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Wöchentliche Marktberichte

Apr 19, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eine positive Konjunkturveröffentlichung nach der anderen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal auf Jahresbasis um rekordverdächtige 18,3 Prozent gewachsen. Ein Großteil der starken Entwicklung kann durch die globale Nachfrage und die Außenbilanz erklärt werden. Die Exporte festigten sich im März um 30%, nachdem im Februar ein Wachstumshoch von 60 Prozent gefunden wurde. Die Expansion der Industrie hätte das Potenzial sich über das ganze zweite Quartal zu ziehen. Doch die höheren Lieferzeiten und Rohstoffpreise drücken langsam auf die Gemütslage im verarbeitenden Gewerbe. Mit den Lockerungen der Sperrmaßnahmen könnte die Konsumpräferenz von pandemiespezifischen Produkten auf Dienstleistungen wechseln. Dies würde die chinesischen Exporte belasten. Die positive Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts am Freitag verschleiert somit zumindest teilweise die abnehmende Dynamik in der größten asiatischen Volkswirtschaft. Das Momentum zum Jahresauftakt hat sich gegen Ende des ersten Quartals verlangsamt. Die Industrieproduktion festigte im März auf Jahresbasis 11,4 Prozent, wobei es im Februar noch 25,6 Prozent waren.

Indes stiegen die US-Einzelhandelsumsätze im März um 9,8 Prozent zum Vormonat und verzeichneten somit das zweitstärkste monatliche Wachstum aller Zeiten. Die im März versandten Stimuluschecks und die bessere Wetterlage trieben die Gemütslage der Verbraucher nach oben, eine Tatsache, welche sich durch den signifikanten Anstieg von Sportartikelverkäufen (+23,5%) bemerkbar machte. Diese Entwicklung hob die Inflation in den USA auf 2,6 Prozent, nachdem der Verbraucherpreisindex den größten monatlichen Anstieg der letzten neun Jahre verzeichnete. Der Optimismus spiegelt sich auch an den Immobilienmärkten wider. Die Produktion neuer Einfamilienhäuser stieg im März auf ein 15-Jahres-Hoch, doch der rekordhohe Holzpreis könnte dem Ausbaurausch in die Quere kommen.

An der geldpolitischen Front erwarten uns in China (Dienstag), Kanada (Mittwoch), der Eurozone (Donnerstag) und Russland (Freitag) Zinsentscheidungen. Die chinesischen Währungshüter kämpfen derzeit mit der Erfüllung zwei gegensätzlicher Ziele. Die Unterstützung der Wirtschaft, welche sich in der Erholungsphase befinden, wird den steigenden Ängsten einer Blase im eigenen Finanzsystem entgegengestellt. China gilt derzeit als gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn den Märkten Liquidität entzogen wird. Der Börsenindex CSI300 ist seit dem 14-Jahres-Hoch im Februar um 15 Prozent gesunken. In Russland hatte die Zentralbank bereits im Vorfeld eine weitere Straffung angedeutet, welche durch die neuen US-Sanktionen gegen den osteuropäischen Staats sicherlich beibehalten wird. Aufseiten neuer Konjunkturdaten übernimmt die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes die Rolle des wichtigsten Markttreibers. Das Stimmungsbarometer wird am Freitag für die meisten Industrie- und Schwellenländer veröffentlicht.

Währungsüberblick

EUR – Der Monat April wird aufgrund der Basiseffekte (Konjunkturdaten werden mit dem Vorjahr verglichen) positive Entwicklungen für die kommenden Veröffentlichungen mit sich bringen. Die Gemeinschaftswährung könnte von dieser Tatsache profitieren, auch wenn der ökonomische Überraschungsindex für die Eurozone bereits auf unnatürlich hohen Niveaus notiert. Die 1,20-Marke gegenüber dem Dollar bleibt ein Niveau dem kurzfristig die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden wird.  

USD – Die globalen Börsen trieben am Freitag auf neue Allzeithöhen, während der Volatilitätsindex für den US-Aktienmarkt zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie unter die 15-Marke fiel. Dies gab risikoreicheren Währungen Raum für leichte Aufwertungen, welche durch einen schwächeren Dollar verstärkt wurden.

PLN – Die Verschiebung des polnischen Gerichtsurteils bezüglich der in Schweizer Franken denominierten Kredite hat dem polnischen Zloty kurzzeitig Rückenwind geboten. In Verbindung mit den bereits erwähnten Basiseffekten für den Monat April und der deutlich gestreckten Positionierung des Währungspaares EUR/PLN bleibt sicherlich Raum nach unten. Das Unterlaufen der 14-Monats-Trendlinie bei 4,50 wird jedoch ausschlaggebend für einen positiven Trendwechsels des Zlotys sein.

TWD – Die Vereinigten Staaten und Japan haben in einem gemeinsamen Statement zur Stabilität im südchinesischen Meer aufgerufen. Die chinesische Botschaft in Washington sah dies als eine Provokation. Wenige Tage zuvor kam es zu einem unerlaubten Eintritt chinesischer Kampfjets in den taiwanesischen Luftraum. Die Märkte reagierten relativ indifferent auf die Geschehnisse. Der taiwanesische Dollar notiert aufgrund der starken Erholung der heimischen und breiteren asiatischen Wirtschaft nur zwei Prozent von dem 23-Jahres-Hoch gegenüber dem US-Dollar.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Inflation (11:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (16:00)


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