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Mai 20, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Steigende Inflation bleibt das leitende Thema

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Internationale Investoren zogen sich gestern in Massen aus den Aktienmärkten zurück. Insbesondere konjunktursensible Werte verließen die Portfolios europäischer Anleger, welche sich erneut über ein mögliches Überschießen der Inflation und einer Reduktion der Liquidität seitens der Notenbanken sorgen. Gold konnte von den gestrigen Gemütsschwankungen an den Märkten profitieren und sich auf das höchste Niveau seit dem 08. Januar festigen.

Auslöser für die roten Zahlen war die Veröffentlichung der europäischen Inflation. Die Teuerung in der Eurozone ist im April auf Jahresbasis um 1,6 Prozent gestiegen und somit so schnell wie seit 2019 nicht mehr. Die europäische Notenbank warnte in dem gestern veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht vor möglichen Risiken durch die erhöhte Verschuldung der Staaten und Unternehmen. Die Schuldenquote der Eurozone ist im Laufe der Pandemie von 86 auf 100 Prozent gestiegen. Dies macht die Mitgliedsstaaten, insbesondere die hochverschuldeten, sensibel auf einen zukünftigen Zinsanstieg.

Den Höhepunkt des gestrigen Tages definierte datenseitig jedoch die Veröffentlichung der Protokolle der letzten US-amerikanischen Zinsentscheidung, welche uns einen Einblick in die Diskussionen der Währungshüter gewährten. Obwohl die meisten Notenbanker die Erholung zum Vorkrisenniveau als langfristig beschrieben hatten, scheint sich langsam aber sicher die erste Debatte um eine zukünftige Abkühlung der Staatsanleihenkäufe breit zu machen. Trotz des kurzfristigen Inflationsanstiegs, welchen die Währungshüter auf die angebotsseitigen Probleme in den globalen Lieferketten schieben, bleiben die längerfristigen Inflationserwartungen in der Nähe des gewünschten Zielniveaus.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung überstand den gestrigen Handel trotz der Turbulenzen an den Märkten relativ positiv, musste sich am späten Nachmittag jedoch doch noch geschlagen geben. EUR/USD ging um 30 Basispunkte schwächer aus dem Handel und notierte heute Morgen bei knapp über 1,2150.

GBP –  Die britische Inflation hat sich im April aufgrund der Lockdown-Lockerungen mehr als verdoppelt. Zwei Wochen nach dem Anstieg der US-amerikanischen Teuerungsrate auf das höchste Niveau seit 2008 stiegen nun auch die britischen Preise um 1,5 Prozent. Strom- und Gaspreise verzeichneten einen neunprozentigen Anstieg. Die Immobilienpreise bleiben indes im Aufwärtstrend und konnten sich auf Jahresbasis um mehr als zehn Prozent festigen. EUR/GBP bleibt fürs Erste in der Bewegungsspanne zwischen 0,85 und 0,87 gefangen.

HUF – Die ungarische Notenbank wird bei dem geldpolitischen Treffen in der nächsten Woche voraussichtlich noch ein letztes Mal den Leitzins unberührt lassen, bevor eine Zinsstraffung bei der Sitzung im Juni erfolgt. Den Inflationsanstieg auf über fünf Prozent wird die Notenbank entgegen der Markterwartungen doch noch bekämpfen. Dieser Kurswechsel bot dem ungarischen Forint Rückendwind, welcher sich gegenüber dem Euro auf ein 8-Monats-Hoch festigte.

BTC – Bei den alternativen Aktienwerten setzten die zwei größten Kryptowährungen Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) die vor einer Woche begonnene Talfahrt weiter fort. Beide Anlagen verloren kurzzeitig knapp 30 und 40 Prozent ihres Wertes und stabilisierten sich im Laufe des Handelstags bei einem Verlust von 10 und 20 Prozent. Zuvor hatten chinesische Regulationsbehörden die bereits bestehenden Restriktionen gegen Anbieter von Kryptowährungen und krypto-spezifischen Dienstleistungen verschärft. Ein Bitcoin notierte gestern bei einem Wert von 32000 Euro.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • PL: Beschäftigungswachstum (10:00)
  • US: Anmeldungen für Arbeitslosenunterstützung (14:30)
  • US: CB Leitindikator (16:00)


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