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Wöchentliche Marktberichte

Mai 19, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zyklischer Aufschwung dominiert den Währungshandel

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die europäische Notenbankpräsidentin Christine Lagarde untermauerte am Dienstag in Frankfurt die anhaltende Bedeutung der lockeren Geldpolitik und warnte vor einer zu frühen Reduktion der Liquidität. In der Zwischenzeit gab sich das deutsche Verfassungsgericht in Karlsruhe mit der Begründung der Staatsanleihenpakete der EZB zufrieden und wird somit kein Hindernis mehr für die Geldspritzen darstellen. Obwohl noch von keinem Ausstieg aus dem Pandemieprogramm gesprochen wird, könnte die positive Entwicklung der europäischen Binnenwirtschaft eine erste Diskussionsrunde bei der Sitzung im Juni entfachen.

Auf der anderen Seite des Atlantiks blicken die Marktteilnehmer auf die heutige Veröffentlichung der Protokolle der letzten Fed-Zinsentscheidung um 20:00 Uhr. Bislang haben es die US-amerikanischen Währungshüter geschafft die Märkte davon überzeugt, dass die Notenbank eine mittelfristig höhere Inflation tolerieren wird. Die Betonung des Arbeitsmarkts seitens der Federal Reserve gibt Jerome Powell einen größeren Spielraum bei der Interpretation der Wirtschaftslage. Solange die Vollbeschäftigung nicht erreicht ist, könnte die Zinspolitik trotz steigenden Preisen am Nullniveau verankert bleiben.

Diese Erkenntnis machte dem US-Dollar in den vergangenen Wochen zu schaffen. Seit dem Aufwärtsschub im März ist die Leitwährung wieder am Sinken und erreichte gestern sogar ein 3-Monats-Tief. Rohstoffe, welche zum Großteil über den Dollar international gehandelt werden, konnten von dieser Schwäche profitieren. In Verbindung mit den Engpässen in den globalen Lieferketten kam es in den vergangenen Monaten somit zu steigenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreisen. Der Preis für Holz hat sich in den zwölf Monaten seit April 2020 verfünffacht und macht nun sogar dem Immobilienmarkt zu schaffen. Die Anzahl begonnener Hausbauten ist im April um 9,5 Prozent auf 1,569 Millionen Einheiten gesunken.

Währungsüberblick

EUR – Laut Eurostat ist die Eurozone mit einem 0,6-prozentigen Verlust im ersten Quartal erneut in die Rezession gefallen. Deutschland, Spanien, Italien und die Niederlanden verzeichneten negative Wachstumsraten, während Frankreich noch einen positiven Jahresauftakt hinter sich legen konnte. Der Datenpunkt bestätigte die bereits im Vorhinein gehegten Annahmen und wurde von keinen negativen Bewegungen an den Märkten begleitet. EUR/USD profitiert von der Schwäche des US-Dollars und treibt zum ersten Mal seit Februar über die 1,22-Marke.

JPY –  Die schwache Nachfrage nach sicheren Währungen wird die japanische Notenbank angesichts des negativen Wirtschaftswachstums der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt im ersten Quartal sicherlich begrüßen. Die jüngste Erweiterung der Sperrmaßnahmen könnte auch das zweite Quartal in Mitleidenschaft ziehen und Japan somit in eine offizielle Rezession fallen lassen. Sollte die europäische Gemeinschaftswährung das Momentum der letzten zwei Tage bis zum Wochenabschluss halten, würde EUR/JPY die siebte Woche infolge höher notieren. Dies wäre die längste Aufwertungsserie aller Zeiten. Das Währungspaar steht nun knapp unter der Barriere bei 133,20 und würde bei einem Ausbruch ein neues 3-Jahres-Hoch finden.

CHF – Der schweizer Franken hat sich gegenüber dem Euro einen neuen Korridor zwischen 1,09 und 1,10 gefunden. Ein Unterlaufen der Unterstützung könnte den seit Juni 2020 anhaltenden Aufwärtstrend des Währungspaares EUR/CHF bei 1,0850 in Gefahr bringen. An der Oberseite würde ein Ausbruch jenseits der 1,10 das Niveau 1,1150 wieder ins Spiel bringen.

CEE – Die zentraleuropäischen Währungen setzten die jüngste Rally auch am gestrigen Handelstag fort. Der ungarische Forint befindet sich auf einem guten Weg die vierte wöchentliche Aufwertung infolge zu verzeichnen. Dies wäre die beste Siegesserie gegenüber dem Euro seit Oktober 2019. Zuvor muss jedoch die Unterstützung bei EUR/HUF 350,00 durchbrochen werden. Dies gelang gestern dem polnischen Zloty. EUR/PLN fiel unter den seit Januar 2020 anhaltenden Aufwärtstrend und notiert nun knapp über 4,51.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • GB: Kerninflation (08:00)
  • EZ: Kerninflation (11:00)
  • US: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (20:00)


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