Wöchentliche Marktberichte

Mai 25, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Notenbanken unbeeindruckt vom Anstieg der Inflationserwartungen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der wöchentliche Handelsauftakt begann in den Vereinigten Staaten mit breit angelegten Gewinnen prozyklischer und konjunktursensibler Aktienwerte. Feiertagsbedingt blieben die meisten Börsen am europäischen Kontinent geschlossen. Die positive Gemütslage zum Wochenauftakt stellt jedoch keinen Rückgang der Inflationssorgen dar. Insbesondere Unternehmen im Energie und Materialsektor, welche die höheren Kosten auf die Konsumenten abwälzen können, sind an den Börsen gefragt. Vor der Veröffentlichung wichtiger US-Inflationsdaten am Freitag bleibt die Unruhe somit bestehen. Die hohen Aktienbewertungen machen die Märkte auf eine fortlaufende lockere Geldpolitik der Notenbanken abhängig. Jegliche Anzeichen möglicher Haltungswechsel der Währungshüter in einzelnen Interviews könnten internationale Investoren beunruhigen.

Der Eisenerzpreis stabilisierte sich am ersten Handelstag der Woche und nahm sich somit eine Verschnaufpause von dem bereits zehn Tage anhaltenden Abwärtstrend, welcher den Preis um knapp über zehn Prozent nach unten gedrückt hat. Grund für die jüngste Schwäche sind wie auch beim Abverkauf von Bitcoin erneut Entwicklungen in China. Inflationssorgen und hohe Materialpreise scheint die chinesische Entwicklungs- und Reformkommission nicht mehr tolerieren zu wollen. China ist der weltweit größte Rohstoffkonsument und somit ein zyklischer Treiber der Preisentwicklung. Den Anstieg der Rohstoffpreise nannten die chinesischen Offiziellen spekulativ.

An den Währungsmärkten scheinen die Inflationssorgen keineswegs anzukommen. Nach einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten und einer wiederholten Erklärung der US-Notenbank, die Zinsen lange auf dem Nullzinsniveau zu halten, scheint die Rotation in renditereichere Währungen erneut Fahrt aufgenommen zu haben. Parallel zu den steigenden Inflationserwartungen festigen sich auch die risikoreicheren Schwellenländerwährungen, angeführt von den Gewinnen in Zentraleuropa. Sollte sich die Inflation in den USA jedoch als permanenter erweisen, als derzeit angenommen wird, könnte der US-Dollar wieder zulegen. Historisch betrachtet wertet die Leitwährung bei höheren Inflationserwartungen ab. Bei einem tatsächlichen Inflationsanstieg profitiert der Greenback jedoch von den steigenden Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten. Vor diesem Hintergrund wird den Inflationsdaten am Freitag eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Währungsüberblick

GBP –  Die britischen Währungshüter versuchten zu Beginn der Woche die Inflationsspekulationen etwas zu entschärfen. Der erwartete Anstieg der Teuerungsrate sollte ein temporäres Phänomen darstellen, welches laut Andrew Bailey zum Toleranzniveau von knapp unter zwei Prozent konvergieren wird. In der Woche zuvor zeigten Daten auf eine Verdoppelung der Inflation im April auf 1,5 Prozent. Inflationserwartungen (10-Jahre) befinden sich auch weiterhin auf dem höchsten Niveau seit 2008.

PLN – Die polnische Industrieproduktion ist im April um jährlich 44,5 Prozent gestiegen. Die fantastischen Daten können neben der Lockerung der Sperrmaßnahmen auch auf das niedrige Vergleichsniveau von vor einem Jahr zurückgeführt werden. Im Monatsvergleich zeigte sich eine abkühlende Dynamik. Der Zloty ging wie üblich stärker aus dem Handel und setzte somit die starke Entwicklung der vergangenen Wochen fort. Der ungarische Forint profitiert indes auch weiterhin von dem Richtungswechsel der Notenbank, welche nun bereits im Juni eine Zinsstraffung vornehmen könnte. EUR/HUF unterlief in der vergangenen Woche die zweijährige Aufwärtstrendlinie und notiert nun am tiefsten Niveau seit August 2020.

CNY – Die Märkte testen die Toleranz der chinesischen Notenbank gegenüber einer stärkeren heimischen Währung. Derzeit bleibt unklar, wie die Währungshüter auf den anhaltend starken Yuan (USD/CNY) reagieren werden. Insbesondere da die Notenbank den Märkten in den vergangenen Tagen gemischte Signale über ihre Haltung gegeben hat. Am Sonntag hatte sich der Vize-Präsident für einen stabilen Wechselkurs ausgesprochen. Zwei Tage davor veröffentlichte ein Währungshüter eine Essay in einem staatlichen Magazin, in welchem eine Aufwertung der Währung als Ausgleich für die höheren Importpreise bevorzugt werden würde.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.