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Mai 10, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Flaute am US-Arbeitsmarkt drückt Dollar nach unten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die vergangene Woche endete mit einem überraschend schlechten US-Arbeitsmarktbericht, welcher von vielen Ökonomen und Analysten sogar als katastrophal bezeichnet wurde. Anstatt dem erwarteten Stellenzuwachs im April von mehr als einer Million wurden letzten Endes doch nur knapp 220 Tausend Arbeitsplätze geschaffen. Die auf den ersten Blick paradoxe positive Reaktion der Märkte kann jedoch relativ einfach erklärt werden.

In einer Zeit, in welcher die Bereitschaft der US-amerikanischen Notenbank, das Niedrigzinsniveau lange aufrechtzuerhalten angezweifelt wird, kommt der schwache Arbeitsmarktbericht wie ein Segen für die Märkte. Insbesondere da dieser die Zinserhöhungserwartungen der Fed reduziert und den Märkten somit mehr Raum nach oben gibt. Der US-Dollar gab unmittelbar nach der Datenveröffentlichung nach und beendete somit seine schwächste Woche des Jahres. Die globalen Börsen gingen gestärkt in das Wochenende, angetrieben durch die Gewinne in den Vereinigten Staaten und den europäischen Aktienmärkten.

In der Zwischenzeit sind die deutschen Exporte im März den elften Monat infolge gewachsen. Die in der vergangenen Woche veröffentlichte Industrieproduktion hielt sich ebenfalls souverän im grünen Bereich, trotz der zunehmenden Probleme an den globalen Lieferketten und den steigenden Inputpreisen. Wachsender Inflationsdruck findet noch keinen Raum in den Gesprächen der europäischen Währungshüter.

Aufgrund der Sensibilität der Märkte auf mögliche Änderungen der Geldpolitik werden Investoren verstärkt die bevorstehenden Inflationsdaten im Auge behalten. Vor diesem Hintergrund genießen die Veröffentlichungen der deutschen und US-amerikanischen Inflationszahlen am Mittwoch erhöhte Aufmerksamkeit. Im Fokus der europäischen Wirtschaftswoche steht die Veröffentlichung der Protokolle der letzten EZB-Zinsentscheidung am Freitag, während geldpolitisch die Reden von diversen US-Währungshütern beobachtet werden.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung profitierte vor dem Wochenende von dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht, welcher dem Dollar sichtlich zugesetzt hat. EUR/USD konnte sich somit weiter von dem psychologischen Niveau 1,20 entfernen und notiert nun knapp über 1,2150.

GBP – Die Ministerin Schottlands, Nicola Sturgeon, ebnete mit dem Wahlsieg am Sonntag den Weg für eine potenzielle Abstimmung über den Austritt des Landes aus der Union mit England, Wales und Nordirland. Die schottische Nationalpartei verfehlte die absolute Mehrheit um nur ein Mandat, doch in einer möglichen Koalition mit den Grünen, welche sich ebenfalls für die Unabhängigkeit ausgesprochen hatten, scheint ein Referendum nur noch eine Frage der Zeit.

PLN – Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Protokolle der letzten NBP-Zinsentscheidung verhalfen dem Zloty doch noch zu einem positiven Wochenausklang. Die polnische Notenbank scheint den Diskussionen zufolge eine deutlich geringere Inflationstoleranz aufzuweisen als anfangs erwartet. Mit dem bevorstehenden Teuerungsanstieg könnte die erste Reduktion der Liquidität somit bereits zu Beginn des nächsten Jahres stattfinden. Diese Erkenntnis könnte dem Zloty in den nächsten Wochen zugutekommen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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