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Apr 14, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Geopolitische Anspannungen bislang „nur“ ein regionales Phänomen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der US-amerikanische Verbraucherpreisindex ist im März gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen. Somit befindet sich die Inflation in den Vereinigten Staaten auf dem höchsten Niveau seit August 2018. Erstaunlich war dabei jedoch die Veränderung zum Vormonat, welche mit 0,6 Prozent die größte der vergangenen achteinhalb Jahre war. Die Datenveröffentlichung setzte die Börsen kurzzeitig etwas unter Druck und sorgte für einen flachen Handelsauftakt an der Wall Street. Nach einer kurzen Seitwärtsbewegung ging es für die Aktienleitindizes S&P500 und Nasdaq jedoch wie gewohnt auf neue Allzeithöhen.

Die Entwicklung überraschte insbesondere vor dem Hintergrund eines Rücksetzers bei der Implementierung der Impfstoffkampagne in den USA. Die zuständigen Behörden empfehlen fürs Erste das Pausieren der Verteilung des Johnson & Johnson Impfstoffs. Die Börsianer lassen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, zumal die genau beobachteten Renditen relativ indifferent auf die Ereignisse reagierten. Dies trieb den US-Dollar nach unten und risikoreichere Währungen nach oben. Laut dem Internationalen Währungsfond werden die negativen Folgen des Anstiegs der US-Renditen von der starken Entwicklung der größten Volkswirtschaft überschattet. Dies gilt insbesondere für exportorientiere Nationen, welche von den hohen US-Importen profitieren können.

Der sonst von geopolitischen Anspannungen geplagte russische Rubel konnte von dieser positiven Gemütslage ebenfalls profitieren. Das gestrige Telefonat zwischen Joe Biden und Vladimir Putin scheint die Märkte beruhigt zu haben, auch wenn die Situation weiterhin von Unsicherheiten geprägt bleibt. Noch vor einigen Wochen beschrieb der US-amerikanische Präsident das russische Staatsoberhaupt als einen Killer, während die Nato einen sofortigen Abzug russischer Truppen von der Grenze zur Ukraine forderte. Angesichts der Pandemie und regionsspezifischen Problemen ist der Anteil ausländisch gehaltener russischer Staatsanleihen auf ein 5-Jahres-Tief von 20 Prozent gefallen. Die Attraktivität des russischen Rubels wird somit durch diverse externe und interne Faktoren überschattet. Die Währung konnte auch von höheren Ölpreisen kaum profitieren, zumal das Finanzministerium seit 2018 jeden Mehrgewinn der Rohstoffexporte beiseitelegt, sobald die Ölpreise über die 43-Dollar-Marke steigen.

Indes zog sich der Handelsboom Chinas auch in den März. Die Exporte festigten sich um 30%, nachdem im April ein mehrjähriges Wachstumshoch bei 60 Prozent gefunden wurde. Im Vergleich zum Vormonat ziehen nun jedoch auch die Importe drastisch an. Im März stiegen die Importe Chinas um 38 Prozent an. Die Handelsbilanz fiel somit von mehr als 100 Milliarden US-Dollar (Allzeithoch) im Februar auf nur noch knapp über 13 Milliarden US-Dollar. Die Expansion der Industrie hätte das Potenzial sich über das ganze zweite Quartal zu ziehen. Doch die höheren Lieferzeiten und Rohstoffpreise drücken langsam auf die Gemütslage im verarbeitenden Gewerbe. Mit den Lockerungen der Sperrmaßnahmen könnte die Konsumpräferenz von pandemiespezifischen Produkten auf Dienstleistungen wechseln. Dies würde die chinesischen Exporte belasten.

Währungsüberblick

EUR – Die deutschen Konjunkturerwartungen sind im April laut dem Mannheimer ZEW unerwartet um 5,9 Punkte auf 70,7 Zähler gefallen. Es war der erste Rücksetzer seit November, auch wenn sich das Stimmungsbarometer weiterhin auf historisch hohen Niveaus befinden. Der Euro wertet trotzdem gegenüber dem Dollar auf, auch weil das Währungspaar derzeit fast ausschließlich von externen Faktoren getrieben wird.

CHF – Die gestrige Stärke der Gemeinschaftswährung goss auch auf andere Währungspaare über. EUR/CHF festigt sich zum ersten Mal seit zwei Wochen und scheint somit um das Niveau 1,10 zu kämpfen. Ein nachhaltiger Abfall unter die Unterstützung könnte Potenzial bis 1,09 schaffen. An der Oberseite definiert 1,1150 den mittelfristigen Widerstand

CEE – Nach einer soliden zweiwöchigen Talfahrt finden EUR/HUF vorerst beim wichtigen Niveau um 356,30 Halt. Das Währungspaar verzeichnet die größte tägliche Aufwertung seit Mitte März und steht nun vor der Barriere 360,00. Gleiches galt für den polnische Zloty, welcher nach dem Erreichen eines 5-Wochen-Hochs erneut einen Rücksetzer erleiden musste.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (16:00)
  • US: Jerome Powell spricht (18:00)
  • US: Fed Konjunkturbericht (20:00)


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