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Mai 18, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ungarns Notenbank sagt der Inflation den Kampf an

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die meisten Ökonomen und Notenbank scheinen sich über den temporären Charakter des jüngsten Inflationsanstieg einig zu sein. Und auch wenn ein Großteil der internationalen Investoren noch keine frühzeitige Reduktion der Notenbank-Liquidität in den Vereinigten Staaten erwartet, scheinen sich die Märkte dabei unsicherer als die Akademiker zu sein. Die Sorgen über die Implikationen einer höheren globalen Teuerungsrate trieben auch zum Wochenauftakt die Rohstoffpreise nach oben und Börsenbewertungen nach unten. Gold, Kupfer und Aluminium gingen gestärkt aus dem Handel. Technologiewerte und die breiteren Aktienleitindizes in den Vereinigten Staaten und Europa fingen die Woche mit leichten Verlusten an. Die chinesischen Börsen schlugen sich besser, obwohl einige Konjunkturdaten zuvor die Erwartungen nicht erfüllt hatten.

Die Industrieerträge festigten sich im April um 9,8 Prozent, wobei die Einzelhandelsumsätze ein Plus von 17,7 Prozent zum Vorjahr verzeichnen konnten. Die Notenbank in China hat in den vergangenen Monaten den Geldhahn etwas zugedreht, eine Tatsache welche Marktteilnehmer und Unternehmen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu spüren bekommen. In den Vereinigten Staaten kühlte der New York Empire State Index für das verarbeitende Gewerbe von dem im April gefundenen 3-Jahres-Hoch ab. Im gesamten hielt sich die Datenlage jedoch in Grenzen, was die schwachen Bewegungen an den Märkten erklären lässt. Auch heute gibt es an der makroökonomischen Front nur die Veröffentlichung der BIP-Zahlen der Eurozone und Ungarns zu vermelden.

Währungsüberblick

EUR – Die Staatsanleihen der europäischen Peripherie verzeichnen derzeit signifikante Abverkäufe, welche die Zinsen der Wertpapiere nach oben treiben lassen. Die zehnjährigen Renditen Italiens festigten sich auf ein 8-Monats-Hoch, während die Zinsen in Spanien und Portugal auf ein fast 1-Jahres-Hoch schellen. Eine steigende Inflation könnte die EZB zu einer Reduktion der Staatsanleihenkäufe im Jahresverlauf zwingen. EUR/USD hielt sich gestern über Wasser und beendete den Handelstag über dem Niveau 1,2150.

USD – Diverse Währungshüter haben sich in der vergangenen Woche zu Wort gemeldet, um koordiniert den jüngsten Inflationsanstieg klein zu reden. Dies nahm dem Dollar den Wind aus den Segeln, zumal die Leitwährung nun nicht mehr so stark von den höheren langfristigen Renditen profitieren kann.

HUF – Die ungarische Notenbank schockte die Märkte mit den gestrigen Kommentaren über eine mögliche Zinsstraffung auf breiter Front und führte den Forint zu der größten täglichen Aufwertung seit Oktober 2020. Nach dem jüngsten Inflationsanstieg auf über fünf Prozent positionieren sich die Währungshüter nun an die Spitze der geldpolitischen Falken innerhalb der Europäischen Union. Laut dem Notenbankpräsidenten könnte die Bekämpfung des Inflationswachstums bereits bei der nächsten Sitzung im Juni erfolgen. EUR/HUF durchbrach im Anschluss die mehrmonatige Unterstützung bei 353,90 und nähert sich nun dem Niveau 351,00.

CAD – Der kanadische Konsumklimaindex der Nanos Forschungsgruppe festigte sich im Mai auf das höchste Niveau seit 2009. Angeführt wurde der Optimismus unter den Verbrauchern durch die rasche Implementierung der Impfstoffkampagne und Lockerungen des Lockdowns. Der kanadische Dollar konnte zur gleichen Zeit von höheren Rohstoffpreisen und einer leichten Liquiditätsreduktion seitens der kanadischen Notenbank profitieren. EUR/CAD notiert nur noch knapp drei Prozent über dem Vorkrisenniveau (Feb 2020). 

Globale Risikoereignisse des Tages

  • HU: Bruttoinlandsprodukt (09:00)
  • EZ: Bruttoinlandsprodukt (11:00)


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