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Mai 07, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Der erste Schritt zur (sehr) langen Normalisierung der Geldpolitik

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Erwartungen an den heutigen Arbeitsmarktbericht des US-Arbeitsministeriums sind hoch. Die Hinweise der vergangenen Tage deuten dabei auf einen Zuwachs von über einer Million Arbeitsplätze im April. Gestern veröffentlichte Zahlen bestätigten den Fall der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfen auf das tiefste Niveau seit Anbeginn der Pandemie. In der Woche bis zum 30. April haben sich weniger als 500 Tausend Personen für die staatliche Unterstützung angemeldet. In der Zwischenzeit setzte sich in Deutschland der Aufschwung der Industrie weiter fort. Eine solide heimische Nachfrage nach Konsumgütern ließ die Werkaufträge im März um drei Prozent zum Vormonat steigen und somit deutlich stärker als erwartet (1,7 Prozent). Im Rahmen der erwarteten Lockerung der Sperrmaßnahmen und einer fortlaufend starken Industriebranche erwartet sich die deutsche Regierung ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent in diesem Jahr.

An der geldpolitischen Front lieferten die fünf Zinsentscheidungen neue Erkenntnisse für internationale Investoren. Obwohl die geldpolitischen Treffen ohne eine einzige Leitzinsveränderungen endeten, scheint der globale Inflationsdruck zunehmend regionale Divergenzen zu schaffen. Dies zeigt sich insbesondere bei den Schwellenländern, welche aufgrund der höheren Rohstoffabhängigkeit und deutlich schwächeren Währungen stärker von dem Preisanstieg betroffen sind. Aber auch in einigen Industriestaaten wird die Bereitschaft zur Straffung der eigenen Geldpolitik angedeutet, auch wenn die erwartete Reduktion der Liquidität nicht durch Zinserhöhungen, sondern dem Drosseln der Anleihenkaufprogramme (QE) erfolgen wird.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die kanadische Notenbank eine Reduktion der Staatsanleihenkäufe verkündet. Gestern machte die Bank of England den gleichen Schritt, nachdem die Wirtschaftsprognosen deutlich nach oben korrigiert wurden. Die Währungshüter gehen nun von einer Rückkehr der heimischen Wirtschaft auf Vorkrisenniveaus vor Jahresende aus. Die britische Wirtschaft könnte laut der Notenbank das größte Wachstum seit dem Jahr 1941 verzeichnen. Die Währungshüter in Norwegen und Tschechien wagten sich sogar noch weiter aus dem Fenster und signalisierten Zinserhöhungen für das zweite Halbjahr. Den Prognosen zufolge könnten in Norwegen zwei Zinsstraffungen im September und Dezember erfolgen. Der erwartete Inflationsanstieg in Tschechien könnte die Währungshüter sogar zu drei Erhöhungen, angefangen ab August, zwingen. Die Wahrscheinlichkeit einer Veränderung der Geldpolitik im Juni kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, was die nächste Zinsentscheidung in Tschechien umso wichtiger erscheinen lässt.

Die globalen Börsen nahmen die gestrigen Konjunkturdaten positiv auf. Der US-amerikanische Dow Jones festigte sich auf ein neues Allzeithoch, während der deutsche DAX den zweiten Tag infolge höher notieren konnte. Der deutsche Aktienleitindex steht somit nur noch knapp zwei Prozent unter den im April gesetzten Rekordniveau.

Währungsüberblick

EUR – Am gestrigen Handelstag dominierte eine positive Gemütslage, welche dem sicheren Dollar zu schaffen machte. Das prozyklische Währungspaar EUR/USD konnte sich nach zwei schwachen Tagen erneut über die 1,20-Marke kämpfen. Ein solider US-Arbeitsmarktbericht könnte dem Währungspaar kurz vor dem Wochenende Rückenwind geben.

TRY – Die gestrige Entscheidung, den Leitzins trotz des Inflationsanstiegs konstant zu lassen, scheint den Märkten kaum gefallen zu haben. Obwohl die türkische Lira relativ verhalten auf das geldpolitische Treffen reagiert hat, bleibt EUR/TRY auch weiterhin nur knapp vom Allzeithoch entfernt. Die Erwartungen der Notenbank, dass die Teuerungsrate kurz vor dem Höhepunkt steht, könnte der Lira noch teuer zu stehen kommen. Fürs erste bleibt die Währung für weitere Rücksetzer anfällig.

CZK – Die Bereitschaft der tschechischen Notenbank, dem Inflationsanstieg entgegenzuwirken, hat die Krone erneut nach oben gezogen. EUR/CZK fällt zum ersten Mal seit Februar 2020 unter die Aufwärtstrendlinie und könnte somit Potenzial für eine mittelfristige Abwertung signalisieren. Insbesondere sollten sich die Währungshüter für eine vorzeitige Zinsstraffung im Juni oder August entscheiden.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Arbeitslosenquote (07:45)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (12:00)
  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)


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