Wöchentliche Marktberichte

Apr 16, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Das Comeback des US-Konsumenten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Starke Konsumentendaten aus den Vereinigten Staaten und ein kräftiger Auftakt in die Bilanzsaison trieben die globalen Börsen auf ein neues Allzeithoch. US-Einzelhandelsumsätze festigten sich im März um 9,8 Prozent zum Vormonat und verzeichneten somit das zweitstärkste monatliche Wachstum aller Zeiten. Die im März versandten Stimuluschecks und die bessere Wetterlage trieben die Gemütslage der Verbraucher nach oben, eine Tatsache, welche sich durch den signifikanten Anstieg von Sportartikelverkäufen (+23,5%) bemerkbar machte. Indes wurden in der vergangenen Woche die wenigsten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung seit Anfang der Pandemie verzeichnen. In den fünf Tagen bis zum 09. April meldeten sich 576 Tausend Personen für staatliche Hilfen an. Die Entwicklung ist positiv zu bewerten, auch wenn die halbe Million Anträge immer noch doppelt so hoch sind wie der wöchentliche Durchschnitt im Jahr vor der Pandemie (218 Tausend). Das Wachstum der Industrieproduktion lag mit 1,4 Prozent zwar unter den Erwartungen, war jedoch trotzdem die beste monatliche Performance seit Juli 2020.

Zwei ganze Jahre spekulierten Marktteilnehmer über eine mögliche Sanktionierung russischer in Rubel denominierter Staatsanleihen. Mit der gestrigen Bestätigung der Entscheidung seitens der US-amerikanischen Regierung wurde der Schleier der Unsicherheit nun enthüllt. Der russische Rubel reagierte nach einem unmittelbaren Abverkauf jedoch relativ verhalten auf die gestrigen Ereignisse. Zum einen ist zu bemerken, dass sich das auf US-Banken und Institutionen bezogene Kaufverbot russischer Anleihen nur auf die neue Schuldenemission des russischen Finanzministeriums bezieht. Der Sekundärmarkt, der wichtigste Handelsplatz für internationale Institutionen, welche in russische fixverzinste Anlagen investieren wollen, ist von den Sanktionen verschont geblieben. Somit sind die Maßnahmen und auch die Reaktion auf die Maßnahmen deutlich schwächer ausgefallen als anzunehmen war.

An der geldpolitischen Front hielt sich die türkische Notenbank an die Markterwartungen und beließ den Leitzins unverändert. Obwohl die steigende Inflation höhere Zinsen rechtfertigen würde, scheint Erdogan mit der Kündigung des letzten Notenbankpräsidenten ein klares Zeichen gesetzt zu haben. Höhere Leitzinsen sind unerwünscht. In der Ukraine zog die Inflation den sechsten Monat infolge an und befindet sich nun bei einem Vorkrisenniveau von 8,5 Prozent. Dies, in Kombination mit den geopolitischen Anspannungen und Ängsten eines möglichen Kapitalabzugs, zwang die Notenbank zur ersten Zinserhöhung seit 2018. 

Währungsüberblick

EUR – Die gestrigen Bewegungen an den Währungsmärkten fielen abgesehen von einigen Ausreißern (TRY, MXN, BRL) sehr bescheiden aus. Schwellenländerwährungen konnten von dem positiven Risikosentiment und der US-Datenlage profitieren. EUR/USD kam gestern kaum vom Fleck, doch die Gewinne an den Vortagen werden wohl ausreichen, um dem Währungspaar die zweite wöchentliche Aufwertung infolge zu bescheren.

USD – Die globale Leitwährung pausierte in dieser Woche die im Februar begonnene Aufwärtsbewegung. Positive Konjunkturdaten konnten die US-Renditen nicht nach oben ziehen, was risikoreicheren Währungen zugutekam. Den Wochenabschluss bildet die Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens ab, welches sich in die Liste der jüngst positiven Konsumentendaten reihen könnte.

RUB – Die US-Sanktionen und die Reaktionen auf die Maßnahmen sind deutlich schwächer ausgefallen als anfangs angenommen wurde. Die verhaltene Bewegung des Rubels deutet ebenfalls auf die Bestätigung der Annahme, dass ein Großteil der geopolitischen Anspannungen bereits im Wechselkurs eingepreist zu sein scheint. Eine weitere Eskalation an der ukrainischen Grenze hält jedoch das Potenzial inne, eine mögliche Aufwärtsbewegung des Rubels zu limitieren.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Inflation (11:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (16:00)


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