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Mai 31, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Inflationsanstieg stellt die Notenbanken auf den Prüfstand

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Aufschwung von dem die globalen Börsen auch weiterhin profitieren. Doch die Sorgen über die Inflation und zukünftige Zinsentwicklung kehren zurück. Die Bemühung der Fed Sprecher diese Ängste aus der Welt zu schaffen hatten bislang gemischte Resultate. Den europäischen Notenbankern gelang dies besser, zumal hier zulande die deflationären Effekte auf mittlere Sicht weiterhin überwiegen. Größere Korrekturen an den Börsen sind jedoch ausgeblieben. Zum einen weil die US-Renditen im historischen Vergleich für die derzeitige Inflation auch deutlich unterbewertet sind. Und zum anderen weil sich die Märkte weiterhin unsicher über die Natur des Inflationsanstiegs sind. Diese Unsicherheit manifestiert sich in einer fehlenden Überzeugung der Investoren und zu geringeren Schwankungen an den Märkten.

In der Zwischenzeit rückt in Asien die jüngste Stärke des Renminbi und der Versuch der chinesischen Behörden, den hohen Rohstoffpreisen entgegenzuwirken, in den Vordergrund. In Europa könnte die Reihe starker Konjunkturdaten auch in dieser Woche fortgesetzt werden. Die Lockerungen der Sperrmaßnahmen tragen bereits erste Früchte und treiben die Kauflaune am Kontinent auf breiter Front nach oben. Im Mai festigte sich der Konsumklimaindex für die Eurozone auf ein 3-Jahres-Hoch, angetrieben von der Wiedereröffnung der Gastronomie. Die Märkte bleiben indes im Spannungsfeld zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Inflation. An den Märkten ersetzt die Zinsentwicklung zunehmend das Sentiment als wichtiger Treiber der Währungen.

Die Bedeutung einzelner Datenpunkte hielt sich abgesehen von den Veröffentlichungen der beiden US-Inflationszahlen (CPI, PCE) in Grenzen. Dies könnte sich mit den Einkaufsmanagerindizes und dem US-Arbeitsmarktbericht ändern in dieser Woche ändern. Insbesondere sollten die Zahlen von den Erwartungen abweichen. Indes werden die Statistikbehörden in der Eurozone, Deutschland, Südkorea, Polen, Indonesien und Russland Verbraucherpreise veröffentlichen, was vor dem Hintergrund bereits steigender Renditen und Zinserhöhungserwartungen in vielen Schwellenländern genau beobachtet werden wird.

Währungsüberblick

EUR –  Die europäische Gemeinschaftswährung scheint jüngst fast ausschließlich von dem negativen Momentum des US-Dollars geleitet zu werden, ohne eine eigene inhärente Dynamik aufzuweisen. Die schwache Leitwährung bleibt somit auch weiterhin der wichtigste Treiber hinter der Aufwärtsbewegung des Währungspaares EUR/USD.

USD – Die Beschleunigung der Impfungen außerhalb der Vereinigten Staaten seit April und die Bestätigung der lockeren Geldpolitik seitens der Federal Reserve haben dem US-Dollar kurzfristig jegliches Momentum genommen. Im Gegensatz zu einem Anstieg der Inflationserwartungen (USD-negativ) wirkte ein Anstieg der tatsächlichen US-Inflationsraten historisch jedoch größtenteils als Rückendwind für die Leitwährung, was durch die damit verbundenen Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten erklärt werden kann. Somit hängt die USD-Schwäche während und kurz nach dem Sommer davon ab, ob sich die Inflation bis dahin beschleunigt oder doch wieder nachlässt.

PLN – Der polnische Zloty weist eine hohe Korrelation mit der europäischen Datenlage auf. Obwohl die Basiseffekte des vergangenen Jahres teilweise an den Märkten eingepreist sind, scheint der Effekt dem Zloty nun Rückenwind zu bieten. Auch aufgrund der steigenden polnischen Renditen. Die Geldmärkte sehen den polnischen Leitzins in einem Jahr bei 0,8 Prozent. Dies entspricht Zinserhöhungen im Wert von 70 Basispunkten. Vor diesem Hintergrund bleiben Inflationsdaten (Dienstag) wichtige Anhaltspunkte für die Beurteilung möglicher frühzeitiger Zinserhöhungen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Inflation (11:00)


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