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Apr 29, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed stellt sich taub und untermauert Niedrigzinsniveau

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die gestrige positive Revision der hauseigenen Wirtschafts- und Inflationsprognosen seitens der US-amerikanischen Notenbank hat die Währungshüter noch nicht zu einer Reduktion der pandemiebezogenen Anleihenkäufe gezwungen. Laut dem Präsidenten der Federal Reserve, Jerome Powell, bleiben Risiken trotz der positiven Entwicklung der Wirtschaft vorhanden. Eine Inflation von über zwei Prozent wird die Fed laut eigenen Aussagen tolerieren, insbesondere da ein Großteil des Preisanstiegs durch Lieferkettenengpässen und nicht den Arbeitsmarkt verursacht wird. Genau definiert wurde das Toleranzniveau jedoch nicht. Der US-Dollar sank nach der Pressekonferenz nach unten und gab EUR/USD Raum für eine Bewegung über die 1,21-Marke.

Eine Woche nachdem sich das US-amerikanische Verbrauchervertrauen auf ein 14-Monats-Hoch gefestigt hatte, erleidet die Moral unter den deutschen Konsumenten einen unerwarteten Rücksetzer. Die Rückkehr der Kauflaune in den USA hat die Importe im März um 6,8 Prozent gegenüber dem Vormonat ansteigen lassen. Dies trieb die Handelsbilanz jüngst auf ein Rekordtief von knapp über 90 Milliarden US-Dollar. Der divergente Verlauf der Konsumenten auf beiden Kontinenten kann auf die anhaltenden Sperrmaßnahmen in Europa zurückgeführt werden, welche den Dienstleistungssektor stärker als die Industriebranche getroffen haben. Laut dem GfK Forschungsinstitut ist das deutsche Verbrauchervertrauen auf einen Wert von minus 8,8 gefallen. Das Stimmungsbarometer ist somit fast mittig zwischen dem Allzeittief (-23,1) und dem Vorkrisenniveau (10) positioniert. 

An der politischen Front gab es am vergangenen Tag ebenfalls neue Entwicklungen, welche aufgrund der US-Zinsentscheidung kaum Aufmerksamkeit erhalten haben. Nichtsdestotrotz dürfen hierbei die handelspolitischen Implikationen und Folgen für international orientierte Unternehmen nicht vernachlässigt werden. Am alten Kontinent hat das europäische Parlament das EU-UK Freihandelsabkommen mit einer Mehrheit von 628 Stimmen abgesegnet.

In Asien steigt in der Zwischenzeit die Skepsis gegenüber den chinesisch dominierten Lieferketten. Die Handelsminister von Indien, Japan und Australien – drei der vier Mitglieder des informellen Bündnisses mit den Vereinigten Staaten, welches auch als Quad bezeichnet wird – haben sich am Dienstag per Videokonferenz auf eine Initiative zur Stärkung der eigenen Lieferketten ausgesprochen. Obwohl China nicht explizit genannt wurde, hatte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt jüngst mit allen drei Ländern diplomatische oder handelspolitische Meinungsverschiedenheiten. Das Treffen kam ebenfalls nur wenige Wochen nach dem offiziellen Treffen der Quad-Staaten.

In Berlin weht jedoch ein anderer Wind. Trotz der politischen Differenzen soll die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China ausgebaut werden. Bei der nun sechsten deutsch-chinesischen Regierungskonsultation wurde die zukünftige Kooperation in den Vordergrund gestellt, ohne das neue Wirtschaftsverträge unterzeichnet wurden.

Währungsüberblick

EUR – Die heutige Datenlage fokussiert sich auf die Vereinigten Staaten und die Eurozone und wird somit relevant für das Währungspaar EUR/USD sein. Das relativ schwach ausgefallene deutsche Verbrauchervertrauen könnte durch einen besseren Konsumklimaindex der Eurozone kompensiert werden. Am Nachmittag könnte die Veröffentlichung des US-BIPs ein Wachstum von mehr als sechs Prozent im ersten Quartal bestätigen.

CAD – Der kanadische Dollar setzt seine Aufwärtsbewegung gegenüber dem US-Dollar weiter fort und festigt sich auf ein neues 3-Jahres-Hoch. Angetrieben durch höhere Ölpreise und die Erwartungen einer schnelleren Zinsstraffung in Kanada nahm die Nachfrage nach prozyklischen Währungen wie CAD und AUD stetig zu. EUR/CAD notiert derzeit knapp unter der 1,50 Marke und somit weiterhin mehr als vier Prozent über dem Vorkrisenniveau.

PLN – Einen Tag vor der polnischen Gerichtsentscheidung, welche den Rechtsstreit über die Franken-Kredite lösen sollte, bleibt die Nachfrage nach dem Zloty gering. Die Währung schwächte entgegen des gestern bestehenden positiven Sentiments ab und verzeichnete die dritte tägliche Abwertung infolge. Der ungarische Forint und die tschechische Krone gingen leicht gestärkt aus dem Handel.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • EZ: Verbrauchervertrauen (11:00)
  • US: Bruttoinlandsprodukt Q1 (14:30)


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