Wöchentliche Marktberichte

Mai 05, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Keine Nachrichten sind schlechte Nachrichten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Den Börsen fehlte gestern das notwendige Momentum, um an die Gewinne vom Vortag anzuknüpfen. Der Handel zeichnete sich durch eine höher als erwartete Nachfrage nach defensiven Aktien und einem Abverkauf hoch bewerteter Technologiewerte aus. Datenseitig können die gestrigen Bewegungen aufgrund der fehlenden Makroveröffentlichungen nicht erklärt werden. Vielmehr scheint es die Abwesenheit positiver Nachrichten gewesen zu sein, welche die Märkte kurzzeitig nach unten gedrückt hat. Die Rohstoffmärkte haben in den vergangenen Wochen angefangen den Nachfrageverlust aus Indien einzupreisen. Die steigenden Infektionszahlen im südasiatischen Land haben insbesondere den Ölpreisen zu schaffen, welche sich nach dem Fall im März jedoch wieder auf ein 7-Wochen-Hoch kämpfen konnten ($65). Hohe Rohstoffpreise und gleichfalls steigende Inputkosten bleiben laut den jüngsten Umfragen unter den größten Problemen für europäische Unternehmen. 

Die zwei einzigen Datenpunkte kamen von den amerikanischen und britischen Industriebranchen und wurden größtenteils von Investoren ignoriert. Das britische verarbeitende Gewerbe profitierte von dem globalen Exportboom und verzeichnete auch im April eine starke Expansion der Absätze. Der von IHS Markit/CIPS veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (EMI) festigte sich auf einen Wert von 60,9 und schoss somit zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 über die 60-Marke. In den Vereinigten Staaten festigten sich die Werkaufträge im März um 1,1 Prozent, nach einem 0,5-prozentigen Fall im Februar.

Währungsüberblick

USD – Die Stimmung an den Märkten war am gestrigen Tag ein wenig eingetrübt, was der Leitwährung zugutekam. Die Stärke des Dollars war an den Währungsmärkten das dominante Thema, welches sich ebenfalls in einer breiten Abwertung prozyklischer Währungen (CEE, NOK, SEK) Ausdruck verschaffen konnte. EUR/USD hielt sich dankt der positiven Entwicklung am Montag trotzdem über der wichtigen 1,20-Marke.

GBP – Das britische Pfund reagierte kaum auf die positive Datenüberraschung des verarbeitenden Gewerbes und blieb zwei Tage vor den wichtigen Regionalwahlen in Schottland in einer Seitwärtsbewegung gefangen. Obwohl es so scheint als wären keine politischen Risiken im Wechselkurs EUR/GBP eingepreist, bleibt die Unsicherheit in Bezug auf ein mögliches Referendum Schottlands eine bestehende Sorge für Währungshändler. Die bevorstehenden Wahlen werden uns zumindest ein Gefühl für die Stimmung der Bevölkerung im Norden der Insel geben.

AUD – Die australische Notenbank hat ihre Wirtschaftsprognosen nach oben geschraubt und wird laut eigenen Aussagen bei dem Treffen im Juli das Staatsanleihenkaufprogramm neu beurteilen. Die Niedrigzinspolitik soll jedoch trotzdem bis mindestens 2024 laufen. EUR/AUD befindet sich seit dem Erreichen des temporären Tiefs bei 1,5260 in einem leichten Aufwärtstrend mit der Obergrenze bei 1,5660.

CEE – Die zentraleuropäischen Währungen schwingen in dieser Woche hin und her und bleiben somit vom globalen Marktsentiment und dem Dollar abhängig. Kurz vor den Zinsentscheidungen in Polen (heute) und Tschechien (morgen) bleiben Investoren angespannt, auch wenn kein geldpolitischer Kurswechsel zu erwarten ist. EUR/PLN notiert erneut über dem Niveau 4,55, während sich EUR/CZK über die 25,80-Schwelle kämpfen konnte.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Inflation (08:30)
  • DE: Einkaufsmanagerindex – Dienstleistungssektor (09:55)
  • PL: Zinsentscheidung (13:00)
  • US: EMI – Dienstleistungssektor (16:00)


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