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Jul 02, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Der Tag der Akronyme: USMCA, OPEC und die Fed

Intro

Neben den wöchentlich und monatlich wiederkehrenden Datenveröffentlichungen scheinen insbesondere politische und geopolitische Faktoren die Rolle der Markttreiber übernommen zu haben. Noch vor der Coronakrise, welche sich im März und April zugespitzt hatte, hielten Investoren aufgrund unbeantworteter Fragen in Sachen Handelskrieg, Ölpreiskrieg und Brexit den Atmen an. Die kurzzeitig in den Hintergrund gerückten Fragen scheinen nun erneut eine größere Bedeutung einzunehmen, insbesondere da die erholenden Wirtschaftsdaten erst bei negativen Überraschungen wieder interessant werden würden. In diesem Sinne war der gestrige Tag ebenfalls von drei politischen Faktoren geprägt.

Das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) ist mit dem 01. Juli offiziell in Kraft getreten und gilt als Nachfolger des in 1994 ausgehandelten nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). Die Euphorie hielt sich bei den drei Partien in Grenzen, zumal die Verhandlungsphase von kontroversen und spieltheoretischen Überlegungen geprägt war. Eine Umsetzung der diversen im Vertrag enthaltenen Klauseln und Konditionen ist für das Überleben des Abkommens essenziel.

In der Zwischenzeit sorgte Saudi Arabien mit erneuten Drohungen potenzieller Erhöhung der Fördermenge für Aufsehen an den Rohstoffmärkten. Laut dem Königreich soll die Einhaltung der Produktionskürzungen seitens der Opec-Mitglieder mehr als nur fragwürdig sein. Die mahnenden Worte waren insbesondere an Angola und Nigeria gerichtet, die sich seit einiger Zeit schon nicht an die Verabredungen halten sollen.

Am europäischen Kontinent hat sich Großbritannien dazu entschieden die Verlängerung der Austrittsperiode nicht jenseits der Frist am 31. Dezember zu verlängern. Bis gestern hatte die britische Regierung die Möglichkeit eine Verlängerung anzufordern. Ab dem 01.01.2021 wird Großbritannien somit kein Mitglied des Binnenmarktes sein. Der Brexit findet einen Abschluss, mit, oder ohne Handelsabkommen. Die deutsche Bundeskanzlerin warnt vor der Gefahr eines No-Deal-Brexits.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 10.538.577

Weltweit bestätigte Todesfälle: 512.689

Weltweit bestätigte Genesungen: 5.395.571

EUR

Marginale Bewegungen

Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland verzeichnen im Mai mit 13,9 Prozent den größten monatlichen Anstieg seit Beginn der Datenaufzeichnungen im Jahr 1994. Die starke Erholung folgt einem der schwächsten Monate, welcher den Höhepunkt der Corona-Pandemie abgebildet hat. Im April fielen die Umsätze um 6,5 Prozent. Indes weisen auch die gestrigen Einkaufsmanagerindizes auf deutliche Erholungen des verarbeitenden Gewerbes. Zwar bleibt die Industrie laut den Stimmungsindikatoren in den meisten europäischen Staaten weiterhin in einer monatlichen Kontraktion. Die Lockerungen der Sperrmaßnahmen und die großflächige Inbetriebnahme von Fabriken könnte bald wieder den Weg in die Expansion der Industrie bedeuten.

Preisveränderungen der Gemeinschaftswährung halten sich in Grenzen und führen zu keinen Neupositionierungen. EUR/USD notiert somit weiterhin im Bereich zwischen 1,1170 und 1,1330. Der seit Mai anhaltende Aufwärtskanal ist nicht mehr intakt. Der Bruch der Trendlinie hat jedoch zu keinen unmittelbaren Abverkäufen geführt. Positive und negative Risiken halten sich derzeit die Waage. 

  • EZ: Arbeitsmarktdaten (11:00)

USD

Arbeitsmarktbericht im Fokus

Das US-amerikanische verarbeitende Gewerbe befindet sich seit Juni wieder in der Expansion. Der gestern von dem Institute for Supply Chain Management veröffentlichte Einkaufsmanagerindex steigt von 43,1 auf einen Wert von 52,6. Allzu große Reaktionen gab es auf die Wirtschaftsdaten nicht, zumal die US-amerikanische Notenbank erneut im Rampenlicht stand. Laut den Protokollen der vergangenen Sitzung herrschte eine lebhafte Diskussion über die Gestaltung potenzieller neuer Stimulusmaßnahmen. Auch die Umsetzung und Auswirkungen einer möglichen Fixierung der Staatsschuldenrenditen wurde diskutiert.

In den USA endet die Handelswoche mit dem heutigen Tag aufgrund eines Feiertags am Freitag. Der Wochenausklang wird aufgrund der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts interessant, zumal die von Ökonomen erwarteten Prognosen deutlich von einander abweichen und eine hohe Diskrepanz aufweisen. Die Konsensus-Erwartung geht von einem Aufbau der Arbeitsstellen (non-farm payrolls = NFPR) im Juni aus.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)
  • US: Werkaufträge (16:00)

HUF

Erneute Zinssenkung zu erwarten?

Die tschechische Krone bewegt sich auch gestern ungeachtet der globalen Geschehnisse in der derzeitigen Bewegungsspanen zwischen 26,47 und 26,78. In der Zwischenzeit konnte der polnische Zloty den positiven Ausbruch aus der Dreiecksformation nicht bestätigen. EUR/PLN bleib somit weiterhin mit einer Aufwärtstendenz behaftet, insbesondere sollte die Barrie bei 4,48 fallen. Der ungarische Forint wertet den dritten Tag infolge ab, nachdem die Währungen in den vergangenen Tagen deutliche Verluste einstecken musste. Grund für den HUF-Abverkauf der letzten Woche war die Signalisierung der Notenbank, womöglich weitere Zinslockerungen vorzunehmen.

Risikoereignisse des Tages

  • CEE: Keine Datenveröffentlichung


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