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Mai 12, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gewinnmitnahme aufgrund der Inflationsängste

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die an manchen Wochen völlig beiseitegeschobenen Sorgen um eine nachhaltig steigende Inflation scheinen nun wieder in den Fokus internationaler Investoren gerückt zu sein. Kurz vor der wichtigen Veröffentlichung der Verbraucherpreise an beiden Seiten des Atlantiks drücken die Inflationsängste die Aktienmärkte nach unten. Insbesondere die Technologiewerte, welche aufgrund des Präferenzwechsels zu digitalen Gütern von der Pandemie profitieren konnten, scheinen nun von Investoren aus ihren Portfolien geworfen zu werden.

Die erwartete Schwankungsbreite der US-amerikanischen Börsen festigte sich laut dem Volatilitätsindex (VIX) um acht Prozent. Der deutsche Leitaktienindex konnte nicht von starken Konjunkturdaten profitieren und fiel am gestrigen Handelstag um mehr als zwei Prozent. Die ZEW-Konjunkturerwartungen festigten sich im Mai auf den höchsten Stand seit über 21 Jahren. Knapp über 85 Prozent der befragten Analysten sahen eine Verbesserung der Wirtschaft gegenüber dem Vormonat.

Die Inflationsfurcht und der nachfolgende Abverkauf wurde von keinem bestimmten Datenpunkt ausgelöst. Vielmehr scheint sich langsam aber sicher der Konsens zu bilden, dass die Verbraucherpreise in vielen Teilen der Welt weiter anziehen werden. In China sind die Erzeugerpreise im April um 6,8 Prozent angestiegen und befinden sich nun auf einem dreieinhalbjährigen Hoch, während die Inflation in Brasilien ein viereinhalbjähriges Hoch finden konnte. Die deutsche Währungshüterin innerhalb der Europäischen Notenbank, Isabel Schnabel, sieht die Möglichkeit eines Anstiegs der deutschen Teuerungsrate auf über drei Prozent. Am Dienstag hatte der französische Notenbankpräsident noch vor einer zu frühen Spekulation einer Liquiditätsreduktion gewarnt.

Wenn man von der kurzen auf die längerfristige Sicht wechselt scheint es in den vergangenen Tagen nur noch ein Thema zu geben. Seitdem das Statistikamt verkündet hat, dass das chinesische Bevölkerungswachstum das schwächste in den letzten 60 Jahren war, sind vermehrt Berichte und Prognosen über die Zukunft der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt veröffentlicht worden. Insbesondere da das schwächere Wirtschaftswachstum die Bevölkerung bereits in vier Jahren an ein Hoch bringen könnte. Obwohl der Trend auch in Japan und Teilen Südostasiens zu finden ist, scheint die schwächer als erwartete Bevölkerungsprognose auch mit geopolitischen Implikationen verbunden zu sein. In den Vereinigten Staaten ist die Bevölkerung so schwach wie seit den 1930er Jahren nicht mehr gewachsen, während Japan mit 870 Tausend Neugeburten die niedrigste Rate seit der Datenaufzeichnung im Jahr 1898 verzeichnen musste.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung kann einen Teil der Montagsverluste wieder gut machen und sich kurzzeitig über das Niveau $1,2120 retten. In Europa steht heute die Veröffentlichung der europäischen Industrieproduktion (11:00) an der Tagesordnung. Die deutsche Inflation, welche um 08:00 veröffentlicht wurde, festige sich im April auf Jahresbasis um zwei Prozent.

USD – Die Unsicherheiten wurden an den Währungsmärkten teilweise durch die anhaltende Schwäche des US-Dollars überschattet, auch wenn die meisten prozyklischen Valuten Gewinne des Vortags abgeben mussten.

CEE – Die zentraleuropäische Region bleibt von dem globalen Inflationsschock nicht unverschont. Der tschechische Verbraucherpreisindex stieg im April um 3,1 Prozent und somit so schnell wie seit September 2020 nicht mehr. In Ungarn fiel der Anstieg mit 5,1 Prozent sogar deutlich stärker aus. Das höchste Inflationsniveau seit 2012 wird die Währungshüter laut den Konsensprognosen jedoch nicht zu frühzeitigen Zinsstraffungen verleiten. Dies erklärt die unterschiedliche Reaktion von CZK und HUF auf die jeweiligen Inflationsanstiege.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • SW: Inflation (09:30)
  • EZ: EZB Protokolle der letzten Zinsentscheidung (10:00)
  • EZ: Industrieproduktion (11:00)
  • US: Inflation (14:30)


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