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Jun 02, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Globaler Industrieboom setzte sich im Mai fort

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die europäische Inflation ist im Mai um genau zwei Prozent gewachsen. Dies stellt den größten 12-monatigen Anstieg seit 2018 dar, bleibt somit jedoch deutlich unter den Verbraucherpreisen Deutschlands, welche mit 2,5 Prozent im Mai ein 10-Jahres-Hoch fanden. Allzu großen Einfluss sollte der jüngste Anstieg auf die tatsächliche Geldpolitik der Europäischen Notenbank nicht haben, zumal Prognosen der Notenbank und anderer Institutionen wie der OECD auf eine mittelfristige Abkühlung des Preiswachstums schließen lassen. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, könnte sich in den nächsten Monaten zeigen.

In der Zwischenzeit bestätigte der Einkaufsmanager die fortlaufende Stärke der europäischen Industriebranche. Laut dem Stimmungsbarometer verzeichnete das verarbeitende Gewerbe im Mai das stärkste monatliche Wachstum seit Anbeginn der Umfragen in 1997. Der Einkaufsmanagerindex festigte sich auf 63,1 und übertraf somit die erste Schnellschätzung, welche bei einem Wert von 62,8 gelegen war. Die realwirtschaftlichen Daten wie Exporte und die Industrieproduktion könnten etwas schwächer als die Stimmungsbarometer sein, zumal Lieferkettenengpässe und höhere Inputpreise weiterhin die größten Probleme für international orientierte Unternehmen in Europa darstellen. Die europäischen Börsen nahmen die positiven Wirtschaftsdaten mit offenen Armen an und kletterten auf neue Allzeithöhen. Die von den höheren Rohstoffpreisen profitierenden Energieunternehmen führten den Stoxx 600 nach oben, nachdem der Ölpreis auf das höchste Niveau seit März anstieg.

Das gleiche Bild der starken Industrieexpansion zeigte sich auch in den Vereinigten Staaten. Der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe festigte sich auf 61,2 und verzeichnet somit weiterhin Zugewinne gegenüber dem Vormonat. Der Sub-Index, welcher die Neuaufträge abbildet, festigte sich auf ein 17-Jahres-Hoch. Die durchschnittlichen Wartezeiten auf Rohmaterial im verarbeitenden Gewerbe stiegen laut den Umfrageergebnissen sogar auf das höchste Niveau seit Anbeginn der Datenaufzeichnung in den 1970er Jahren.

Währungsüberblick

GBP – Die jüngsten Prognosen der OECD deuten auf ein starkes Jahr für die britische Wirtschaft, welche in 2021 um knapp über sieben Prozent wachsen könnte. Die schnell implementierte Impfkampagne und die Bereitschaft der Bank of England, die Zinsen bei einer fortlaufenden Wirtschaftserholung bereits im nächsten Jahr anzuheben, geben dem Pfund Rückenwind. Die britische Währung festigte sich gegenüber dem US-Dollar auf das höchste Niveau seit April 2018. Aufgrund der Gewinnmitnahme internationaler Investoren konnte sich das Pfund nur kurz an den Höhen halten. EUR/GBP ging mit einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel.

CNH – Entgegen der offiziellen Daten festigte sich der von der chinesischen Mediengruppe Caixin veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai auf ein 5-Monats-Hoch. Die erhöhte Konsumnachfrage und der Anstieg der Neuaufträge trieben den Index auf einen Wert von 52,0. Zukunftsorientierte Subindizes deuteten wie auch beim offiziellen Einkaufsmanagerindex des chinesischen Statistikamts jedoch auf höhere Inputpreise, welche den Index für das zukünftig erwartete Sentiment auf ein 4-Monats-Tief fallen ließen.

PLN – Die polnischen Währungshüter haben in den vergangenen Wochen weniger Staatsanliehen gekauft als im Vorhinein angenommen wurde. Dies trieb die Spekulationen eines möglichen Beginns der Liquiditätsreduktion an und festigte das bereits vorhandene Aufwärtsmomentum des Zloty. Dass die polnische Inflation laut gestern veröffentlichten Berichten im Mai um 4,8 Prozent gewachsen war, scheint die Erwartungen eines höheren Zinsniveaus ebenfalls zu stützen. Der Verbraucherpreisindex ist somit in den vergangenen 12 Monaten so schnell gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. EUR/PLN unterlief gestern die Stütze bei 4,47 und notiert nun auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2020. Nun überlegend die Währungshüter den Leitzins bereits im Juni anzuheben. Der Notenbankpräsident stellte sich bei der vergangenen Sitzung jedoch klar gegen diesen Richtungswechsel.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (19:10)
  • US: Fed Konjunkturbericht (20:00)


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