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Mai 04, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Q2 2021: Höhepunkt des zyklischen Konjunkturaufschwungs?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Starke Unternehmenszahlen an beiden Seiten des Atlantiks bleiben auch weiterhin eine Stütze für die jeweiligen Börsen. Die Hälfte der S&P500 Unternehmen haben ihre Quartalszahlen für die ersten drei Monate des Jahres veröffentlicht und verzeichneten einen Gewinnanstieg von mehr als 40 Prozent. Das dominante makroökonomische Umfeld zeichnet sich ebenfalls durch einen konjunkturellen Aufschwung aus, welcher risikoreichen Anlagen und prozyklischen Aktienwerten zugutekommt. In Europa könnte der schlimmste Teil des Jahres bereits hinter uns liegen. Mit der beschleunigten Implementierung der anfangs schwach verlaufenen Impfstoffkampagne trauen sich Konsumenten wieder auf die Straßen, auch wenn dieser Trend durch die anhaltenden Sperrmaßnahmen limitiert wird. Im März verzeichneten deutsche Einzelhändler mit einem Zuwachs von 11 Prozent den größten jährlichen Anstieg der Erlöse seit mindestens 1995.

In der Zwischenzeit deuteten die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes auf einen starken Auftakt ins zweite Quartal. Das Stimmungsbarometer für das europäische verarbeitende Gewerbe festigte sich im April auf 62,9 und verzeichnete somit den stärksten Aufschwung seit Juni 1997. Die größer werdenden Schwierigkeiten innerhalb der globalen Lieferketten zeigen sich jedoch bereits in den Umfragen. Unternehmen in der Industriebranche kämpfen mit steigenden Materialkosten und längeren Lieferzeiten, ausgelöst durch eine hohe Konsumnachfrage und Engpässen bei dem Containerschiffangebot. In den Vereinigten Staaten und Deutschland schlugen sich diese Probleme in einem marginalen Fall der Einkaufsmanagerindizes im April nieder. In Schwellenländern wie Brasilien fiel der Stimmungsbarometer auf ein 10-Monats-Tief.

Ein Großteil der erwarteten Wirtschaftserholung scheint an den europäischen Börsen jedoch bereits eingepreist zu sein, zumal der Leitaktienindex Stoxx 600 im April kaum vom Platz gekommen ist. Die Unternehmenszahlen aus dem ersten Quartal haben die Erwartungen zwar deutlich übertroffen – knapp 70 Prozent der Unternehmen verzeichneten stärker als erwartetes Gewinnwachstum – doch die Reaktion der Investoren blieb verhalten. Dies deutet auf einen hohen Grad der Indifferenz und auf die Vermutung, dass Investoren nun bereits wieder in die Zukunft blicken. Der Höhepunkt des Wachstumsmomentums könnte bereits im zweiten Quartal gefunden werden.

Währungsüberblick

EUR – Nach den Kommentaren vom US-Währungshüter James Bullard koppelt nun auch EZB-Mitglied Luis de Guindos die zukünftige Geldpolitik der Notenbank an den Infektions- und Impfpfad der eigenen Region. Laut dem Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank könnte man erst nach dem Erreichen der Herdenimmunität an eine Veränderung der Geldpolitik sprechen.

USD – Die leichte Abkühlung des verarbeitenden Gewerbes in den Vereinigten Staaten setzte dem US-Dollar zu und verhinderte einen Ausbau der starken Freitagsgewinne. Die US-Renditen am langen Ende festigten sich und boten den Aktienmärkten Raum für Aufwärtsbewegungen.

TRY – Die türkische Inflation befindet sich auf dem höchsten Niveau in mehr als zwei Jahren. Der Anstieg der Teuerungsrate auf 17,14 Prozent kann durch die schwächere Währung und höheren Importpreise erklärt werden. Die Abwertung der Lira nach der Kündigung des ehemaligen Notenbankpräsidenten ließ die Produzentenpreise um jährlich 35,17 Prozent nach oben schellen.

CZK – Umfragen von Reuters zufolge sehen Ökonomen mindestens eine Zinsstraffung in Tschechien bis zum Ende des Jahres. Die Geldmärkte haben sich indes beruhigt und preisen nun ebenfalls nur noch eine Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte bis Dezember ein und somit deutlich weniger als noch vor einem Monat. Vor diesem Hintergrund blicken Investoren gespannt auf das geldpolitische Treffen der tschechischen Notenbank und die Veröffentlichung der Inflations- und Zinsprognosen am Donnerstag. EUR/CZK fiel gestern zum ersten Mal unter den seit Januar 2020 anhaltenden Aufwärtstrend, welcher somit in Gefahr geraten ist.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Verbrauchervertrauen (09:00)
  • PL: Einkaufsmanagerindex (09:00)
  • US: Werkaufträge (16:00)


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