Globale Themen

An Symptomen herumgedoktert

USD

EUR USD (1,1390)

Eigentlich hätte man angesichts der deutlichen Befestigung der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar auch von einer Erholung des Euro ausgehen können. Aber die in der Spitze mehr als 20-prozentige Erholung der türkischen Währung gegenüber dem Tief vom Montag schien viele Akteure nicht so recht überzeugen zu wollen. Ob es an den Maßnahmen gelegen hatte, die die türkische Bankenaufsicht ergriffen hat? Denn die bestanden – neben anderen Maßnahmen im Kreditsektor – vor allen Dingen darin, das Volumen der Währungsswaps der Banken nach der ersten Beschränkung am vergangenen Montag (50 Prozent) nun auf 25 Prozent ihres Eigenkapitals zu begrenzen. Damit hat die türkische Zentralbank zwar eine nominale Zinserhöhung ihrer Währung vermieden, aber letztlich durch diese Beschränkung effektiv die Kreditkosten für die Lira hochgeschraubt, um so Spekulationen gegen die türkische Währung unattraktiv zu machen. Schließlich gab es auch noch eine Vergeltungsmaßnahme der Türkei auf die von Donald Trump am Montag in Kraft getretenen Strafzölle: Die Türkei erhebt nun wiederum entsprechende Zölle auf bestimmte US-Importe.
Dass diese Maßnahmen den Verfall der türkischen Währung abbremsen, dem Euro aber nicht wirklich helfen konnten, mag am Misstrauen vieler Akteure gelegen haben, die nicht von der Nachhaltigkeit der jüngsten Entscheidungen überzeugt gewesen sein mögen. Von einem Herumdoktern an Symptomen war die Rede, derweil den tatsächlichen Ursachen der Krise nicht auf den Grund gegangen würde. Hinzu kamen auch noch Wirtschaftsdaten aus den USA, die dem Dollar letztlich noch einmal Auftrieb gegeben hatten. So waren die US-Einzelhandelsumsätze stärker als erwartet ausgefallen, und auch der NY Empire State Produktions-Index wusste zu überzeugen. Auch als James Bullard, Chef der Fed von St. Louis, keine Ansteckungsgefahren aus der Türkei- Krise für andere Emerging Markets sehen wollte, gab es keine nachhaltige Erholung des Euro. Tatsächlich hatte man zumindest während der kompletten europäischen Handelssitzung den Eindruck, der Euro stünde mit dem Rücken zur Wand.
Immerhin gab es im New Yorker Handel eine leichte Erholung, und der Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung hat sich zumindest gestern nicht weiter beschleunigt. Zum einen, weil China gestern Nacht ankündigte, Ende August eine Delegation zu Handelsgesprächen in die USA zu schicken. Auch sorgte die Meldung, Quatar beabsichtige der Türkei mit Direktinvestitionen in Höhe von 15 Milliarden USD auf die Füße zu helfen, für Entspannung. Dennoch bleibt der Euro in unsicheren Gefilden, wobei wir bei 1,1430 erste Abgaben erwarten. Eine (erste) Stabilisierung ist unterdessen erst nach Überschreiten von nunmehr 1,1500/05 möglich.

GBP

EUR GBP (0,8945)

Der britische Konsumentenpreisindex ist im Juli gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben und zeigte zum Vorjahr ein Plus von 2,5 Prozent (Kernrate 1,9 Prozent) – in allen Fällen wurden die mittleren Erwartungen der Analysten getroffen, so dass sich für die Händler keine ökonomischen Neueinschätzung ergab. Auch bei den anderen Preisindices fand sich lediglich bei den Einzelhandelspreisen eine leicht negative Note. Der Leidtragende ist am Ende wieder einmal der britische Verbraucher, denn die zu Wochenbeginn publizierten Stundenlöhne (2,4 Prozent in Q2) konnten nicht ganz mit der Konsumentenpreis-Inflation mithalten. Nun ist Pfund Sterling gegenüber dem US-Dollar den zwölften Tag hintereinander gefallen und sieht damit der längsten Verlustserie seit der Finanzkrise im Jahr 2008 entgegen. Gegenüber dem Euro fällt die Performance indes längst nicht so dramatisch aus. Denn die Gemeinschaftswährung ist während dieses Zeitraums per Saldo trotz aller Schwankungen nur geringfügig gestiegen. Damit verbleibt der Euro immer noch in seinem Aufwärtstrend zwischen 0,8895 und 0,9045/50.

EUR

EUR CHF (1,1295)

Genau genommen kann die Schweizerische Nationalbank nicht mit der Entwicklung des Franken zufrieden sein. Nicht umsonst meldete sich SNB-Vizepräsident Fritz Zurbruegg zu Wort und warnte, dass die jüngste Franken-Stärke zeige, wie fragil der Devisenmarkt sei. Natürlich stellt dieses Statement weder eine Überraschung noch eine Neuigkeit dar und ist ein Indiz dafür, dass sich am Status quo der Geldpolitik nichts ändern dürfte. Unterdessen blieb der Franken auch gestern stark als Fluchtwährung gefragt und erreichte mit rund 1,1245 gegenüber dem Euro den höchsten Kurs fast 13 Monaten. Letzterer bleibt im Abwärtstrend mit Risiko bis 1,1215 (keine gute Unterstützung) – eine erste Stabilisierung wäre andererseits erst oberhalb von 1,1360 angezeigt.

PLN

EUR PLN (4,3120)

Wie erwartet hat sich der Euro gestern weiter befestigt und konnte seinen Potenzialpunkt an der Oberseite bei 4,3395 sogar minimal überschreiten. Allerdings lässt er immer noch keinen klaren Trend erkennen, sondern vielmehr die Tendenz, eine Konsolidierungszone zu etablieren. Dabei ist an der Oberseite idealerweise noch Platz bis 4,3510, während die erste gute Unterstützung bei 4,2675 angezeigt ist.

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