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Mai 03, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Wirtschaft auf Hochtouren – Eurozone fällt in die zweite Rezession

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Das US-amerikanische Verbrauchervertrauen ist im April laut der Michigan Universität auf ein Pandemiehoch gestiegen. Eine Beschleunigung der Impfkampagne und schnellere Lockerungen der staatlichen Sperrmaßnahmen scheinen sich in der Datenlage ersichtlich zu zeigen. Das persönliche Einkommen verzeichnete im März den größten monatlichen Anstieg aller Zeiten (21,1%). Das Bruttoinlandsprodukt festigte sich im ersten Quartal um 6,4 Prozent.

Länger als erwartete Sperrmaßnahmen in der Eurozone und insbesondere Deutschland führten die Binnenwirtschaft in die zweite Rezession seit dem Anbeginn der Pandemie. Nach der Kontraktion im vierten Quartal verzeichnet die Eurozone auch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres negatives Wachstum. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die französische Wirtschaft um 0,4 Prozent wachsen konnte. Neben dem strengeren Lockdown in Deutschland kam auch der ausgelaufene Effekt der Mehrwertsteuersenkung in Kraft, welcher einen Teil des Konsums nach vorne verlagert hatte. Die Kauflaune fehlte somit in den ersten drei Monaten des Jahres. Genau hier liegt das Potenzial für dieses Jahr. Laut Berechnungen der Allianz könnten die überschüssigen Ersparnisse europäischer Konsumenten im weiteren Jahresverlauf in die Realwirtschaft gelangen. Diese Ausgaben könnten 170 Milliarden Euro betragen, umgerechnet 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Woche bietet diverse hochkarätige Wirtschaftsveröffentlichungen und einige geldpolitische Treffen rund um den Globus. Den Höhepunkt der Wirtschaftswoche wird die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Freitag definieren. Heute blicken Marktteilnehmer auf die endgültige Herausgabe der Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, Schweiz, die Eurozone, und die USA. An der geldpolitischen Front meldet sich die australische Notenbank am Dienstag als Erste zu Wort. Am Mittwoch und Donnerstag tagen die polnischen und tschechischen Währungshüter. In der Welt der Schwellenländer blicken Investoren auf die Zinsentscheidungen in Thailand, Brasilien und der Türkei.

Währungsüberblick

EUR – Die Rezession der Eurozone im ersten Quartal und die höher als erwartete Inflation in den Vereinigten Staaten waren genug, um der Gemeinschaftswährung am Freitag die zweitgrößte tägliche Abwertung des Jahres zu verpassen. EUR/USD konnte die Woche noch knapp über der wichtigen 1,20-Marke beenden, bleibt jedoch weiterhin für Rücksetzer anfällig.

USD – Die positive Entwicklung im ersten Quartal und die steigenden Rohstoffpreise trieben die Inflation, gemessen am Preisindex für Konsumausgaben, auf ein Jahreswachstum von 2,3 Prozent. Die meisten Leitindikatoren deuten auf eine Fortsetzung des Inflationsanstiegs über die Sommermonate hinweg. Dies könnte den Beschluss der US-Notenbank, in diesem Jahr nicht an der Geldpolitik zu schrauben, nochmal infrage stellen.

PLN – Sinkende Preise waren in Zentraleuropa nur ein kurzzeitiges Phänomen, welches laut der Veröffentlichung am Freitag bereits im April verschwunden ist. Die polnische Inflation ist im April auf Jahresbasis um 4,3 Prozent gestiegen und somit so schnell wie seit dem Pandemieanfang nicht mehr. Im globalen Vergleich bleibt Polen somit mehr Schwellen- als Industrieland, was die Bindung zur ultra-lockeren Geldpolitik seitens der Notenbank sicherlich in Frage stellen könnte. Die zehnjährige Staatsanleihenrendite Polens festigte sich am Freitag auf über 1,7 Prozent und fand das höchste Niveau seit April 2020.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)
  • US: Einkaufsmanagerindex (16:00)
  • US: Jerome Powell spricht (20:20)


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