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Apr 07, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Europas Börsen knacken Rekordhoch

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der jüngste Renditenanstieg gönnt sich vorerst eine Verschnaufpause und verhilft den globalen Börsen in Verbindung mit den starken Konjunkturdaten zu einem soliden Quartalsauftakt. Der breitere europäische Aktienleitindex erreichte nach einigen Rückschlägen sogar sein Vorkrisenniveau und somit gleichzeitig ein Rekordhoch. Gleiches galt für den US-amerikanischen S&P500 und den deutschen DAX. Der starke US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wurde von der Expansion des Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor gefolgt, welcher am Montag veröffentlicht wurde.

In dieses positive Bild reihte sich die gestrige Veröffentlichung der neuen Wirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds. Die Institution hob das erwartete Weltwirtschaftswachstum für 2021 auf sechs Prozent an. Dies würde das beste Wirtschaftsjahr für die globale Konjunktur seit mindestens 1980 darstellen. Der Welthandel sollte sich um 8,4 Prozent zum Vorjahr festigen. Als Empfehlung sieht der IMF einen graduellen Abzug der lockeren Geld- und Fiskalpolitik vor, um die Folgeeffekte der Krise zu minimieren.

Der Anteil des US-Dollars an den weltweiten Zentralbankreserven ist auf das niedrigste Niveau seit 1995 gefallen. Laut dem IWF macht der Dollar nun knapp weniger als 60 Prozent der globalen Reserven aus. Dies stellt eine 20-prozentige Reduktion seit dem Hoch im Jahr 2001 dar. Obwohl die Nachfrage nach dem Euro und Yen zwar marginal gestiegen ist, kann ein Großteil des jüngsten Falls der Reserven auf die Abwertung der Leitwährung zurückgeführt werden. Ein schwächerer Dollar minimiert automatisch den Wert der Dollar-Reserven und somit ihren prozentuellen Anteil an den Gesamtreserven. Somit scheint die Entwicklung durch zyklische Faktoren getrieben werden, anstatt durch einen strukturellen Wandel.

Die Abneigung gegenüber der Leitwährung ist bislang größtenteils in Russland und China zu sehen, welche in den vergangenen Monaten versucht haben ihre Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren. Der Anteil russischer Exporte, welche im US-Dollar denominiert sind, sank zwischen 2018 und 2019 von 75 auf 39 Prozent. In der Zwischenzeit versucht China die breitere Nutzung eines Petroyuan zu fördern, welcher zumindest in einigen Teilen der Welt den Ölhandel mit dem Dollar setzen könnte. Insbesondere vor dem Hintergrund des erst unterzeichneten 25-Jahres-Abkommens zwischen China und dem Iran könnte diese Entwicklung interessant werden. Proamerikanische Ölexporteure wie Saudi-Arabien werden jedoch sehr unwahrscheinlich bei einem Währungswechsel mitmachen. Auf heimischer Front führte die regionale Testeinführung des digitalen Yuan ebenfalls für Aufsehen. Mehr als 100 Tausend Menschen haben sich die Mobilapp der Zentralbank heruntergeladen, um das im Experiment erhaltenen digitale Geld in bestimmten Geschäften einzulösen.

Währungsüberblick

EUR – Die Stimmung an den Märkten bleibt auf Rekordhöhen und treibt den Euro erneut nach oben. Die Gemeinschaftswährung bleibt aufgrund heimischer Restriktionen weiterhin abhängig von der global anhaltend positiven Gemütslage. Die Aufwertung von EUR/USD über 1,1850 kann somit als eine Funktion der Dollar-Schwäche gesehen werden.

USD – In den Vereinigten Staaten dominiert seit der Präsentation des neuen Infrastrukturpakets der Biden-Regierung die Steuerdebatte das Geschehen. Die erwartete Erhöhung der Körperschaftssteuer könnte den Gewinn-je-Aktie um neun Prozent senken. Insbesondere Firmen im Technologie und Kommunikationssektor wären davon betroffen.

AUD – Die australische Notenbank belässt den Leitzins unverändert am Rekordtief bei 0,1 Prozent. Die Währungshüter bestätigten die Bereitschaft eine anhaltend lockere Geldpolitik zu praktizieren, welche sich mindesten bis ins Jahr 2024 ziehen könnte. Der australische Dollar konnte von steigenden Renditen und den hohen Rohstoffpreisen profitieren und befindet sich trotz der jüngsten Schwäche weiterhin in Nähe des 2-Jahres-Hochs gegenüber dem Euro.

CEE – Schwellenländerwährungen konnten nicht auf die Gewinne des Vortages aufbauen und gehen gestern geschwächt aus dem Handel. Die zentraleuropäischen Valuten blieben unverändert und bewegten sich kaum vom Platz. Obwohl der Dollar gestern Rücksetzer erleiden musste, konnten risikoreichere Währungen nicht davon profitieren.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)
  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)
  • US: Protokoller der letzten Zinsentscheidung (20:00)


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