Wöchentliche Marktberichte

Jun 14, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zusammenfassung I 5 things to know

WEEKLY

  1. US-Inflation steigt um 5% auf ein 13-Jahres-Hoch. Die US-amerikanische Inflation ist im Mai auf Jahresbasis um fünf Prozent gestiegen und übertraf damit deutlich die auf 4,7 Prozent angesetzten Konsenserwartungen. Die monatliche Veränderung fiel mit 0,6 Prozent zwar geringer aus als im Vormonat (0,8 Prozent). Nichtsdestotrotz fand die Kerninflation mit einem 3,8-prozentigen Anstieg das höchste Niveau seit 1992.
  2. Die Märkte glauben an die lockere Geldpolitik der US-Notenbank. Die ausgebliebenen Bewegungen an den Finanzmärkten nach den US-Inflationszahlen bestätigten, dass Investoren im Gesamten auch weiterhin an der Annahme festhalten, dass der globale Inflationsanstieg temporär sein wird und die Notenbanken somit zu keiner frühzeitigen Liquiditätsreduktion zwingen wird. Diese Annahme bildete das Fundament der jüngsten Kapitalrotation in prozyklische Anlagen und renditereiche Währungen und könnte bei einer anhaltend hohen Inflation in den Sommermonaten auf den Prüfstand gestellt werden.
  3. Das Ratespiel über den Kurswechsel der US-Notenbank. Mit dem Erreichen des Höhepunkts des Wachstumsmomentums stellen sich Ökonomen und Investoren zunehmend die Frage, wie lange die wichtigen Notenbanken noch an der lockeren Geldpolitik festhalten werden. Laut Umfragen von Reuters erwarten sich Ökonomen bereits im August oder September ein Warnsignal der Fed, welches im ersten Quartal nächsten Jahres von der tatsächlichen Reduktion der Staatsanleihenkaufprogramme gefolgt werden könnte. In diesem Szenario könnte die US-Notenbank den Leitzins bereits Ende 2022 erhöhen. Dies würde sowohl von den Fed-Prognosen (2024), als auch von den Markterwartungen (2023) abweichen.
  4. Geringe FX-Volatilität rückt die Renditenentwicklung als Währungstreiber in den Vordergrund. Die lockere Geldpolitik der globalen Notenbanken hat die Volatilität in allen Anlageklassen fallen lassen. Insbesondere die Währungsvolatilität hat sich seit den mehrjährigen Höhen des vergangenen Jahres sichtlich normalisiert und notiert laut dem DB Volatilitäts-index auf dem niedrigsten Niveau seit Anbeginn der Pandemie im Februar 2020. Dies hat den Faktor "Risikosentiment" für die Währungsbeurteilung in den Hintergrund gedrängt und die Zinsentwicklung ins Zentrum der Analyse gerückt. Die Debatte über einen Abzug der Notenbankliquidität, geopolitische Anspannungen und neue COVID-19 Varianten bleiben somit noch nicht in den Märkten eingepreiste Risiken.
  5. Der weltweite Inflationsanstieg unterteilt die Notenbanken in drei Kategorien. Der globale Inflationsanstieg prägt in den meisten Industrie- und Entwicklungsländern die Währungs- und Zinsprognosen der jeweiligen Notenbanken. Die geldpolitische Reaktion auf diese  höheren heimischen Preise hat jüngst die Währungsentwicklung dominiert und die Notenbanken in drei Kategorien nach ihrer Bereitschaft, der Inflation entgegenzuwirken, gespalten. Die Währungen, mit den besten Entwicklungen in den vergangenen vier Wochen, finden sich in den beiden letzten Kategorien (B und C).
      • A. Notenbanken, die den Inflationsanstieg als ein temporäres Phänomen sehen und noch keinen Kurswechsel angekündigt haben (USA – möglicher Wechsel in die B-Kategorie, Eurozone, Schweiz, Japan)
      • B. Notenbanken, die sich verbal gegen die höhere Inflation ausgesprochen und bereits ein oder die andere Maßnahme gegen den Inflationsdruck eingeführt haben (Kanada, Großbritannien, Südkorea, Ungarn, Polen, Tschechien)
      • C. Notenbanken, welche den Leitzins bereits im Rahmen der Inflationsbekämpfung angehoben haben (Russland, Brasilien, Türkei)
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