Wöchentliche Marktberichte

Apr 23, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Einkaufsmanagerindizes im Fokus

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die geldpolitischen Falken gingen bei der gestrigen Sitzung der Europäischen Notenbank wie erwartet leer aus. Die Währungshüter halten somit am ultralockeren Kurs fest und belassen den Leitzins und das Anleihenkaufprogramm bei. Die dritte Infektionswelle am alten Kontinent und die Unsicherheit rund um den Wirtschaftsausblick haben der Notenbank die Hände gebunden, jegliche Anspielungen einer Reduktion der Liquidität zu machen. Die jüngst positive Entwicklung der Wirtschaft wurde jedoch zur Kenntnis genommen und von der späteren Veröffentlichung des europäischen Verbrauchervertrauens bestätigt.

Der Konsumklimaindex der Kommission festigte sich im April auf das höchste Niveau seit Beginn der Pandemie. Die nächste Zinsentscheidung der Notenbank im Juni könnte das Schicksal der Gemeinschaftswährung über den Sommer hinweg prägen. In der Zwischenzeit deuteten die gestrigen Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten auf eine anhaltend positive Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. In der Woche bis zum 17. April meldeten sich 547 Tausend Menschen für die Arbeitslosenunterstützung an und somit so wenig wie seit März 2020 nicht mehr.

An den Börsen war kein einheitliches Bild zu erkennen. Der deutsche Dax profitierte von einer weiterhin ultralockeren Geldpolitik der Notenbank, während sich die US-Börsen um den Nullpunkt bewegten. Auf die gesamte Woche gesehen waren die letzten Handelstage sicherlich deutlich turbulenter als in den Wochen zuvor. Steigende Infektionsraten rund um den Globus bleiben ein Gesprächsthema an den Märkten. Dass sich dies nicht in stärkeren Rücksetzers risikoreicher Anlagen manifestiert hat, lag dabei an den relativ verhaltenen Bewegungen des US-Dollars und der US-Renditen. Die Gemütslage zum Wochenausklang wird wohl von den Einkaufsmanagerindizes bestimmen werden, welche heute für Deutschland, die Eurozone, Großbritannien und die Vereinigten Staaten veröffentlicht werden.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung reagierte gemischt auf die ereignislose Zinsentscheidung der europäischen Notenbank. Die Meinungen über den kurz- bis mittelfristigen Ausblick des Währungspaares EUR/USD über den Sommerverlauf bleiben weiterhin gespalten und spiegeln sich in einer höheren Prognosebreite wider. Ein Großteil des Pessimismus gegenüber der Eurozone scheint bereits größtenteils in den Kursen eingepreist zu sein. Nichtsdestotrotz bleibt eine weitere Rally der US-Renditen ein sichtliches Abwärtsrisiko für EUR/USD und darf nicht unterschätzt werden. Der Währungsausblick bleibt somit fast ausschließlich an die US-Notenbank gebunden. Sollten sich die Währungshüter indifferent gegenüber der höheren Inflation zeigen, würde der US-Dollar weniger von den höheren längerfristigen Zinsen profitieren. Jegliche Signale einer Liquiditätsreduktion seitens der Federal Reserve wären jedoch schädlich für das meistgehandelte Währungspaar der Welt.

RUB – Der russische Rubel ging mit der größten täglichen Aufwertung des Jahres aus dem Handel, angetrieben von den Nachrichten eines Rückzugs der an der ukrainischen Grenze stationierten Truppen Russlands. Der russische Leitbörsenindex festigte sich auf ein neues Allzeithoch, während der Rubel gegenüber dem Euro und US-Dollar Boden gutmachen konnte. Bei der heutigen Zinsentscheidung der russischen Notenbank gehen Marktteilnehmer von einer Fortsetzung des neuen Straffungszyklus und einer Zinserhöhung von 25 bis 50 Basispunkten aus.

CZK – Geschäfte, Märkte und Dienstleister können in Tschechien ab dem 03. Mai ihre Arbeit wieder fortsetzen. Die Nachricht kam vom Industrieminister und wurde per Twitter verkündet. Die Krone reagierte kaum auf die Nachrichten und notierte zum Vortag unverändert. Die steigenden tschechischen Renditen geben der Krone fortlaufend Rückendwind und führen EUR/CZK zu der dritten wöchentlichen Abwertung infolge. In einem in dieser Woche gegebenen Interview sprach der tschechische Notenbankpräsident zum ersten Mal einen Zeitpunkt für Zinserhöhungsdebatte an, welche bei der Zinsentscheidung im August anfangen könnte.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:30)
  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)
  • GB: Einkaufsmanagerindex (10:30)
  • RU: Zinsentscheidung (12:30)
  • US: Einkaufsmanagerindex (15:45)


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