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Wöchentliche Marktberichte

Mai 27, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Divergenz der Notenbanken hat begonnen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Laut der jüngsten Marktumfrage von Reuters genießen die globalen Börsen zwar weiterhin Spielraum nach oben. Doch der Inflationsanstieg und die Sorgen rund um eine Reduktion der Liquidität seitens der Notenbanken könnte das Potenzial sichtlich dämpfen. Die befragten Strategen sehen den US-amerikanischen S&P500 zu Jahresende nur knapp 2,5 Prozent über seinem derzeitigen Niveau. Eine Risikokomponente stellen die unterschiedlichen Aussagen der US-Währungshüter dar, welche in vergangenen Interviews zwar die Bereitschaft zur lockeren Geldpolitik betonten. Doch einige Mitglieder des Marktausschusses scheinen zumindest theoretisch bereit zu sein, die Debatte um eine Abkühlung des Anleihenkaufprogramms zu beginnen. Die hoch bewerteten und sehr sensiblen Aktienmärkte beobachten diesen jüngsten Ideenfluss behutsam und scheinen immer schwieriger neue Höhen erreichen zu können. Die gestrigen Börsenbewegungen fielen vor diesem Hintergrund uneinheitlich aus. Der Goldpreis setzte seine jüngste Rally fort und überquerte zum ersten Mal seit Januar die Marke von 1.900 US-Dollar.

Anders sieht es in Europa aus. Die Spekulationen an den Märkten über eine frühzeitige Reduktion der Staatsanleihenkäufe seitens der Europäischen Notenbanken haben durch die jüngsten Kommentare der Währungshüter an Glaubhaftigkeit verloren. Neben dem französischen Notenbankpräsidenten zeigte sich gestern ein zweites Mitglied des EZB-Rates mahnend über die Erwartungen einer schwächeren Geldpolitik. Die Wirtschaftslage hat sich seit der letzten Sitzung zwar verbessert. Doch der stärkere Euro und die steigenden Renditen werden dem wahrscheinlich entgegentreten und Argumente gegen eine Reduktion des Pandemie-Anleihenkaufs schaffen. Die deutsche Staatsanleihenrendite (10-Jahre) fiel den vierten Tag infolge und entfernte sich weiter von dem 3-Jahres-Hoch. Der Euro notierte ebenfalls schwächer. In Asien signalisierte die neuseeländische Notenbank eine mögliche Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte. Die zehnjährige Staatsanleihenrendite wurde im Anschluss abverkauft und erreichte im Tagesverlauf ein Hoch bei 1,9 Prozent.

Währungsüberblick

EUR –  Die gestrigen Kommentare von EZB-Mitglied Panetta trieben die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf gegenüber dem Dollar nach unten. EUR/USD befindet sich seit dem 01 April in einem leichten Aufwärtstrend mit der Untergrenze bei 1,2150. Auf der Oberseite bleibt das Niveau 1,23 die größte mittelfristige Barriere für eine Fortsetzung der Rally.

CHF – Am alten Kontinent betonte der Präsident der schweizerischen Notenbank die Fortsetzung der jahrelang anhaltenden Negativzins- und Interventionspolitik. Der einjährigen EUR/CHF Rally ist im März diesen Jahres etwas die Luft ausgegangen, nachdem das Währungspaar zum ersten Mal seit Juli 2019 die 1,1150 Marke erreicht hatte. Das Vergnügen war jedoch von kurzer Dauer und setzte eine Korrektur bis 1,09 in die Wege. EUR/CHF notiert derzeit im Bereich zwischen diesen beiden Grenzwerten und scheint sich nun stabilisiert zu haben.

PLN – In Polen haben sich die langfristigen Renditen und kurzfristigen Zinserwartungen in den vergangenen zwei Monaten ebenfalls sichtlich gefestigt. Die heimischen Wirtschaftsdaten zeichnen nach wie vor ein gemischtes Bild, das den Zloty aufgrund seiner hohen Korrelation mit der wirtschaftlichen Datenlage in der Eurozone nicht von weiteren Aufwertungen abgehalten hat. Die Normalisierung der Wirtschaftsdaten in der Eurozone könnte durch die Wiedereröffnungseffekte in Polen ausgeglichen werden. Trotzdem bleibt der Zloty eng mit den Bewegungen des US-Dollars verbunden und reagiert daher empfindlich auf globale Entwicklungen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Gfk Verbrauchervertrauen (08:00)
  • DE: Bundesbankdpräsident Weidmann spricht (14:00)
  • UK: Langlebige Güter (14:30)


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