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Wöchentliche Marktberichte

Apr 02, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Investoren in Kauflaune vor Ostern

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die fortlaufend Erholung der Weltwirtschaft und der am Mittwoch vorgestellte Sanierungsplan der US-amerikanischen Infrastruktur seitens der Biden Regierung treiben die globalen Börsen auf Rekordhöhen. Der US-Börsenindex S&P500 konnte sogar zum ersten Mal in seiner Geschichte die 4000-Marke knacken, zwei Tage nachdem sich der deutsche DAX über die 15.000 Schwelle kämpfen konnte. Die Kapitalrotation in prozyklische Industrie- und Bankenaktien kommen Nettoexporteuren wie Deutschland zugute. Dem Konsumenten hilft diese Tatsache jedoch relativ wenig. Die deutschen Einzelhandelsumsätze enttäuschen im Februar mit einem jährlichen Rückgang von neun Prozent.

Der globale Industriesektor genießt indes eine seiner größten Expansionen aller Zeiten. Die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes bestätigten die positive Entwicklung der verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, den Vereinigten Staaten und den exportorientierten asiatischen Nationen. Das Stimmungsbarometer befindet sich in den USA auf dem höchsten Niveau seit 1983. In Deutschland bestätigten knapp zwei Drittel aller Unternehmen in dem Sektor eine Expansion zum Vormonat (März). In Korea stiegen die Exporte in der Zwischenzeit um 16,6 Prozent zum Vorjahr und somit so schnell wie seit 2010 nicht mehr. Vor diesem Hintergrund prognostiziert die Welthandelsorganisation für 2021 eine Expansion des Welthandelsvolumens um 8 Prozent. Dies wäre ebenfalls das beste Jahr für den Handel seit der Erholung im Folgejahr nach der Finanzkrise 2010.

Kurz vor Beginn des verlängerten Wochenendes werden sich Investoren nochmal auf die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts fokussieren. Von Bloomberg befragte Ökonomen gehen von einem Stellenzuwachs von knapp über 640 Tausend aus. Die Arbeitslosenquote könnte um 0,2 Prozent auf sechs Prozent sinken.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung festigte sich am gestrigen Handelstag marginal gegenüber den sicheren Häfen (USD, JPY, CHF). Positive Daten aus Deutschland und Asien konnten die Märkte fürs Erste beflügeln und den Euro nach oben ziehen. Die kurzfristige Abwärtstendenz scheint jedoch weiterhin anzuhalten. Insbesondere vor dem Hintergrund neuer Sperrmaßnahmen in weiten Teilen der Europäischen Union.

USD – Nach dem besten Quartal seit 2015 geht der US-Dollar geschwächt in den April. Leicht gesunkene Renditen und das positive Risikosentiment trieben Investoren in risikoreiche Währungen in diversen Schwellenländern.

RUB – Die Organisation erdölexportierender Länder rund um Saudi-Arabien und Russland hat sich für eine Ausweitung der Produktion am Mai um täglich zwei Millionen Barrel entschieden. Der russische Rubel wertete aufgrund der Entscheidung und der gestrigen Euro-Stärke ab und gab somit die Gewinne, welche an den ersten Wochentagen errungen wurden, ab. EUR/RUB notiert nun knapp unter dem Niveau 90,00.

CEE – Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Polen und Tschechien festigten sich jeweils auf die höchsten Niveaus seit Anfang 2018. Die global hohe Güternachfrage macht sich somit auch in Zentraleuropa bemerkbar. In den Umfragen kommen trotzdem bereits die weltweiten Lieferkettenengpässe zum Ausdruck . Die durchschnittlichen Lieferzeiten in Polen stiegen auf die höchsten Niveaus seit Anbeginn der Umfragen im Jahr 1998. Der polnische Zloty war eine der besten Währungen des gestrigen Tages und konnte sich gegenüber dem Euro um 0,9 Prozent festigen. EUR/PLN ist nun am Weg die schwächste Woche seit November 2020 hinter sich zu bringen.

TRY – Die Türkei verzeichnete im Rahmen der Kündigung des Notenbankpräsidenten den größten Kapitalabfluss aus den heimischen Aktien- und Anleihenmärkten seit 2006. Die türkische Lira wertete an dem Tag der Ankündigung um kurzzeitig 17 Prozent ab. Der neue Gouverneur, Sahap Kavcioglu, versuchte den Investoren gestern erneut die Angst vor einer Rückkehr zur lockeren Geldpolitik zu nehmen. Laut dem Präsidenten werden die Zinsen auch weiterhin der Inflation folgen. Dies gab der Lira Rückenwind, welche gegenüber dem Euro den zweiten Tag infolge höher notiert. Das Niveau vor der kurzen „Lirakrise“ ist jedoch weiterhin ganze elf Prozent entfernt.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)


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