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Tendenz in Richtung Jahrestief

USD

EUR USD (1,1215)
Im Fokus der Märkte standen gestern das europäische Verbrauchervertrauen und der US-amerikanische Immobilienmarkt. Beide Veröffentlichungen bestätigten die zunehmend divergente Lage zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Gekoppelt mit den vom Markt leicht negativ aufgenommenen Aussagen des Direktors der Europäischen Zentralbank (EZB) Benoit Coeure sah sich der EURUSD einem negativen Nachrichtenfluss entgegen. Dieser zeichnete sich durch einen Rücksetzer des Paares unter 1,1200 aus und lässt das Szenario 1,1174 (Tief des Jahres) wiederholt möglich erscheinen. Benoit Coeure äußerte sich über die Effektivität der Geldpolitik und dass diese in Europa noch nicht an ihr Ende gekommen sei. Der Zentralbanker schließt sich den Skeptikern jedoch an und betont, dass eine Milderung des Strafzinses für Banken (Negativzinsen für Sichteinlagen) keine dauerhafte Lösung für die geringe Profitabilität des Bankensektors darstellt. Coeure sieht in der allgemeinen Konjunktur weiterhin Verbesserungen für das zweite Halbjahr vor, gibt jedoch zu, dass die deutsche Wirtschaft stärker von den Turbulenzen betroffen sei als zunächst gedacht. Dies wurde gestern durch das schlechter als erwartete europäische Verbrauchervertrauen bestätigt, welches von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde. Der alleinige Fokus des heutigen Tages liegt bei dem IFO-Geschäftsklimaindex, welcher sich bei Abweichungen von den Prognosen als richtungsweisend ergeben könnte.

Der Rücksetzer des EURUSD unter 1,1200 verhindert derzeit jegliche Hoffnungen eines kurzfristigen Aufwärtstrends.
Marktteilnehmer warten auf die IFO-Veröffentlichungen, welche bei einem schlechten Ergebnis Abwärtsimpulse mit Potenzial Richtung 1,1174 (Jahrestief) entfalten könnten. Die derzeit größte Hürde für eine Erholung des Euro bildet das psychologische Niveau 1,1300, welches knapp am gleitenden Durchschnitt (50-1d Moving Average) liegt und so weitere Aufwärtsbewegung erschwert.

GBP

EUR GBP (0,8672)
Unbeeindruckt von den gestrigen Ereignissen der Eurozone verzeichnet der EURGBP eine weitere Aufwertung und befindet sich derzeit in Nähe des einmonatigen Hochs. Die momentane Schwäche des Pfundes lässt sich durch die anhaltende Unsicherheit bezüglich weiterer Gesprächsversuche zwischen der Premierministerin und der Opposition erklären. Berichten zufolge (Financial Times) sollen die Gespräche zum Stillstand gekommen sein und nun könnte Theresa May wiederholt versuchen Ihren dreimal abgelehnten Austrittsplan vor das Parlament zu bringen.
Der momentane Aufwärtstrend des Paares scheint indifferent gegenüber der positiven Datenlage Großbritanniens von letzter Woche zu sein, in der die Einzelhandelsumsätze einen rasanten Anstieg verzeichnen konnten und so die starke heimische Nachfrage trotz Brexit-Sorgen bestätigen. Ängste eines Misstrauensvotums gegen Theresa May bleiben inmitten des Geschehens weiterhin aufrecht und könnten die anhaltende Unsicherheit verstärken.

Wie schon in den letzten Tagen zu verzeichnen, bleibt die leichte Tendenz des Pfundes zur Schwäche erhalten, solange 0,8615 (50-1D Moving Average) nicht durchbrochen wird. An der Oberseite verhindert derzeit ein Widerstand bei 0,8680 (Hoch 17. April) weiteres Aufwertungspotenzial.

CHF

EUR CHF (1,1440)
Das Paar beendet den gestrigen Tag wiederholt positiv und markiert mit 1,1477 den höchsten Wert des EURCHF seit Oktober 2018. Alleine im April konnte nach einem kurzfristigen Fall auf das Jahrestief 1,1165 (01. April) eine dreiprozentige Aufwertung des EURCHF verzeichnet werden. Dies ist jedoch vielmehr durch die Schwäche des Schweizer Franken zu verschulden als durch eine souveräne Leistung des Euro. Das momentane Aufwärtspotenzial kann unter anderem auch auf die Aussagen des SNB Präsidenten Thomas Jordan zurückgeführt werden, welcher weitere geldpolitische Lockerungen für möglich hält. Der zunehmende Optimismus über das US-China Handelsabkommen treibt die Nachfrage nach sicheren Hafen nach unten und verstärkt somit das Aufwertungspotenzial des EURCHF.

Der momentane Aufwärtstrend sieht sich nach oben geringem Widerstand entgegen, wobei ein Fall des Paares bei 1,1365 Unterstützung finden würde.

PLN

EUR PLN (4,2835)
Der EURPLN bleibt trotz hoher Preisschwankungen fast unverändert gegenüber dem gestrigen Tag und beendet diesen trotz leichter Aufwertung erneut unter 4,2860 (21-1D Moving Average).  Die zunehmend schlechtere Ansicht über die europäische Wirtschaft lässt den Zloty momentan in einer unsicheren Lage verharren. Die gestern veröffentlichten Einzelhandelsumsätze (Polen) verzeichneten trotz nicht erfüllten Erwartungen (3,9%) einen souveränen Anstieg von 3,1% (ggü. Vormonat).
Aufseiten der Zentralbank bestätigen die Aussagen von Jerzy Kropiwnicki (Mitglied des Rats für Geldpolitik bei der polnischen Zentralbank) ein Beibehalten des Zinsniveaus für das Jahr 2019. Die Inflation befindet sich laut Kropiwnicki in einer kritischen Lage, würde bei höheren Löhnen jedoch erst im Jahr 2020 angepasst werden.
Diese Passivität der Zentralbank ist historisch nicht ungewöhnlich, da seit März 2015 der Leitzins (1,5%) nicht verändert wurde.

Ein Überwinden von 4,2850 (21-1D Moving Average) bleibt für weitere Bewegungen nach oben essenziell. Sollte im weiteren Verlauf auch 4,3000 überwunden werden, wäre dies als ein positives Zeichen für die Gemeinschaftswährung zu werten.

CZK

EUR CZK (25,730)
Die Gemeinschaftswährung konnte gestern wiederholt gegenüber der Krone zulegen und ringt nun mit dem Widerstand im Bereich 25,750. Sollten wir weiterhin schlechte Daten aus der Eurozone sehen rückt die Marke von 25,800 in den Fokus der Marktteilnehmer. Bei einem Rücksetzer unterhalb von 25,670 würde sich Potenzial in den Bereich von 25,590 eröffnen.

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