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Apr 01, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Zinskurve wird immer steiler

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Das Interesse an US-amerikanischen Staatsanleihen seitens internationaler Investoren und Notenbanken hat sich seit dem Erreichen eines historischen Hochs im Jahr 2013 stetig reduziert. In den vergangenen acht Jahren ist der Anteil ausländisch gehaltener US-Staatsanleihen am Gesamtmarkt um 13 Prozent auf knapp 29 Prozent gesunken. Der Abverkauf der Anleihen seit  August 2020 und der Anstieg der Renditen waren zu einem gewissen Teil auch von den Kapitalflüssen aus Japan getrieben. Mit dem Ende des Geschäftsjahres in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt verkauften japanische Institutionen und Unternehmen ausländische Anlagen mit dem Ziel die heimische Steuerzahlung in Yen zu unterstützen.

Mit dem heutigen Anbeginn des neuen Fiskaljahres könnten sich diese Abverkäufe reduzieren, auch wenn dieser Trend bereits in den vergangenen Wochen zu erkennen war. In den fünf Tagen bis zum 26. März war die Nachfrage nach US-Staatsanleihen in der Tokio-trading-session beispielsweise positiv. Im Durchschnitt ist die Rendite in den asiatischen Handelsstunden um täglich knapp über 0,1 Prozent gesunken. Globale Leitindikatoren für die US-Renditenentwicklung wie die Rohstoffpreise, der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe und das Welthandelsvolumen deuten jedoch weiterhin auf Potenzial nach oben. Auch wenn sich die zehnjährigen US-Renditen seit Juli bereits von 0,5 Prozent auf 1,7 Prozent gefestigt haben. Die weitere Entwicklung der festverzinsten Staatspapiere wird somit auch in den kommenden Wochen und Monaten eine treibende Kraft an den Märkten darstellen. Insbesondere aufgrund der Korrelationen der US-Renditen mit diversen Währungspaaren, Rohstoffpreisen und Bank- und Technologiewerten.

In Bezug auf die Auswirkungen auf den US-Dollar müssen jedoch die Laufzeiten der Anleihen in Betracht gezogen werden. Aufgrund der globalen Anstrengungen der Notenbanken das kurze Ende der Zinskurve – Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren – niedrig zu halten, waren es jüngst nur die längerfristigen Staatsanleihen, welche nach oben gezogen wurden. Sollte die US-Notenbank die Marktspekulationen einer vorzeitigen Zinsstraffung vor 2024 erfolgreich im Keim ersticken und das kurze Ende niedrig halten, dürfte der US-Dollar weniger von den hohen Renditen am langen Ende der Zinskurve profitieren. Der Kampf zwischen der Federal Reserve und den Märkten wird somit ebenfalls genau beobachtet werden.

Währungsüberblick

USD – Laut dem privaten Arbeitsmarktbericht des Unternehmens ADP haben die Vereinigten Staaten im März mehr als eine halbe Million Arbeitsstellen geschaffen. Dies stellt den größten Anstieg der letzten sechs Monate dar und kann als ein positiver Leitindikator für die Veröffentlichung des offiziellen Arbeitsmarktberichts des Arbeitsministeriums am Freitag gesehen werden. Der US-Dollar festigte sich kurzzeitig auf ein 1-Jahres-Hoch, musste im Tagesverlauf einen Großteil der Gewinne wieder abgeben. Auf die ersten drei Monate des neuen Jahres gesehen legt der Dollar das beste Quartal in sechs Jahren hinter sich.

GBP – Die Talfahrt des Währungspaares EUR/GBP setzte sich auch am gestrigen Tag fort und mündete in das Unterlaufen der Unterstützung bei 0,8530. Nun rückt das psychologische Niveau um 0,85 in den Vordergrund. Großbritannien bereitet sich auf die Lockerung der Restriktion vor, welche voraussichtlich bereits am 12. April beginnen könnten.

CNH – Die Aktivität in chinesischen Industrien ist im März auf ein 3-Monats-Hoch gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe festigte sich von 50,6 auf einen Wert von 51,9 und untermauerte somit die Annahme der anhaltenden Wirtschaftserholung. Dies stellte ebenfalls die dreizehnte monatliche Expansion der Industrie infolge dar. EUR/CNH blieb zum Vortag unverändert und notiert weiterhin in Nähe der seit 2017 anhaltenden Aufwärtstrendlinie bei 7,67.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)
  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)
  • GB: Einkaufsmanagerindex (10:30)
  • US: Einkaufsmanagerindex (16:00)


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