Wöchentliche Marktberichte

Mai 06, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Negative Stimmung hält kaum einen Tag

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der US-amerikanische Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor kühlte im April vom vormonatigen Allzeithoch ab, konnte sich mit einem beachtlichen Wert von 62,7 jedoch weiterhin im positiven Bereich halten. Das Momentum gegenüber dem Vormonat nahm somit ab, doch in absoluten Zahlen ging es dem konsumabhängigen Dienstleistungssektor im April besser als im März.

Der Subindikator, welcher die Entwicklung der Beschäftigung abbildet, festigte sich im ersten Monat des zweiten Quartals um 1,6 Zähler auf einen Wert von 58,8. Dies deutet auf einen positiven Verlauf und lässt einen starken Arbeitsmarktbericht am Freitag vermuten. Das gleiche Bild wurde uns von dem privaten Lohnabrechnungsbericht der ADP skizziert. Das Unternehmen sah den größten monatlichen Anstieg von Abrechnungen (742 Tausend) in den letzten sieben Monaten.

Die globalen Börsen profitierten von der positiven Entwicklung in den Vereinigten Staaten und fanden am späten Nachmittag den Weg zurück in den grünen Bereich. Am Dienstag hatten die Kommentare der US-Finanzministerin für Aufsehen gesorgt, nachdem sich Janet Yellen implizit für ein höheres Leitzinsniveau ausgesprochen hatte. Ein Anstieg der Zinsen sollte der Gefahr einer Überhitzung der größten Volkswirtschaft der Welt entgegenwirken. Die Währungshüter um Jerome Powell, von denen wir in den vergangenen Tagen gehört haben, scheinen dem Inflationsrisiko jedoch gelassen gegenüber zu stehen. Chicago Fed-Präsident und Währungshüterin Michelle Bowman sprachen sich für eine Fortsetzung der momentanen Geldpolitik aus.

Währungsüberblick

EUR – In Deutschland machen sich die verlängerten Sperrmaßnahmen und der schwächere Konsum immer noch bemerkbar. Der EMI für den deutschen Dienstleistungssektor rutschte auf einen Wert von 49,9 und somit erneut in die monatliche Kontraktion. Das Stimmungsbarometer für die Eurozone festigte sich jedoch unerwartet und ließ den Gesamtindikator somit nach oben zeigen. Die fortlaufende Impfkampagne und die erwarteten Lockerungen der Lockdowns signalisieren ein Ende des schwachen ersten Quartals.

GBP – Die Parlamentswahlen in Schottland werden als ein implizites Referendum über einen möglichen Austritt des Landes aus der Union mit England, Wales und Nordirland gesehen. Die Unabhängigkeitsfrage bleibt somit im Fokus, insbesondere da die Regierungspartei SNP im Wahlkampf versucht hat mit dem Versprechen eines Referendums Stimmen zu erhalten. Ob es für eine Mehrheit reichen wird kann laut den Umfragen noch nicht genau ermittelt werden. Das britische Pfund wirkt vor den Wahlen indifferent gegenüber den Ereignissen und wertet den dritten Tag infolge auf. Die Barriere bei EUR/GBP 0,87 hat fürs Erste gehalten. Auf der geldpolitischen Front erwarten sich Marktteilnehmer keine Leitzinsveränderung von der Bank of England.

PLN – Die polnische Notenbank beließ den Leitzins bei dem Allzeittief von 0,1 Prozent. Dass die Ökonomen der Institution die Inflationsprognose für dieses Jahr angehoben haben scheint die Währungshüter nicht zu einem Kurswechsel verleitet zu haben. Die Inflation könnte im Jahresverlauf über dem Toleranzniveau der Notenbank bleiben ohne eine Zinsstraffung zu provozieren. Mit 4,3 Prozent ist der jährliche Preisanstieg in Polen derzeit der zweithöchste seit 2012. 

CNH – Die Europäische Union zögert bei der Ratifizierung des im Dezember verhandelten Investitionsabkommens mit China. Die Menschenrechtsverletzungen könne die EU laut Valdis Dombrovskis nicht von der Wirtschaftspartnerschaft trennen. Am gleichen Tag legte die europäische Kommission einen Plan für die Bekämpfung von Firmenübernahmen in Europa durch chinesische Staatsfirmen vor. Die Anspannungen scheinen sich jedoch kaum in den Währungsbewegungen bemerkbar zu machen. EUR/CNH notierte unberührt bei 7,78.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • GB: Regionalwahlen
  • CZ: Einkaufsmanagerindex (09:00)
  • NO: Zinsentscheidung (10:00)
  • EZ: Einzelhandelsumsätze (11:00)
  • GB: Zinsentscheidung (13:00)
  • CZ: Zinsentscheidung (14:30)


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