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Wöchentliche Marktberichte

Jul 12, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zusammenfassung I 5 things to know

Weekly

  1. Abverkauf an den Märkten verliert vor dem Wochenende an Fahrt. In der vergangenen Woche dominierten nach langer Zeit wieder die sicheren Währungen das Geschehen, welche von Investoren erneut stärker nachgefragt wurden. Kurzfristige Risiken wie die Verbreitung der Delta-Variante, die steigende globale Inflation und die Abkühlung der Wirtschaftsdaten in den USA, Europa und Asien trieben die Staatsanleihenrenditen in den meisten entwickelten Ländern nach unten, was an den ersten Wochentagen stark auf der Gemütslage internationaler Investoren lastete. Die Erholung am Freitag reichte jedoch aus, um die europäischen Aktienmärkte in den positiven Bereich zu drücken. Die Anleihenhändler preisen die Risiken somit deutlicher stärker ein als die von der lockeren Geldpolitik profitierenden globalen Börsen. Risikoreiche Währungen wie der polnische Zloty und russische Rubel gingen geschwächt aus dem Wochenhandel. EUR/USD hielt sich über der nun wichtigen $1,18-Marke, doch gegen den japanischen Yen und schweizer Franken fiel der Euro auf die niedrigsten Niveaus seit April und Februar diesen Jahres. Die Währungsmärkte bleiben auch weiterhin daten- und notenbank-gebunden und sensibel auf neue Schlagzeilen.
  2. Ist der Reflationstrade nach 12 Monaten bereits um? Der straffere Richtungswechsel der US-Notenbank und die langsame Abkühlung der Wirtschaftsdaten scheinen den Reflationstrade - Die Kapital-verlagerung von sicheren in risiko- und renditereiche Anlagen und Inflationswerte - zu gefährden. Niedrigere Renditen dienen Unternehmen und somit auch den Börsen prinzipiell zwar als eine Stütze. Doch der jüngste Abfall der Anleihenrenditen weist auf eine gewisse Skepsis der Händler gegenüber dem derzeitigen Momentum der Wirtschaftserholung und dies belastete die globalen Börsen in der vergangenen Woche. Die meisten Prognosen sehen eine Fortsetzung der von Oktober bis März angehaltenen Aufwärtsbewegung der 10-jährigen US-Renditen. Eine unerwartet starke Abkühlung der wirtschaftlichen Datenlage könnte dieser Annahme in die Quere kommen und die Börsen belasten.
  3. Die EZB folgt der Fed zum symmetrischen Inflationsziel. Die Europäische Notenbank wird sich zukünftig mehr Flexibilität bei ihrer Bekämpfung der Inflation erlauben. Das Inflationsziel, welches seit 1998 besteht und seit 2003 als "nahe aber unter 2%" definiert ist, wurde im Rahmen der strategischen Beurteilung der EZB verändert. Damit folgen die Währungshüter der US-Notenbank, welche bereits vor einigen Monaten zum symmetrischen Inflationsziel gewechselt hatte. Dieses erlaubt der Inflation das Toleranzniveau von 2% auf kurze- bis mittlere Frist marginal zu überschießen. Laut Bundesbankpräsident Jens Weidmann wird die EZB im Gegensatz zu der Fed jedoch nicht versuchen, die verlorene Inflation der letzten Jahre nachzuholen. Die Implikationen für die Märkte sollten sich in Grenzen halten und eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik unterstützen.
  4. Chinas Inflation und Wirtschaftserholung verlieren an Fahrt. Chinas Industrie hat sich in den vergangenen 12 Monaten durch rasant steigende Preise ausgezeichnet. Diese Dynamik scheint langsam jedoch an Fahrt zu verlieren, nachdem die Erzeugerpreise im Juni zum ersten Mal seit Oktober 2020 zum Vormonat gefallen waren. Dier Verbraucherpreise blieben mit 1,1% ebenfalls unter den Erwartungen der Ökonomen. Aufgrund dieser Entwicklung und der Abkühlung wichtiger Leitindikatoren empfahl der chinesische Staatsrat der Notenbank den Mindestreservesatz für Banken zu senken um die Wirtschaft zu unterstützen. Die sonst sehr verhaltene PBoC, welche vor einer exzessiven Blasenbildung warnte, ist der Empfehlung bereits am Freitag nachgekommen und kündigte eine 50-Basispunkte-Reduktion aller Mindestreservesätze ab dem 18. Juli an. Nun steht eine Zinssenkung im Raum.
  5. Asiatische Zinsentscheidungen und Wirtschaftsdaten zusammen mit der US-Inflation im Fokus. Die vergangenen Tage gelten als exemplarische Beispiele dafür, dass eine Wirtschaftswoche auch ohne hochkarätige Daten-veröffentlichungen von höherer Volatilität begleitet werden kann. Die Notenbanken und somit auch die Märkte bleiben weiterhin datengebunden. Insbesondere vor dem Hintergrund der Börsen- und Renditenrücksetzer der vergangenen Woche. In den nächsten fünf Tagen erwarten uns vier Zinsentscheidungen, sechs Inflationspunkte und zwei Datenpunkte aus China, welche aufgrund der jüngsten Verlangsamung der chinesischen Wirtschaftserholung besonders beobachtet werden.
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