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Nov 15, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Inflationsdynamik treibt die Renditen erneut nach oben.

WEEKLY

Zusammenfassung I 5 things to know

  1. US-Inflationsdynamik treibt die Renditen erneut nach oben. Ein einziger wirtschaftlicher Datenpunkt hat gereicht, um der globalen Inflations- und Zinsdebatte neues Leben einzuhauchen. Die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten sind im Oktober um 6,2 Prozent gestiegen und befinden sich somit auf dem höchsten Niveau seit den 1990er Jahren. Dies trieb die Staatsanleiherenditen auf beiden Seiten des Atlantiks nach oben und führte zu einem erneuten Anstieg der Inflationserwartungen und Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten.
  2. Die Inflation wird die Marktdynamik noch eine Weile dominieren. An den Währungsmärkten dominiert die Zinsdivergenz die relativen Bewegungen. Obwohl die deutschen Renditen den globalen Zinsen nach oben gefolgt sind, bleibt der Anstieg eingedämmt. Diese steigende Divergenz zwischen den EUR-Renditen und dem Rest der Welt hat den Euro in diesem Jahr gegenüber den meisten G10-Währungen fallen lassen. Auch Gold und der japanische Yen hinkten anderen sicheren (USD, CHF) und alternativen (BTC) Anlagen hinterher.
  3. Unternehmen und Konsumenten spüren den Inflationsanstieg. Der am Freitag von der Michigan Universität veröffentlichte Konsumklimaindex fiel im Oktober auf das tiefste Niveau seit 2011. Knapp 25% der befragten Konsumenten nannten dabei die Inflation als die primäre Ursache für die Verschlechterung des Lebensstandards. Und dies obwohl im September mehr als 4,4 Millionen Amerikaner ihre Jobs verlassen haben. Für jeden arbeitslosen Menschen in den USA gibt es derzeit laut den offenen Jobangeboten 1,4 Arbeitsstellen.
  4. Höhere Volatilität, niedrigere Liquidität. US-Anleihemärkte im Fokus. Die Konsequenz der US-Inflationsdaten am Mittwoch war ein Abverkauf prozyklischer Aktienwerte und ein Anstieg der Volatilität an den Anleihemärkten. Letzteres ist ein im Oktober begonnener Trend, welcher die unvorhersehbare Natur der derzeitigen Geldpolitik widerspiegelt. Die Märkte sind sich unsicher über das Ausmaß der Inflationsbekämpfung der Notenbanken und preisen somit auf Wochenbasis neue Szenarien ein.
  5. Dollar auf Höhenflügen trotz rekordtiefer Realzinsen. Die europäische Gemeinschaftswährung ist gegenüber dem US-Dollar auf ein 15-Monats-Tief gefallen. Ein Großteil der Schwäche kann durch die anhaltend lockere Geldpolitik der EZB und die erhöhten Zinsstraffungswahrscheinlichkeiten in den USA erklärt werden. Die erwartete Divergenz der beiden Notenbanken im nächsten Jahr hat das Währungspaar EUR/USD belastet. An dieser Dynamik sollte sich in nächsten Zeit nichts ändern
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