Wöchentliche Marktberichte

Jun 09, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Anleger halten die Füße still

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Internationale Anleger hielten kurz vor der europäischen Zinsentscheidung und den US-amerikanischen Inflationszahlen die Füße still. Kursrückgange in Deutschland, welche durch eine Reihe enttäuschender Daten eingeleitet wurden, konnten durch Zugewinne der Wall Street kompensiert werden. Im gesamten betrachtet befinden sich Marktteilnehmer auf Richtungssuche aufgrund fehlender Katalysatoren am vergangenen Tag. Der deutsche Dax ging mit einem Minus von 0,23 Prozent aus dem Handel, während der dritte tägliche Fall der US-Anleihenrenditen infolge Raum für einen positiven Handelsabschluss der US-Börsen schuf. Dass sich die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Staatsanleihen und dem US-Dollar marginal festigte, lag dabei an erneut aufgekommenen Anspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China. Berichten zufolge soll die Biden-Regierung neue Wege zur Stärkung der eigenen Lieferketten einleiten wollen, was sogar in Zölle bei dem Import von seltenen Erden münden könnte.

Die Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum scheinen indes im Wochentakt nach oben geschraubt zu werden. Nach der Revision der Prognosen der OECD scheint nun auch die Weltbank eine stärkere Konjunkturaufhellung vorherzusagen. Die Weltwirtschaft könnte laut der Institution das größte Wachstum der letzten 80 Jahre verzeichnen und 5,6 Prozent in diesem Jahr ansteigen. Trotzdem bleibt die Divergenz zwischen den Industrie- und Schwellenländern groß. Laut Berechnungen von Bloomberg Economics könnte es noch acht Monate dauern, bis 75 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind. In Großbritannien, Ungarn, China und der Schweiz und Deutschland sollte es laut dem derzeitigen Tempo nur 2-3 Monate dauern, während Schwellenländer wie Ägypten, Vietnam und Nigeria mehrere Jahre brauchen würden. Nur knapp über sechs Prozent der asiatischen Bevölkerung hat bislang mindestens eine Impfung erhalten. Verglichen mit 32 und 37 Prozent in Europa und Nordamerika.

Währungsüberblick

EUR – Die Lieferkettenengpässe verschaffen sich in der industriellen Datenlage Deutschlands Ausdruck und bleiben kurzfristig relevant. Im April verzeichnete die deutsche Industrieproduktion ein Minus von einem Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Werkaufträge gingen um 0,2 Prozent zurück. EUR/USD hielt sich gestern trotz der marginalen Abwertung über dem Niveau 1,2150.

USD – Das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten ist im April zum ersten Mal seit einem Jahr wieder zurückgegangen und steht nun bei knapp über acht Prozent. Die US-Exporte stiegen auf 205 Milliarden US-Dollar an und verzeichneten somit das schnellste Wachstum seit Beginn der Pandemie.

PLN – Die heimischen Wirtschaftsdaten weisen nach wie vor auf ein gemischtes Bild, welches den Zloty aufgrund seiner hohen Korrelation mit der wirtschaftlichen Datenlage in der Eurozone nicht von weiteren Aufwertungen abgehalten hat. Die Normalisierung der Wirtschaftsdaten in der Eurozone könnte durch die Wiedereröffnungseffekte in Polen ausgeglichen werden. Trotzdem bleibt der Zloty eng mit den Bewegungen des US-Dollars verbunden und reagiert daher empfindlich auf globale Entwicklungen. Die Marktteilnehmer erwarten sich bei der heutigen Zinsentscheidung in Polen keine Veränderung der Geldpolitik, auch wenn eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen werden kann.

RUB – Der sechsprozentige Inflationsanstieg im Mai setzt das Preiswachstum auf ein fünfjähriges Hoch und könnte eine Zinsstraffung der russischen Notenbank am Freitag mit sich ziehen. Marktteilnehmer hatten vor den gestern veröffentlichten Inflationsdaten noch von einer Erhöhung im Wert von 25 Basispunkten gerechnet. Nun scheint das Argument für einen höheren Zinsschritt wieder sichtlich gefestigt zu sein. Der russische Rubel festigte sich zum ersten Mal seit März auf unter EUR/USD 88,00 und könnte bei einem nachhaltigen Unterlaufen des Niveaus Potenzial bis 86,50 entfachen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • HU: Inflation (09:00)
  • PL: Zinsentscheidung (13:00)
  • CA: BoC Zinsentscheidung (16:00)


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