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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 25, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Überhitzung der globalen Lieferketten

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Weltweit kommt es aufgrund von Lieferkettenengpässen zu steigenden Inputpreisen und höheren Frachtkosten. Aufgrund der Containerknappheit und dem Exportboom in Asien gibt es seit Monaten Probleme in der globalen Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund scheint die gestrige Nachricht, dass ein riesiger Frachter im Suezkanal stecken geblieben ist, symbolisch für die jüngsten Lieferprobleme zu sein. Am Weg von China nach Rotterdam hat sich ein 400 Meter langes Containerschiff in der Kanalpassage aufgrund eines vermeintlichen Stromausfalls quer gelegt. Dies hatte auch Implikationen für die globalen Rohstoffmärkte. Nach einem verhaltenen Wochenauftakt festigten sich die Ölpreise (Sorte Brent) um mehr als fünf Prozent. Energieaktien im US-amerikanischen Börsenindex SP500 gingen mit mehr als drei Prozent aus dem Handel. Die großen Gewinne des gestrigen Handelstages waren jedoch prozyklische Anlagen und Aktien von Unternehmen in den Bank- und Industriebranchen. Im Gesamten stagniert der Börsenindex jedoch. Die Gewinne der genannten Sektoren wurden somit durch die Verluste andere Sektoren – insbesondere den Techwerten – kompensiert. Eine klassische Nullsummen-Kapitalrotation.

Die am Vor- und Nachmittag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe deuteten in den USA und der Eurozone auf eine starke Expansion im März. Das Stimmungsbarometer für die Vereinigten Staaten festigte sich auf einen Wert von 59 und verzeichnete somit das zweitstärkste Wachstum seit April 2010. Das verarbeitende Gewerbe erreichte in der Eurozone sogar das höchste Niveau aller Zeiten, angetrieben von der soliden Entwicklung in Westeuropa. Die deutsche Industrie verzeichnete die größte monatliche Expansion seit Anbeginn der Umfragen im Jahr 1996. Hier endet jedoch die Ähnlichkeit zwischen den beiden Regionen. Der in den USA anhaltend positive Dienstleistungssektor bleibt in der Eurozone angeschlagen, insbesondere aufgrund der steigenden Infektionsraten und neuen Sperrmaßnahmen in vielen Ländern der Union. Somit war es umso erstaunlicher, dass sich das europäische Verbrauchervertrauen im März das höchste Niveau seit Februar 2020 erreichte. Hier bleibt angesichts der jüngsten negativen Entwicklung Raum nach unten.

Im Gesamten hat sich am makroökonomischen Bild auch nach der so wichtigen Datenveröffentlichung nicht viel geändert. Die Industrie bleibt der Hoffnungsschimmer der globalen Wirtschaft, während sich die Konsumenten zurecht noch verhalten zeigen. Angebotsgetrieben steigt der Preisdruck, doch eine nachhaltige Inflation wird wohl erst durch die Ausgaben der angehäuften Ersparnisse – weltweit mehr als 2,9 Billionen US-Dollar –  zustande kommen können. Am heutigen Tag wechselt der Fokus erneut auf die Geldpolitik. Investoren erwarten sich neue Erkenntnisse von den Zinsentscheidungen in der Schweiz und Mexiko. Vor dem Inflationsanstieg in den ersten zwei Wochen im März erwarteten die meisten Ökonomen eine Fortsetzung der Zinssenkungen in Mexiko. Dies scheint nun jedoch nicht mehr so offensichtlich zu sein. Geldmärkte preisen nun sogar Straffungen im Wert von 80 Basispunkten bis Ende des Jahres ein.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung erleidet den zweiten täglichen Rücksetzer infolge und festigt somit den seit Anbeginn des neuen Jahres anhaltenden Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar. Nach unten gelten die Niveaus um 1,1720/50 und 1,1600 als die wichtigsten Unterstützungen, insbesondere nach dem gestrigen Bruch der Unterstützung bei 1,1850.

USD – Zumindest kurzfristig scheint die Korrelation zwischen den US-Renditen und dem Dollar zusammengebrochen zu sein. Die zehnjährigen Zinsen gingen den vierten Tag infolge geschwächt aus dem Handel, während sich die globale Leitwährung auf ein 4-Monats-Hoch festigt. Fed-Präsident Jerome Powell und die Finanzministerin bestätigten, dass der jüngste Renditeanstieg ein positives Zeichen und eine Nebenerscheinung der Wirtschaftserholung wäre. In dieser expliziten Betonung der Risikofreude und der Vernachlässigung der Inflationsfrage scheint Powell die Gelassenheit der Notenbank zu signalisieren.

CZK – Einen Tag nach der Zinsentscheidung in Ungarn meldeten sich gestern die tschechischen Währungshüter zu Wort. Auch hier gab es keine Veränderung der Leitzinsen. Die Notenbank betonte die Unsicherheiten rund um die steigenden Infektionsraten und den Lockdown im Lande. An den Plänen einer ersten Zinsstraffung in diesem Jahr scheint sich indirekt jedoch nichts geändert haben. Verzögert, nicht verhindert heißt das Motto der Notenbank in Sachen Zinserhöhung.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: SNB Zinsentscheidung (09:30)
  • US: Bruttoinlandsprodukt (13:30)
  • MX: Zinsentscheidung (20:00)


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