Wöchentliche Marktberichte

Mrz 30, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Erstes Quartal: Hinterfragen der Konsensus-Prognosen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die neuesten Prognosen deuten auf eine erneute Woche positiver Wirtschaftsdaten für die Monate Februar und März. Ökonomen erwarten sich einen deutlichen Anstieg der Verbrauchervertrauen in der Eurozone und den Vereinigten Staaten. Laut dem Konsensus könnte die größte Volkswirtschaft der Welt im März zudem erneut über eine halbe Million Stellen geschaffen haben. Der bevorstehende Einkaufsmanagerindex für das chinesische verarbeitende Gewerbe sollte sich im gleichen Monat im positiven Bereich gehalten haben. Und obwohl das Bild der Wirtschaftserholung auf allen Kontinenten zu spüren ist, sind derzeit alle Augen auf die Vereinigten Staaten gerichtet. Die Annahme der überdurchschnittlichen Erholung der US-Wirtschaft wird durch die bevorstehenden Veröffentlichungen entweder bestätigt oder geschwächt werden, je nachdem wie die Datenlage ausfällt.

Die relativen Verlierer des ersten Quartals scheinen die Schwellenländer zu sein. Eine schwache Implementierung der Impfstoffkampagnen und der erneut angezogene US-Dollar haben Investoren aus der Peripherie gedrängt. Attraktive Renditen und günstige Währungsbewertungen waren nicht genug, um Anlegern die Sorgen über einen nachhaltigen Anstieg der Zinsen in den Vereinigten Staaten zu nehmen. Im März wurden den Schwellenländermärkten knapp 4,79 Milliarden US-Dollar entzogen. Dies stellt den größten Kapitalabfluss seit September des vergangenen Jahres dar. Der FXCM Index, welcher die Entwicklung von Schwellenländerwährungen abbildet, verzeichnete die dritte monatliche Abwertung infolge und verweilt nun in der Mitte seines einjährigen Bewegungsbereiches zwischen dem Vorkrisenniveau und dem Allzeittief, welches im Mai 2020 gesetzt wurde.  

Die Finanzmärkte gingen mit gemischten Gefühlen in die neue Woche. An den globalen Devisenmärkten notierte der US-Dollar leicht stärker zum Wochenauftakt. Risikoreichere Valuten wie der Zloty, der chinesische Renminbi, die türkische Lira und die schwedische Krone verzeichneten alle jeweils Abwertungen gegenüber dem Euro und US-Dollar. Die Volatilität an den Märkten nahm leicht zu und führte zu verhaltenen Bewegungen an den globalen Börsen. Auf die vergangenen zwölf Monaten gesehen werden die US-amerikanischen Börsen jedoch trotzdem die beste Performance seit 1936 hinter sich legen. Auch wegen dem rasanten Absturz der Aktienwerte im Rahmen des März-Abverkaufs im vergangenen Jahr. Seitdem hat sich der SP500-Börsenindex um mehr als 70 Prozent gefestigt. Die Ölpreise notierten marginal im Minus, nachdem das im Panamakanal gestrandete Containerschiff Ever Given erfolgreich befreit wurde.

Währungsüberblick

EUR – Kurz vor einigen wichtigen Wirtschaftsveröffentlichungen notiert der Euro angeschlagen im Bereich um 1,1770. Die Gemeinschaftswährung bleibt aufgrund der erwarteten Bestätigung der Fortsetzung der US-Wirtschaftserholung in dieser Woche anfällig für Rücksetzer. Das Niveau um 1,1750 bietet dem Währungspaar EUR/USD vorerst eine Stütze.

USD – Hegefonds haben ihre Wetten gegen den US-Dollar in der Woche bis zum 26. März erneut reduziert. Die jüngste Rotation in Richtung Dollar stellt den zum Jahresbeginn an den Märkten fest verankerten Konsensus einer schwächeren Leitwährung für 2021 sicherlich infrage. Das Ende des japanischen Geschäftsjahres, im Rahmen dessen Investoren ausländische Anlagen – insbesondere US-Staatsanleihen –  aufgrund der ausstehenden Steuerzahlungen verkaufen, nähert sich dem Ende. In den nächsten Monaten könnte die Nachfrage nach den sicheren Werten wieder zunehmen. Ob dies den Abverkauf der Staatsanleihen stoppen und die Renditen nach unten ziehen kann bleibt jedoch höchst fraglich. In Verbindung mit der schwachen jüngsten Auktion der siebenjährigen US-Staatsanleihen bleibt ein weiterer Anstieg der Renditen nicht auszuschließen. Kurzfristig sind Schwellenländerwährungen somit weiterhin der globalen Skepsis ausgesetzt.

JPY – Die japanische Notenbank machte in ihrer Zusammenfassung der letzten Zinsentscheidung eine Sache relativ deutlich. Die jüngste Ausweitung des Toleranzbandes der Staatsanleihenrenditen darf nicht als ein Rückzug der lockeren Geldpolitik gesehen werden. Die Deflationsgefahr sei in Japan auch weiterhin vorhanden und größer als in der Eurozone und den Vereinigten Staaten. Neue Daten von der CFTC deuteten in der Zwischenzeit auf den größten Abbau der Long-Positionen auf den Yen seit einiger Zeit. Die Nettopositionierung der Investoren ist um 30 Prozent gefallen und befindet sich nun im negativen Bereich. Im Gegensatz zu EUR/USD wird das Währungspaar EUR/JPY heute wohl den vierten Monat infolge mit einer gesamtheitlichen Aufwertung beenden.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Wirtschaftsleidindikator (09:00)
  • EZ: Verbrauchervertrauen (11:00)
  • DE: Inflation (14:00)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)


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