Wöchentliche Marktberichte

Apr 26, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Potenzial für Rücksetzer

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der wohl wichtigste Leitindikator für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaft zeigt auch im April wieder nach oben. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe festigte sich in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und der Eurozone. Das deutsche Stimmungsbarometer sankt marginal von 66,6 auf 66,4 und hielt sich somit weiterhin an Rekordhöhen. In der Zwischenzeit festigte sich der europäische Konsumklimaindex der Kommission im April auf das höchste Niveau seit Beginn der Pandemie

Bislang ist die Bilanzsaison der US-amerikanischen Unternehmen relativ positiv vonstattengegangen. Nun geht die Berichterstattung des ersten Quartals in die zweite Runde, in welcher Großkonzerne wie Apple, Alphabet, Amazon, Facebook, Microsoft und Tesla ihre Gewinne veröffentlichen. An der geldpolitischen Front erwarten sich Marktteilnehmer neue Erkenntnisse von den Zinsentscheidungen der Federal Reserve, Bank of Japan, Riksbank und den ungarischen Währungshütern. Auch aufseiten frischer Wirtschaftsdaten bietet die Woche hochkarätige Veröffentlichungen.

Am alten Kontinent richtet sich die Aufmerksamkeit auf das heutige Ifo Geschäftsklima, das deutsche Verbrauchervertrauen (MI) und die BIP-Daten für das erste Quartal für die meisten Euroländer. In den Vereinigten Staaten gehen neben der Zinsentscheidung am Mittwoch ebenfalls die Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens und der Inflation an der Wochenordnung.

Konjunkturdaten sind in Europa seit einigen Wochen in den Vordergrund gerückt, zumal Leitindikatoren auf eine Kontraktion der Binnenwirtschaft im ersten Quartal deuten. Höchste Priorität erhält somit auch der Infektionsverlauf am Kontinent, welcher jüngst zu Verlängerungen der Sperrmaßnahmen geführt hat. Laut dem deutschen Finanzminister Olaf Scholz seinen Lockerungen in der größten Volkswirtschaft Europas nicht vor Ende Mai vorgesehen.

Währungsüberblick

USD – Auch in dieser Woche erwarten sich die Märkte starke Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Die jüngst positive Entwicklung der Wirtschaft sollte die US-Notenbank jedoch noch nicht vom Kurs der lockeren Geldpolitik abbringen. Die Bereitschaft, eine Inflation über dem 2-Prozent-Ziel für längere Zeit zu tolerieren, gibt den Währungshütern einen ungewöhnlich großen Spielraum. Der US-Dollar verzeichnete am Freitag die dritte wöchentliche Abwertung infolge.

RUB – Der russische Rubel konnte sich trotz der Aufwertung am Freitag nicht unter das Niveau EUR/RUB 90,00 retten. Zuvor hatte sich die Notenbank zu einer Zinserhöhungen im Wert von 50 Basispunkten entschieden, um der steigenden Inflation und den geopolitisch bedingten Kapitalabflüssen entgegenzuwirken. Aufgrund der Erwartungen der Währungshüter, dass die russische Wirtschaft das Vorkrisenniveau bereits im zweiten Halbjahr erreichen könnte, scheint eine weitere Zinsstraffung nicht ausgeschlossen zu sein.

HUF – Die ungarische Inflation ist erneut am Steigen und erreichte im März mit 3,7 Prozent das höchste Niveau seit August 2020. Nichtsdestotrotz scheint uns bei der nächsten Zinsentscheidung am Dienstag kein geldpolitischer Kurswechsel zu erwarten. Mit der erwarteten Lockerung der Sperrmaßnahmen könnte die Teuerung im zweiten Halbjahr Fahrt aufnehmen und ein Umdenken der Notenbank erzwingen. Die Möglichkeit einer Zinserhöhung gegen Ende des Jahres bleibt somit bestehen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)
  • US: Langlebige Konsumgüter (14:30)


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