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Jun 10, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Ruhe vor dem Sturm?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die globale Inflationsdebatte setzte sich auch in dieser Woche fort und prägte die Stimmung am Börsenparkett. Einen Tag vor dem geldpolitischen Treffen der europäischen Notenbank und der Veröffentlichung der US-Inflationszahlen übertrafen die chinesischen Erzeugerpreise klar die Erwartungen. Die Preise der Produzenten festigten sich auf Jahresbasis um mehr als neun Prozent und somit so schnell wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr.

Die Verbraucherpreise blieben trotz steigender Rohstoffpreise relativ konstant, was auf die Margen der Unternehmen in der zweigrößten Volkswirtschaft der Welt gedrückt hat. Die Differenz zwischen den Erzeugerpreisen und den Verbraucherpreisen stieg im April auf ein 18-Jahres-Hoch. Indes festigte sich der Ölpreis für die Sorte Brent aus der Nordsee im Tagesverlauf auf ein 2-Jahres-Hoch und überquerte sogar die 70-Dollar-Marke. An den Währungsmärkten gab es kein klares Muster und so vielen die gestrigen Bewegungen uneinheitlich aus.

Investoren und Ökonomen erwarten sich bei der heutigen Zinsentscheidung der Europäischen Notenbank keinen geldpolitischen Richtungswechsel. Der Leitzins und das Anleihenkaufprogramm sollten somit wie bisher eine Stütze für die Binnenwirtschaft darstellen. Die Anspannungen in den inter-nationalen Lieferketten und der stärkere Euro bleiben Herausforderungen für Unternehmen, welche die Inflationssorgen der EZB überschatten. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die EZB somit erst im September eine Verlangsamung der Anleihenkäufe ankündigen wird.

In Verbindung mit der Tatsache, dass laut Umfragen der Kommission immer mehr Unternehmen Preiserhöhungen implementieren, könnte dies die Inflation weiter anziehen lassen. Für die heutige Veröffentlichung der US-Inflation gehen von Bloomberg befragte Ökonomen von einem Anstieg auf 4,7 Prozent für den Monat Mai aus. Dies würde die höchste Inflation seit 2008 und wäre 0,5 Prozent höher als die Inflation im Vormonat.

Währungsüberblick

EUR – Der Euro kommt in dieser Woche kaum vom Fleck und verharrt vor der Zinsentscheidung der EZB in der engen Bewegungsspanne zwischen 1,21 und 1,22 gegenüber dem Dollar. An der handelspolitischen Front versucht die EU in der Zwischenzeit die transatlantischen Zölle mit den Vereinigten Staaten noch in diesem Jahr wieder deutlich zu verringern. Laut einem Reuters vorliegenden Entwurf des europäisch-amerikanischen Treffens am Montag soll Brüssel die Zölle auf Stahlproduktion vor Dezember vorschlagen. -

USD – Der fortlaufende Inflationsanstieg in den Staaten könnte den Dollar unter Druck setzen, sollte die Fed in den nächsten Monaten keine klare Bereitschaft signalisieren, die Liquidität nachhaltig zu verringern. Wie der Dollar auf den Inflationsanstieg reagieren wird, wird somit hauptsächlich von der Reaktion der US-Notenbank auf diese höhere Inflation abhängen. Diese Tatsache macht den heutigen Datenpunkt eine Wochen vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve umso wichtiger.

PLN – Die polnische Notenbank hält den Leitzins trotz steigendem Preisdruck konstant und drückt den Zloty nach unten. EUR/PLN könnte somit die erste wöchentliche Aufwertung seit Ende April verzeichnen, sollte sich bis Freitag nichts an der derzeitigen Dynamik im Währungspaar ändern. Neben der heutigen EZB-Sitzung wird die Pressekonferenz des polnischen Notenbankpräsidenten am Freitag weiteren Aufschluss über die Logik der Zinsentscheidung bieten.

HUF – In Ungarn sieht es geldpolitisch anders als in Polen aus. Die Notenbank hat vor wenigen Wochen ihre Haltung gegenüber der Inflation völlig verändert und den Forint zu einer der weltweit besten Währungen in dieser Periode gemacht. Die Inflation stagnierte im Mai bei 5,1 Prozent und hielt sich somit am höchsten Niveau seit 2012. Gestern bestätigte Notenbanker Barnabas Virag die Bereitschaft der NBH, den Inflationsanstieg mit Zinserhöhungen im Juni bekämpfen zu wollen. Dies könnte heißen, dass die Notenbank bereits in zwei Wochen den Leitzins um 15 Basispunkte erhöhen könnte.

Globale Risikoereignisse des Tages

 

  • CZ: Inflation (09:00)
  • SW: Inflation (09:30)
  • EZ: EZB Zinsentscheidung (14:30)
  • US: Inflation (14:30)


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