Wöchentliche Marktberichte

Mai 28, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nochmal volatil vor dem Wochenende?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Eine weitere Woche geht zu Ende, ohne dass die globalen Währungshüter es geschafft haben, den Märkten die Inflationsängste zu nehmen. Insbesondere in den Vereinigten Staaten scheint die Reihe positiver Konjunkturdaten auf einen Preisanstieg und einen damit verbundene schnelleren Rückzug der Anleihenkäufe seitens der US-Notenbank hinzudeuten. Diese Annahme zeigt sich derzeit jedoch nur an den Börsen, welche auch weiterhin nur schwierig vorankommen. An den Währungsmärkten sind die Händler schon weniger besorgt, da der US-Dollar erneut eine negative Woche hinter sich lassen wird.

Dies könnte sich mit den bevorstehenden Veröffentlichung ändern, insbesondere sollten diese deutlich von den Erwartungen abweichen. Den Anfang dieser Datenreihe macht die heutige Veröffentlichung des persönlichen Preisausgabenindexes, der im Gegensatz zum Verbraucherpreisindex viel genauer von der Federal Reserve beobachtet wird. Laut den Konsens-Prognosen könnte sich der Index im April auf 2,9 Prozent gefestigt haben. Dies würde den größten jährlichen Anstieg seit 1993 darstellen. In der nächsten Woche werden dann diverse Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Deutschland, die Vereinigten Staaten und die meisten Schwellenländer veröffentlicht, welche am nächsten Freitag durch den US-Arbeitsmarktbericht gefolgt werden.

Bezogen auf den gestrigen Handel sorgte der weitere Abfall der Anmeldungen für Arbeitslosenunterstützung an der Wall Street für gute Laune. Dass der Tagesabschluss jedoch trotzdem gemischt ausfiel lag dabei an den Neuaufträgen für in den USA produzierten langlebigen Gütern, welche im April zum ersten Mal seit dem ersten Schock zu Beginn der Pandemie erneut in den negativen Bereich fielen. In Deutschland ging der DAX geschwächt aus dem Handel, nachdem sich der Gfk Konsumklimaindex doch schwächer als erwartet entwickelt hatte. Das Stimmungsbarometer festigte sich zum Vormonat, bleibt jedoch weiterhin im negativen Bereich. Dies stellt den 14. Monat infolge dar, dass der Konsumklimaindex ein negatives Vorzeichen aufwies. Auch die Schlagzeilen, dass sich Bayer potenziell mit möglichen Glyphosat-Klagen auseinandersetzten müssen wird, scheinen am DAX gelastet zu haben. Insbesondere da die breiteren europäischen Börsen gestärkt aus dem Handel gingen.

Währungsüberblick

EUR –  Die Gemeinschaftswährung hat auch in dieser Woche die Aufwärtsbewegung fortgesetzt, auch wenn das Momentum innerhalb des Trends leicht an Fahrt verloren hat. Im Wochenverlauf hatten sich diverse Notenbanken über die Spekulationen einer strafferen Geldpolitik in den nächsten Monaten kritisch geäußert und somit voraussichtlich eine Reduktion der Anleihenkäufe im Juni völlig vom Tisch genommen. Nun wird es wohl am US-Dollar, und speziell an den nächsten US-Datenpunkten liegen, um die Dynamik des Währungspaares zu bestimmen.

GBP – Alleine das Stellen von Bedingungen für eine theoretische Zinserhöhung scheint derzeit auszureichen, um die Währung der jeweiligen Notenbank nach oben zu treiben. Gestern war dies in Großbritannien der Fall, nachdem ein Mitglied der englischen Notenbank eine mögliche Zinserhöhung für Ende 2022 in den Raum stellte. Die derzeitigen Prognosen gehen von einem Wirtschaftswachstum von 7,25 Prozent für Großbritannien aus und sind somit leicht stärker als anfangs angenommen wurde. GBP/USD bleibt somit in der Nähe des 3-Jahres-Hochs und das Pfund konnte sich auch gegenüber dem Euro auf unter 0,86 festigen.

CNY – Der chinesische Renminbi findet nach der vierten täglichen Aufwertung ein neues 3-Jahres-Hoch gegenüber dem US-Dollar. Die Peoples Bank of China scheint sich zumindest bislang nicht unwohl mit der jüngsten Stärke der eigenen Währung zu zeigen. Steigende Rohstoffpreise machen chinesischen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe zu schaffen. Der Effekt höherer Preise wird durch die Aufwertung des Yuan jedoch teilweise negiert. Der Nachteil des starken Wechselkurses scheint kurzfristig ebenfalls weniger relevant, da die Industrie auch weiterhin starke Exportzahlen schreibt. Sollte sich diese Dynamik jedoch ändern, könnte es interessant sein zu sehen, ob sich die Haltung der Notenbank angepasst wird.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • US: Verbraucherpreisindex (14:30)
  • US: Michigan Verbrauchervertrauen (16:00)


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