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Nov 08, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Divergenz zwischen den Notenbanken nimmt Fahrt auf.

WEEKLY

Zusammenfassung I 5 things to know

  1. Die Divergenz zwischen den Notenbanken nimmt Fahrt auf. In den vergangenen Wochen haben wir über die rasant steigenden Zinsen am kurzen Ende und Zinserhöhungs-wahrscheinlichkeiten gesprochen. Mit dem weltweit wachsenden Inflationsdruck haben die Märkte somit angefangen ein rasches Eingreifen der Notenbanken einzupreisen. Diese Erwartungen wurden in der letzten Woche nicht erfüllt. Christine Lagarde äußerte sich über die weiterhin sehr unwahrscheinliche Möglichkeit einer Zinserhöhung im nächsten Jahr, die Bank of England ließ den Leitzins trotz der von den Märkten fast zu 100 Prozent eingepreisten Zinserhöhung auf dem Allzeittief von 0,1% und die australische Notenbank untermauerte erneut die Bereitschaft, den Leitzins bis 2024 am Nullzinsniveau zu verankern
  2. Abfall der kurzen Zinsen schwächt prozyklische G-10 Währungen ab. Der Dreifachschock der Notenbanken in der Eurozone, Großbritannien und Australien führte zu einem weltweiten Abfall der kurzfristigen Staatsanleiherenditen und einer Abkühlung der Zinserhöhungs-erwartungen. Der Vertrauensverlust der Märkte in die "Forward Guidance" der Bank of England scheint seine Spuren hinterlassen zu haben. Vor diesem Hintergrund ist die Abwertung der Währungen GBP und AUD wenig erstaunlich. Der Neuseeland-Dollar und die norwegische Krone litten ebenfalls an dem Abfall der Renditen, welcher zumindest in der letzten Woche den Schwellenländerwährungen zugutekam.
  3. Die geldpolitische Wende findet statt, wenn auch in Schrittgeschwindigkeit. Jerome Powell kündigte wie erwartet eine Reduktion des monatlich 120 Milliarden US-Dollar schweren Anleihekauf-programms an. Die Fed wird im November somit weniger Anleihen erwerben als im Monat zuvor. Gespräche über eine mögliche Anhebung der Leitzinsen hielten sich in Grenzen, auch weil die Rückkehr zur Vollbeschäftigung laut Jerome Powell weiterhin nicht vollbracht wurde. Das Stellenwachstum im Oktober, welches letzten Freitag veröffentlicht wurde, fiel mit 530 Tausend relativ stark aus. Insbesondere vor dem Hintergrund der Revision der September-Zahlen um knapp 115 Tausend.
  4. Die Divergenz zwischen Aktien- und Anleihemärkten weitet sich aus. Die Volatilität an den Anleihemärkten ist laut dem MOVE-Index in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Die Anspannung leitet sich jedoch in keine Abverkäufe an den Börsen ab, welche trotz kurzfristig steigender Zinsen von der Abflachung der längerfristigen Renditen (10Y, 30Y) und den starken Quartals-zahlen profitieren konnten. Die taubenhafte Überraschung einiger Notenbanken in der letzten Woche ließ die Renditen wieder fallen und gab den Börsen zusätzlichen Rückenwind.
  5. CNB. Die Falken unter den Falken. Zentraleuropa strafft die Zinsen. Die ungarische Notenbank enttäuschte die Märkte bei der letzten Sitzung mit einer schwächer als erwartete Zinsstraffung, während der Präsident der polnischen Notenbank nach der Zinserhöhung am Mittwoch im Wert von 75 Basispunkte keine weiteren Zinsschritte ankündigen wollte. In Tschechischen übertraf die Notenbank alle Erwartungen und hob den Leitzins um 125 Basispunkte auf 2,75 Prozent an.
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