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Apr 06, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wall Street steigt auf neue Höhen empor

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die feiertagsbedingte Ruhe an den europäischen Börsen verlagerte die gesamte Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die Wall Street. Die vor dem Wochenende ersichtliche Kauflaune an den Aktienmärkten konnte sich in die neue Woche ziehen und bot prozyklischen Werten und Währungen deutlichen Rückenwind. Obwohl die US-amerikanischen Werkaufträge im Februar auf Monatsbasis zum ersten Mal seit April 2020 gefallen waren, konnte der starke Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor die Stimmung an den Märkten über Wasser halten. Das Stimmungsbarometer festigte sich auf einen Wert von 63,7 und fand somit das höchste Niveau aller Zeiten. Die Börsenindizes S&P500 und Dow Jones folgten den Konjunkturdaten nach oben und festigten sich ebenfalls auf neue Allzeithöhen.

Die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen hielt sich in Grenzen und ließ die zehnjährigen US-Renditen knapp über 1,7 Prozent am 14-Monats-Hoch notieren. Die gestrige Stagnation der Renditen führte zu einem schwächeren Dollar und festeren Schwellenländerwährungen. Und obwohl die Volatilität an den amerikanischen Börsen laut dem VIX-Index auf das niedrigste Niveau seit Februar gefallen war, haben Investoren ihre Wetten auf eine sinkende Volatilität die fünfte Woche infolge reduziert. Das Schließen der Positionen könnte die höheren Inflationserwartungen widerspiegeln, welche wiederum die Erwartungen einer schnelleren Normalisierung der Geldpolitik seitens der Federal Reserve antreiben. Aufgrund der starken Korrelation zwischen der lockeren Geldpolitik und niedrigen Volatilität an den Märkten werden die Inflationsdaten in den nächsten Monaten erhöhte Aufmerksamkeit genießen. An den Geldmärkten gehen Investoren laut den Optionspreisen für 2021 bereits von Zinserhöhungen in den USA  im nächsten Jahr aus. Dies spiegelt sich noch kaum in den Prognosen der Währungshüter wider. Doch so eine Überraschung hätte ebenfalls das Potenzial den Schwellenländern und ihren Währungen das Leben schwieriger zu machen. Insbesondere vor dem Hintergrund der schwachen Impfungsimplementierung.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung geht gestärkt in die neue Woche und scheint fürs Erste einen Boden bei $1,17 zu signalisieren. Die erste Barriere auf dem Weg nach oben befindet sich bei 1,1840, gefolgt von dem 200-tägigen gleitenden Durchschnitt bei 1,1870.

USD – Angetrieben von den positiven Wirtschaftsdaten und den stabilisierten Renditen verzeichnet der US-Dollar die größte tägliche Abwertung seit dem 09. März. Aufgrund von Basiseffekten (April 2020 war einer der schwächsten Wirtschaftsmonate der modernen Geschichte) werden sich die meisten Konjunkturdaten in diesem Monat (April 2021) stark festigen. Dies könnte die Nachfrage nach dem Dollar kurzzeitig limitieren, auch wenn der mittelfristige Ausblick durch die US-Notenbank gestärkt werden könnte.

CEE – Die zentraleuropäischen Währungen konnten von der positiven Gemütslage profitieren und festigten sich im Rahmen der Dollar-Abwertung. Der ungarische Forint verzeichnete in den vergangenen 11 Handelstagen neun Aufwertung und steht in dieser Periode gegenüber dem Euro mehr als zwei Prozent im Plus. EUR/HUF bleibt jedoch weiterhin mehr als sieben Prozent vom Vorkrisenniveau (Januar 2020) entfernt. Der polnische Zloty ist weniger als zwei Prozent vom Allzeittief entfernt und könnte im April ebenfalls erheblich von den positiven Basiseffekten profitieren. Marktteilnehmer erwarten sich keine geldpolitischen Richtungswechsel der polnischen Notenbank bei der Sitzung am Mittwoch.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • AU: RBA Zinsentscheidung (06:30)
  • RU: Inflation (18:00)


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