rasante Erholung der Gemeinschaftswährung gestern kurzzeitig in Gefahr zu geraten, als die Veröffentlichung des deutschen Geschäftsklimas eine weitere Verschlechterung aufzeigte und mit einem Wert von 97,4, ein neues dreijähriges Tief erreicht. Allzu negativ scheint sich die pessimistische Haltung der deutschen Manager jedoch nicht auf die Aufwärtsbewegung des Euro ausgewirkt zu haben. Aufgrund heute fehlender Daten für die Eurozone, rückt nun wieder die US-amerikanische Wirtschaft mit der Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens in den Fokus, wobei sich ebenfalls einige Mitglieder der US-amerikanischen Notenbank (FED) zum momentanen geldpolitischen Ausblick äußern werden. Im Zentrum steht dabei die Rede des FED-Präsidenten Jerome Powell in New York, welcher nach der letzten Zinsentscheidung, zum ersten Mal öffentlich Stellungnahme beziehen wird. Marktteilnehmer warten gespannt auf eine Bestätigung der zuletzt expansiven Tonation der FED, welche den Dollar in eine Abwärtsspirale versetzt hatte. Im Laufe der Woche rücken dann wieder die geopolitischen Anspannungen in den Vordergrund des Marktgeschehens und könnten die Spekulationen über eine US Zinssenkung als Haupttreiber der Volatilität ersetzten.

Inmitten der politischen Unsicherheit sorgte der iranische Angriff auf eine US Drohne für Aufsehen und versetzt Märkte in eine risikoaverse Haltung. Der daraufhin vom US-amerikanischen Präsidenten angesetzte militärische Angriff, wurde in letzter Sekunde aufgrund eines Stimmungswechsels von Donald Trump abgewendet, welcher gestern als Alternative neue Sanktionen gegen Iran einführte. Investoren scheinen den G20 Gipfel in Osaka verstärkt als potenzielle Wende im Handelskrieg zwischen China und den USA zu sehen. Nicht jeder scheint diesen Optimismus zu teilen. Die Forschungsabteilung von Goldman Sachs setzt die implizite Wahrscheinlichkeit eines Abkommens bei dem Treffen in Japan bei 20 Prozent an. Die Risiken scheinen weiterhin groß, mit der Sorge einer Re-eskalation und Einführung von neuen Importzöllen auf chinesische Ware im Wert von 300 Milliarden US-Dollar.

Somit bleiben Kursbewegungen von der Geldpolitik der beiden Zentralbanken dominiert, wobei neben der Rede Jerome Powell´s, Inflationsdaten für die Eurozone (Donnerstag) und die USA (Freitag) erste Signale über die nächste Zinsentscheidung Ende des Monats bieten könnten. Die neuerliche Stärke der Gemeinschaftswährung bleibt aufgrund der internen europäischen Konflikte und der globalen Anspannungen limitiert. Ein positiver Durchbruch der Handelsgespräche in Osaka, gekoppelt mit einer Erholung der europäischen Wirtschaft, könnte weitere Aufwärtsbewegungen rechtfertigen.

GBP

EUR GBP (0,8940)
Steigende Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Lage Großbritannien lassen Marktteilnehmer vorsichtig agieren und verhelfen dem Euro den dritten Tag in Folge zu einer Aufwertung. Die kurzfristigen Erholungsversuche der britischen Währung Ende der letzten Woche, sahen sich bei 0,8880 einem signifikanten Widerstand entgegen, welcher weiteres Aufwertungspotenzial des Pfunds limitierte. Die Wirtschaftslage Großbritanniens scheint dem Pfund dabei ebenfalls keinen allzu großen Rückenwind zu bieten und so verhindert nur die „relativ neutrale“ Bank of England weitere Verluste der Währung. Inmitten der expansiven Wunschpläne der Zentralbanken in den USA und der Eurozone, scheinen sich die britischen Währungshüter weiterhin über eine Zinsstraffung unstimmig zu sein, was auch der Unsicherheit bezüglich des Brexits zu verschulden ist. Neuigkeiten über den Austritt Großbritanniens fielen gestern aus und so bleibt der ex-Außenminister Boris Johnson weiterhin der Favorit für das Amt des Premierministers.

Dementsprechend bleibt das zweiwöchige Bewegungsband des Paares zwischen 0,8870 und 0,8970 erhalten, da Marktteilnehmer keine großen Positionen vor der endgültigen Entscheidung der Premierministerwahl treffen wollen. Ein positiver (oder negativer) Ausbruch aus dem Bereich, würde das fünfwöchige Band zwischen 0,8720 an der Unterseite und 0,9000 auf der oberen Seite anpeilen.

CHF

EUR CHF (1,1070)
Dass die neuerliche Aufwärtsbewegung des EURUSD einer Dollarschwäche zu verschulden ist, zeigt sich in der gleichzeitigen Abwärtsbewegung des EURCHF, welcher derzeit auf einem 21-monatigen Tief verweilt. Sah es am Anfang des Monats noch nach einer leichten Erholung des Euro gegenüber dem Franken aus, scheinen die globalen Unsicherheiten, gekoppelt mit den Erwartungen einer Zinssenkung der FED, erneut die Nachfrage nach der Schweizer Währung geweckt zu haben. Diese profitiert gerade von den anhaltenden Turbulenzen und sticht neben Staatsanleihen und Gold als Gewinner der letzten Woche heraus. Eine Bestätigung des offiziellen Richtungswechsels der FED, in Form einer pessimistischen Rede von Jerome Powell, könnte den EURCHF auf dem Rekordtief verweilen lassen. Aufwertungspotenzial des Euro scheint vor dem G20 Treffen in Osaka limitiert zu sein, da Marktteilnehmer derzeit risikoaverse handeln und keine zu großen Positionen eingehen wollen.

