Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Apr 28, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Zinsentscheidung: Spektakel oder unbedeutendes Ereignis?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Das US-amerikanische Verbrauchervertrauen steigt im April auf ein 14-Monats-Hoch. Die positive Entwicklung zum Vormonat kann größtenteils auf die Versendung der staatlichen Stimuluschecks und Lockerungen der Sperrmaßnahmen zurückgeführt werden. Der Dienstleistungssektor könnte von diesem Optimismus am stärksten profitieren. Insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt aufgetauchten Anspannungen in den globalen Lieferketten. Die Preise für Materialien, Rohstoffe und Nahrungsmittel sind in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. US-Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe zahlen für ihre Inputmaterialien die höchsten Preise seit 2007. Die Beschleunigung der US-Güterinflation befindet sich in der Zwischenzeit ebenfalls auf einem 10-Jahres-Hoch. Der jüngsten Preisentwicklung wird bei der heutigen Zinsentscheidung der US-Notenbank wohl trotzdem keine große Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Es wird erwartet, dass die Währungshüter rund um Jerome Powell, die lockere Geldpolitik untermauern und ein Weiterlaufen der Anleihenkaufprogramme bestätigen werden. Jegliche Abweichungen von dieser Annahme und eine starke Revision der Inflationsprognosen nach oben könnte eine Gefahr für die schlagzeilensensiblen Märkte darstellen. Dementsprechend kamen die Märkte kurz vor der Zinsentscheidung kaum vom Platz. Investoren scheinen größere Positionierungen vor dem Ereignis vermeiden zu wollen.

Das gleiche galt auch für Schwellenländerwährungen, welche einen Teil der am Vortag erlangten Gewinne abgeben mussten. Prozyklische Valuten wie AUD, ZAR und MXN werteten alle um mehr als 40 Basispunkte gegenüber dem Euro ab. Eine erfreuliche Nachricht gab es gestern aus Asien. Südkorea schließt sich China als erster Industriestaat an, der das Vorkrisenniveau bereits erreicht hat. Die starke Leistung der südkoreanischen Exporte haben die v-förmige Erholung angetrieben.

Währungsüberblick

GBP – Laut dem umfragenbasierten Index der Confederation of British Industry wurden die Einzelhandelsumsätze im April zum ersten Mal seit September 2020 als positiv bewertet. Der mit den Lockerungen der Sperrmaßnahmen erwartete Anstieg der Absätze kommt somit bereits in der Datenlage an und könnte die Annahme der überdurchschnittlichen Entwicklung der britischen Wirtschaft und des Pfunds stützen. EUR/GBP notiert derzeit bei 0,87 und somit knapp über der Mitte der derzeitigen Bewegungsspanne zwischen 0,85 und 0,88.

JPY – Die Notenbank in Japan nahm sich bei der gestrigen Zinsentscheidung ein Vorbild an den europäischen Währungshütern und ändert nichts an der eigenen Geldpolitik. Auch die Wirtschafts- und Inflationsprognosen sehen nur marginale Veränderungen. Die explizit geäußerte Bereitschaft, die ultra-lockere Geldpolitik für längere Zeit aufrechtzuhalten, lässt den japanischen Yen jedoch deutlich fallen. EUR/JPY festigt sich zum Vortag um knapp 0,6 Prozent und fand somit das höchste Niveau seit Oktober 2018. Viel bedeutender ist jedoch die Tatsache, dass der Euro somit einen Ausbruch aus dem seit Mai 2020 anhaltenden Aufwärtstrendkanal wagt.

HUF – An dem Leitzins hat die ungarische Notenbank nichts geändert. Das staatliche Anleihenkaufprogramm, welches in der vergangenen Woche 1,9 Milliarden Forint erreicht hatte, wurde jedoch wie erwartet vergrößert. Der Forint reagierte kaum auf die Entscheidung und ging sogar gestärkt aus dem Handel. In Tschechien bestätigte ein weiteres Notenbankmitglied die Konsensprognose von zwei Zinsstraffungen im zweiten Halbjahr. EUR/CZK befindet sich derzeit in einer seit Februar 2020 anhaltenden Dreiecksformation mit der Unterseite bei 25,82 und Unterseite bei 26,00. In Polen erwarten sich Markteilnehmer das Gerichtsurteil bezüglich der Franken-Kredite am Donnerstag.

Globale Risikoereignisse des Tages

DE: GfK Verbrauchervertrauen (08:00)

US: Fed Zinsentscheidung (20:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.