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Wöchentliche Marktberichte

Apr 12, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Investoren legen die Risiken beiseite

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks bauten die Wochengewinne am Freitag aus und hielten sich somit auf den jeweiligen Allzeithöhen. Die bullischen Investoren wurden auch von den höher als erwartet ausgefallenen Produzentenpreisen in den Vereinigten Staaten und China nicht aus der Ruhe gebracht, welche die US-Renditen und den US-Dollar leicht nach oben treiben ließen. Die derzeitigen Diskussionen über eine Erhöhung der Unternehmenssteuer seitens der Biden-Regierung wurde bislang ebenfalls beiseitegeschoben. Prozyklische und risikoreichere Anlagen konnten von dem Umfeld niedriger Zinsen und der langsamen Öffnung der Weltwirtschaft profitieren. Laut Berechnungen der Investmentbank Bank of America ist in den vergangenen fünf Monaten mehr Kapital in die Aktienmärkte geflossen ($576 Mrd.), als in den vergangenen 12 Jahren zusammen ($452 Mrd.).

Die Monate April und Mai könnten dabei den Höhepunkt dieser optimistischen Haltung definieren, zumal die Konjunkturdaten und Unternehmensgewinne alle im Vorjahresvergleich (Höhepunkt der Coronakrise) starke Wachstumszahlen hervorbringen werden. Mittelfristig bleiben die Inflations- und Steuerfrage sicherlich relevant und potenziell dämpfende Faktoren für diverse Aktienbewertungen.

In dieser Woche werden somit Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, Europa und Asien und der Beginn der Berichtsaison für die Unternehmensgewinne des ersten Quartals erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. An der geldpolitischen Front stehen keine wichtigen Notenbanktreffen bevor. In den USA könnte der am Dienstag veröffentlichte Verbraucherpreisindex laut den Prognosen zum ersten Mal seit Anbeginn der Coronakrise erneut über die 2-Prozent-Marke steigen. Gefolgt werden die Inflationsdaten von der Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion am Donnerstag. Einen Tag davor werden die gleichen zwei Datenpunkte in der Eurozone veröffentlicht.

Die in der vergangenen Woche stattgefundenen Gespräche über die Wiederbelebung des Atomabkommens zwischen dem Iran und den P5+1 Ländern in Wien endeten ohne große Fortschritte. Nichtsdestotrotz wurde das Ereignis vom deutschen Bundesminister als konstruktiv bezeichnet. Wenige Tage danach nahm der Iran jedoch entgegen der Auflagen des ersten Abkommens eine neue Uran-Zentrifuge in Betrieb, eine Tatsache, welche die Gespräche weiter komplizieren könnte.  

Währungsüberblick

EUR – Der Monat April wird aufgrund der Basiseffekte (Konjunkturdaten werden mit dem Vorjahr verglichen) positive Entwicklungen für die kommenden Veröffentlichungen mit sich bringen. Die Gemeinschaftswährung konnte von dieser statistischen Tatsache profitieren, auch wenn die bislang entstandene unterdurchschnittliche Entwicklung der europäischen Wirtschaft mittelfristige Risiken für die Gemeinschaftswährung schaffen könnte. Vor diesem Hintergrund wird der weitere Verlauf der Impfstoffkampagne voraussichtlich der größte Faktor für den Ausblick des Euro darstellen.

CNH – In der Zwischenzeit ließ der fortlaufende Anstieg der chinesischen Erzeugerpreise die Sorgen um einen schnelleren Abzug der lockeren Geldpolitik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hochkommen und drückte die Stimmung an den Börsen in Shanghai und Shenzhen sichtlich nach unten. Der bekannteste Aktienleitindex (CSI300) ist seit dem Erreichen eines 13-Jahres-Hochs im Februar bereits um fast 15 Prozent gesunken. EUR/CNH testet an der Oberseite gerade den seit Juli 2020 anhaltenden Abwärtstrend bei 7,830.

RUB – US-Außenminister Anthony Blinken warnte China am Freitag bei einem Interview vor einer militärischen Intervention in Taiwan und äußerte sich kritisch gegenüber dem Aufbau der russischen Streitkräften an der Grenze zur Ukraine. Der russische Rubel bleibt somit weiterhin von geopolitischen Anspannungen geprägt und könnte noch eine Zeit lang in der unterbewerteten Position verweilen. EUR/RUB (92,12) näherte sich am Freitag dem Allzeittief an, welches im November des vergangenen Jahres erreicht wurde (94,20).

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Einzelhandelsumsätze (11:00)
  • HU: Einzelhandelsumsätze (11:00)
  • PL: Einzelhandelsumsätze (11:00)


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