Wöchentliche Marktberichte

Okt 11, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Wirtschaft der Gegensätze macht Notenbanken zu schaffen.

WEEKLY

Zusammenfassung I 5 things to know

  1. Die Wirtschaft der Gegensätze macht Notenbanken zu schaffen. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren liegt die abschwächende Dynamik der Wirtschaft somit nicht an einer fehlenden Nachfrage, sondern an Störungen auf der Angebotsseite. Dieses "mis-match" war auch in der letzten Woche das leitende Thema an den Märkten und erklärt nicht nur den schwachen Arbeitsmarktbericht, sondern auch die steigenden Energiekosten in Europa und die Abkühlung der deutschen Werkaufträge und Industrieproduktion im August. 
  2. Pandemie verhindert die Rückkehr zum Vorkrisenniveau. Die erneute Enttäuschung des Stellenwachstums im September wird wohl nicht ausreichen, um dem Plan der Federal Reserve, das Anleihekaufprogramm im November zu reduzieren, in die Quere zu kommen. Die Delta-Variante und verzögerte Schulöffnungen wurden für den schwachen Arbeitsmarktbericht verantwortlich gemacht. In Verbindung mit dem Anstieg des Lohnwachstums und der durchschnittlich gearbeiteten Wochenstunden wird sich die Fed wohl in ihren Annahmen einer soliden Arbeitsmarkterholung bestätigt fühlen.
  3. Erleichterung an den Börsen. Die Demokraten und Republikaner haben im Streit um die Schuldenobergrenze eine Lösung gefunden, welche den Märkten zumindest temporär die Sorgen über einen Kreditausfall der Vereinigten Staaten nimmt. Mit der Anhebung um 480 Milliarden US-Dollar könnte das Finanzministerium bis zum 03. Dezember auskommen. Indes kündigte Russlands Präsident Wladimir Putin höhere Gaslieferungen nach Europa an. Dies stabilisierte die Gaspreise, welche in der vergangenen Woche kurzzeitig um über 60% gestiegen waren. Diese beiden Entwicklungen verhalfen den Aktienmärkten in den USA und Europa in den grünen Bereich.
  4. Steigende Leitzinsen trotz abkühlender Wirtschaftserholung?  Was sollen die Notenbanken unternehmen, wenn der Inflationsanstieg teils durch nicht in ihrer Kontrolle liegende Faktoren verursacht wird?  Diese Frage stellen sich derzeit Währungshüter in diversen Teilen der Welt. Insbesondere in Großbritannien führt die jüngste Energiekrise zu Diskussionen über eine vielleicht voreilige Straffung der Geldpolitik. Diese Anspannung drückt das britische Pfund nach unten.
  5. Ausgeprägte Engpässe setzen der deutschen Industrie zu. Die Inputpreise für europäische Unternehmen steigen laut dem IHS Markit so rasant wie seit 21 Jahren nicht. Dies führte in Kombination mit den längeren Lieferzeiten zu einer Abschwächung der ausländischen Werkaufträge für deutsche Güter und einem Fall der Industrieproduktion im August. Obwohl sich die Aufträge weiterhin auf hohen Niveaus befinden, scheint die Industrie relativ stark von den Störungen in den Lieferketten betroffen zu sein. Dies könnte die Erzeuger- und Verbraucherpreise  weiter anziehen lassen.
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