Wöchentliche Marktberichte

Apr 22, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Sind der EZB kurzfristig die Hände gebunden?

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die europäische Notenbank meldet sich heute offiziell zum zweiten Mal in dem Jahr zu Wort. Allzu große Erwartungen von der Zinsentscheidung und der darauffolgende Pressekonferenz gibt es keine. Dies heißt jedoch nicht, dass sich die Märkte keine Neuigkeiten über wichtige Themen wie das Pandemie-Staatsanleihenpaket  erwarten. Hohe Aktienbewertungen und steigende Renditen machen die Finanzmärkte sensibel auf einen möglichen, wenn auch sehr unwahrscheinlichen, Kurswechsel der Europäischen Notenbank. Dieser wird sicherlich nicht heute kommen.

Doch das alleinige Signalisieren eines möglichen Rückzugs der lockeren Geldpolitik wäre bereits negativ zu betrachten. Investoren wissen nicht ganz, was mit der heutigen Sitzung auf Sie zukommt. Die strategische Beurteilung des Inflationsmandats, welche gegen Ende des Jahres abgeschlossen wird, scheint der EZB bis dahin wenig Spielraum für große Ansagen zu lassen. Der Erholungspfad der Binnenwirtschaft bleibt von Unsicherheiten geprägt und scheint somit jegliche Prognosen einer Reduktion der Anleihenkäufe seitens der EZB nicht realisierbar zu machen. Geldpolitische Falken wie der deutsche Bundesbankpräsident, welche sich für eine Reduktion der Anleihenkäufe ausgesprochen haben, werden somit fürs Erste in Schach gehalten. Vor diesem Hintergrund könnte es sein, dass die nächste für die Märkte wirklich wichtige Zinsentscheidung erst im September stattfinden könnte.

Aus diesen Gründen haben sich Ökonomen und Investoren jüngst zu den Schwellenländern gedreht, welche bereits im März mit ersten Zeichen des Liquiditätsabzugs begonnen haben. Die Währungshüter in Brasilien, Russland, Rumänien und der Türkei hoben im Laufe der vergangenen Wochen die Leitzinsen an. In der Reihe der G10-Notenbanken kämpfen die norwegischen und kanadischen Währungshüter um den Titel der ersten Straffung. In der gestrigen Zinsentscheidung in Kanada bestätigte die Notenbank die Reduktion des Staatsanleihenkaufprogramms um eine Milliarde CAD auf wöchentlich zwei Milliarden kanadische Dollar.  

In der Zwischenzeit konnten sich die globalen Börsen von den Rücksetzern zum Wochenauftakt leicht erholen. Die steigenden Infektionsraten in weiten Teilen der Welt belasten somit zwar weiterhin die Gemütslage an den Märkten. Die Unruhen ziehen sich jedoch meistens nicht über mehrere Tage. Die meisten Schwellenländerwährungen befinden sich aus diesem Grund auf dem Weg, eine weitere wöchentliche Aufwertung gegenüber dem Euro zu verzeichnen.

Währungsüberblick

EUR – Obwohl die Beschleunigung der Impfkampagne innerhalb der Eurozone von den Märkten positiv bewertet wurde, hemmen die Sperrmaßnahmen auch weiterhin die Kreditvergabe des Bankensektors. Im ersten Quartal kam es zu leichten Straffungen der Kreditkonditionen und einem Fall der Nachfrage nach Unternehmenskrediten. EUR/USD ging den zweiten Tag infolge unverändert aus dem Handel. Dies könnte jedoch reichen, um der Gemeinschaftswährung die dritte wöchentliche Aufwertung infolge zu bescheren.

GBP – Das Währungspaar EUR/GBP scheint sich kurzfristig in der Bewegungsspanne zwischen 0,85 und 0,87 zu bewegen, nachdem beide Niveaus innerhalb der vergangenen Woche gehalten haben. Die ersten Lockerungen der Sperrmaßnahmen in Großbritannien könnten kurz- bis mittelfristig Potenzial für Aufwertung des britischen Pfunds entfachen, sollte die Unterstützung bei 0,85 fallen. Dies ist jedoch kaum in Stein gemeißelt, zumal die beschleunigte Impfkampagne der EU die Differenz der täglichen Impfungen zu Großbritannien deutlich geschlossen hat.

CEE – Die Währungen Zentraleuropas folgen in dieser Woche nicht dem breiten Risikosentiment und bewegen sich entgegen anderer risikoreicher Währungen. Allein die tschechische Krone schafft es sich in den positiven Bereich zu kämpfen, angeführt von den steigenden Erwartungen möglicher Zinserhöhungen gegen Ende des Jahres. Die Unterstützungsniveaus bei EUR/CZK 25,80 und 25,60 bleiben jedoch intakt.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: EZB Zinsentscheidung (14:30)
  • US: CB Wirtschafts-Leitindikator (16:00)


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