Der EURCHF scheint bei 1,1050 Unterstützung gefunden zu haben. Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte zu Bewegungen in Richtung 1,0950 führen, wobei an der Oberseite 1,1120 verhindert, dass sich Potenzial in Richtung 1,1160 entfalten kann.

PLN

EUR PLN (4,2530)
Kurzfristige Erholungsversuche der Gemeinschaftswährung scheinen sofort durch einen erhöhten Verkaufsdruck entgegnet zu werden und so verweilt der EURPLN seit zwei Wochen im engen Bewegungsband zwischen 4,2500 und 4,2630. Erwartungen einer potenziellen Zinserhöhung bleiben insbesondere nach der geldpolitischen Entscheidung am Anfang des Monats gering. Die anfängliche Unstimmigkeit in den eigenen Reihen der Zentralbank konnte sich in keiner Zinsstraffung widerspiegeln und so bleibt die fehlende Bereitschaft des Präsidenten der polnischen Zentralbank das Zinsniveau zu verändern, der Maßstab für weitere geldpolitische Diskussionen. Daran wird voraussichtlich auch kein leichter Anstieg der Inflation etwas ändern, da die Zentralbankmitglieder fehlendes Potenzial eines Inflationsdrucks sehen. Das allgemeine Preisniveau befindet sich derzeit bei 2,30 Prozent, weit unter dem obersten Zielpunkt von 3,5 Prozent.  Inmitten der globalen Anspannungen scheinen Marktteilnehmer der Veröffentlichung der polnischen Einzelhandelsumsätze kaum Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Diese steigen im Juni (ggü. Vorjahr) um 7,3 Prozent und verweisen auf eine deutliche Abkühlung seit Mai (13,6 Prozent). Nichtsdestotrotz bleibt die heimische Kaufkraft stark und weckt kaum Sorgen um eine Verlangsamung der Wirtschaft. Das Bild einer souveränen polnischen Wirtschaft muss jedoch weiterhin aufrechterhalten bleiben und könnte mit den nächsten Daten bestätigt werden. Im Fokus sind dabei die Arbeitslosenquote am Mittwoch und der Verbraucherpreisindex am Freitag.

Der EURPLN verweilt somit weiterhin auf seinem zehnmonatigen Hoch, wobei ein längerer Aufenthalt oberhalb des Niveaus 4,2500 ohne Durchbruch, Möglichkeiten einer Erholung des Euro öffnen würde. Verstärkt wird diese Annahme durch die weiterhin anhaltende Anspannung zwischen den USA und China/Iran, welche sich bei einer Eskalation negativ auf den Zloty auswirken würde.

HUF

EUR HUF  (323,70)
Das Währungspaar, welches als eines der volatilsten der Region gilt, sieht sich in den letzten Wochen von dem globalen Risikosentiment und der Haltung der Zentralbanken in den USA und der Eurozone dominiert. Nun fällt die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer wieder auf die ungarischen Währungshüter, welche heute Ihre geldpolitische Entscheidung treffen werden. Obwohl sich die Inflation auf einem Rekordhoch von 3,9 Prozent (jährliches Wachstum) befindet, scheinen Erwartungen einer Zinsstraffung gedrückt zu sein. Insbesondere in einer Lage, geprägt durch politische Instabilität und eine schwächelnde Wirtschaft, sehen sich Zentralbanken in der Region verstärkt einem Dilemma entgegen. Isoliert betrachtet könnten einzelne Mitglieder der Notenbank Argumente für eine  Zinserhöhung auf den Tisch legen. Die Gefahr gegen den „expansiven Strom“ der EZB und FED zu schwimmen, scheint allerdings jegliche Vorteile dieses Szenarios zu annullieren.

Somit bleibt das einwöchige Bewegungsband zwischen 323,10 und 324,60 erhalten. Mittelfristig bleibt die Tendenz zur Schwäche beim Forint weiter aufrecht, solange sich der EURHUF oberhalb des Niveaus 321,40 (200-1D Moving Average) befindet. Eine nachhaltige Umkehr des Aufwärtstrends (EURHUF) würde dabei erst unter 319,10 signalisiert werden.

CZK

EUR CZK  (25,560)
Erhöhte geopolitische Anspannungen vor dem G20-Treffen in Osaka, scheinen sich kaum in einer negativen Bewegung der zentraleuropäischen Währungen manifestiert zu haben und lassen die Krone nach leichter Schwächetendenz der letzten Woche wieder aufsteigen. Heimische Faktoren bezüglich der tschechischen Wirtschaft, scheinen dabei seit dem Richtungswechsel der US-amerikanischen Notenbank keine große Rolle zu spielen und so verlagern Investoren mit der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer US Zinssenkung Kapital in die Schwellenländer. Dass sich die wirtschaftliche Verlangsamung weiter Teile der entwickelten Welt dabei negativ auf die tschechische Ökonomie auswirken könnte, scheint Investoren bislang kaum gestört zu haben. Von Reuters befragte Ökonomen scheinen von keiner Veränderung des tschechischen Zinsniveaus auszugehen und so bietet auch die Geldpolitik der Krone keinen Rückenwind.

Die Aussicht eines konstanten Leitzinssatzes im Jahr 2019 und eventuell 2020, gekoppelt mit der möglichen Re-eskalation des Handelsstreits beim G20 Gipfel könnte das Fundament für eine Erholung der europäischen Gemeinschaftswährung in Richtung 25,70/75 bilden. Dieses Szenario bleibt dennoch von der FED abhängig, welche mit einer klaren Bestätigung einer Zinslockerungsphase zu erhöhten Kapitaleinflüssen in die „Emerging Markets“ führen könnte und eine Aufwertung der Krone mit sich führen würde.


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