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Sep 19, 2022 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wie ein einziger Inflationsbericht die Märkte auf den Kopf stellt.

WEEKLY

Zusammenfassung I 4 things to know

  1. Wie ein einziger Inflationsbericht die Märkte auf den Kopf stellt. Es bedurfte mehrerer Inflationsüberraschungen und einer Fülle restriktiver Reden der Währungshüter in den letzten Monaten, bis die Fed und EZB die Märkte endlich davon überzeugten, dass sie es mit ihrem Kampf gegen die Inflation ernst meinen. Noch im Juni und Juli war die Hauptannahme an der Wall Street, dass die großen Zentralbanken die Straffung der Geldpolitik gegen die Abkühlung der Weltwirtschaft abwägen würden und daher gezwungen wären, den Straffungszyklus. Dieses Narrativ wurde vollkommen auf den Kopf gestellt. Investoren sehen seit dem jüngsten US-Inflationsbericht den Leitzins der Federal Reserve am Höhepunkt des Straffungszyklus im Juni 2023 bei 4,5%. möglicherweise zu verkürzen.
  2. Steigende Zinsen drücken die Börsen erneut in den Bärenmarkt. Investoren lassen vor einer mit Zinsentscheidungen gefüllten Woche die Vorsicht walten. Die anstehende geldpolitische Straffung der US-Notenbank und anderer Institutionen ließ die Börsen in der vergangenen Woche deutlich fallen. Die angespannte Gemütslage dominiert laut dem Handel in Asien und Europe nun auch den Wochenauftakt. Der deutsche Dax steht mit einem Minus von 21% seit November 2022 ebenfalls mit beiden Beiden im Bären-territorium.
  3. Positive Nachrichten von den Notenbanken überschattet. Zwar gab es jüngst auch positive Entwicklungen an den Märkten. Die europäischen Gaspreise haben sich in nur drei Wochen halbiert und dementsprechend kostet Strom in Deutschland und Österreich deutlich weniger als noch zu Monatsbeginn. Doch die Notenbanken fokussieren sich derzeit primär auf vergangenheitsorientierte Inflationsindikatoren. Somit wird es eine Weile dauern, bis sich die Erfolge bei der Inflationsbekämpfung auch in den Indikatoren der Währungshüter widerspiegeln.
  4. Rekordhohe Handelsdefizite plagen Exportweltmeister Deutschland. Hohe Energiepreise üben weiterhin Druck auf Nettoimportregionen aus und haben kürzlich die Handelsbilanzdefizite von Ländern wie Deutschland und Japan auf Rekordtiefs ansteigen lassen. Die Eurozone verzeichnete im Juli 2022 ein Handelsdefizit von 34 Mrd. EUR, die neunte Lücke in Folge und die zweitgrößte seit Beginn der Aufzeichnungen, da die Importe aufgrund höherer Energiepreise weiter steigen.
  5. Hartnäckige Inflation lässt der Fed keinen Spielraum für Lockerungen. Auch wenn der letzte Inflationsbericht die allgemeine Ansicht bestärkte, dass die Inflation in den Vereinigten Staaten ihren Höhepunkt erreicht hat, reichte der Rückgang im Jahresvergleich von 8,5% auf 8,3% nicht aus, um die Tatsache auszugleichen, dass die monatliche Veränderung die Erwartungen deutlich übertraf. Die Inflation stieg im August um 0,6%, doppelt so schnell wie von den von Bloomberg befragten Ökonomen erwartet.
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