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Mai 17, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Inflationssorgen an den Märkten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Inflationsdebatte hat die Märkte derzeit fest im Griff und diktiert die Gemütslage an den internationalen Börsen. Die am Freitag veröffentlichten US-amerikanischen Einzelhandelsumsätze, welche im April unerwartet schwach ausfielen, scheinen die Sorgen um einen nachhaltigen Inflationsanstieg nicht auf Eis gelegt zu haben. Insbesondere da erwartet wird, dass die im Laufe der Pandemie gestiegenen Nettoeinkommen der Haushalte auf beiden Seiten des Atlantiks einen neuen Kaufrausch auslösen und so die Teuerungspreise nach oben ziehen könnten. Berechnungen zufolge könnten die überschüssigen Ersparnisse europäischer Konsumenten im Wert von 170 Milliarden Euro über die nächsten 12 bis 24 Monate in die Realwirtschaft gelangen. In Verbindung mit den derzeit bestehenden angebotsseitigen Engpässen deutet somit alles auf höhere Preise über den Sommer.

Die drei wichtigsten Fragen werden vor diesem Hintergrund folgende sein. Welches Ausmaß wird der Inflationsanstieg erreichen? Wie lange wird der inflationäre Prozess andauern? Und welche Inflation tolerieren die Währungshüter. Letzteres wird die Börsen und Währungsmärkte besonders interessieren, zumal diese besonders von der zukünftigen Zinsentwicklung der Notenbanken beeinflusst werden. Das am Freitag ebenfalls veröffentlichte Michigan Verbrauchervertrauen gibt teilweise Aufschluss. Die befragten Konsumenten erwarten sich eine Inflation von 4,6 Prozent über die nächsten zwölf Monate. Dies stellt die höchste Erwartung der letzten zehn Jahre dar. Der gesamte Konsumklimaindex fiel im Mai auf einen Wert von 82,8 und somit auf ein 4-Monats-Tief. Die globalen Börsen konnten sich am Freitag nochmal nach oben kämpfen, verzeichneten auf Wochenbasis jedoch den größten Verlust seit Februar.

Angesichts der lebendigen Inflationsdebatte bleiben die Notenbanken auch in dieser Woche im Fokus. Den Protokollen der letzten Zinsentscheidungen der US-amerikanischen und australischen Notenbank werden besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zumal die Dokumente die Debatte innerhalb der Notenbanken und die Meinungen einzelner Währungshüter offenlegen. Am alten Kontinent wird die zweite Schätzung des europäischen Bruttoinlandsprodukts (Q1) am Dienstag veröffentlicht. Am Mittwoch folgen die europäischen, britischen und kanadischen Verbraucherpreise. Den Abschluss machen die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Deutschland und die Vereinigten Staaten für den Monat Mai am Freitag.

Währungsüberblick

EUR – Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Protokolle der letzten EZB-Zinsentscheidung gaben den Märkten relativ wenig Anhaltspunkte über den weiteren Verlauf der Geldpolitik am Kontinent. Ökonomen erwarten sich trotzdem eine Diskussion über das Anleihenkaufprogramm im Juni. EUR/USD bleibt fürs Erste im Bereich zwischen 1,20 und 1,23 und übt sich der Seitwärtsbewegung.

USD – Die jüngste Enttäuschung an der Datenfront – Einzelhandelsumsätze und der Arbeitsmarktbericht – haben dem Dollar teilweise den Wind aus den Segeln genommen. Dass die steigende Inflation der Leitwährung keinen Rückenwind bieten konnte zeigt ebenfalls, dass weiterhin kein Konsens über eine rasche Normalisierung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten besteht. Die Veröffentlichung der Fed Minutes am Mittwoch bleibt hierbei zu beachten.

CEE – Die zentraleuropäischen Währungen konnten in der vergangenen Woche von schwächeren US-Daten profitieren, zumal diese die Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten der Federal Reserve nach hinten geschoben haben. Der polnische Zloty befindet sich zwar immer noch in einem seit Anfang 2020 anhaltenden Abwärtstrend. Doch die höher als erwartete Inflation könnte die Notenbank früher als gedacht zur Zinsstraffung zwingen. Dies könnte EUR/PLN nach unten zwingen. EUR/CZK setzt indes die Abwärtsbewegung  fort und wertet die zweite Woche infolge ab.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Keine wichtigen Datenveröffentlichungen


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