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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 22, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Politik dominiert das Wochenende

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die dritte staatliche Stimulusbezahlung wurde in der vergangenen Woche bereits an knapp 90 Millionen US-amerikanische Bürger überwiesen. Die rund 1400 US-Dollar werden wohl die letzte direkte coronavirusbezogene Ausschüttung des Staates ausmachen, nachdem im vergangenen Jahr bereits Auszahlungen im Wert von 600 und 1200 US-Dollar pro Person administriert worden waren. Laut Umfragen wird ein signifikanter Teil des neuen Einkommens zwar beiseitegelegt werden. Mehrheitlich wird das Geld seinen Weg im weiteren Jahresverlauf in die Finanzmärkte und die Realwirtschaft finden. In Verbindung mit der geduldigen Haltung der US-amerikanischen Notenbank führte dies jüngst zu steigenden Inflationserwartungen und einer Kapitalrotation in Sektoren, welche von der Lockdown-Lockerung und den exzessiven Konsumausgaben profitieren könnten.

Die offene Frage der Finanzierung der Staatsausgaben über die vorgeschlagene Steuererhöhung seitens der Biden-Administration scheinen die Märkte für Erste beiseitegeschoben zu haben. Dass die US-Staatsanleihenrendite am Freitag zum ersten Mal seit Januar 2020 über die 1,70 Prozent Marke klettern konnte und für Furore sorgte lag jedoch an einer regulatorischen Entwicklung bei der Federal Reserve. Die Notenbank suspendierte vor dem Wochenende eine krisenbedingte Regulierung, die es den US-Bankhäusern erlaubte, Staatsanleihen nicht in die Berechnung ihres Anlagenwerte einzubeziehen. Dies reduzierte die Aktiva der Banken und erlaubte es den Institutionen weniger Kapitalbuffer beiseite zu legen. Die jüngste Entscheidung der Fed, diese Regelung doch nicht zu verlängern, könnte zu weiteren Verkäufen von Staatsanleihen und einem folglichen Anstieg der Renditen führen. Eine Entwicklung welche bereits durch die nach oben revidierten Wachstumsprognosen für die US-Wirtschaft vorangetrieben wird.

In der Zwischenzeit dominieren am alten Kontinent die Sorgen um eine verspätete Implementierung der eigenen Impfstoffkampagne und deren Folgen. In Italien und Frankreich wurden angesichts steigender Infektionsraten neue Sperrmaßnahmen in Kraft gesetzt. In Deutschland schlug Kanzlerin Angela Merkel eine vierwöchige Verlängerung des Lockdowns vor. Bund und Länder sollen heute über den weiteren Verlauf der Regelungen entscheiden. Die negative Entwicklung wird das Wirtschaftswachstum der Binnenregion im ersten Quartal weiter nach unten drücken. Sollten die Maßnahmen auch den Sommer betreffen, könnten insbesondere Urlaubsländer wie Spanien und Griechenland – in denen 12 und 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus dem Tourismus stammen – darunter leiden.

In dieser Woche werden zwei bestimmte Entwicklungen im Fokus der Investoren stehen. Die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes diverser Länder und die Zinsentscheidungen in der Schweiz, Tschechien, China, Mexiko, Südafrika, Thailand und den Philippinen.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung wertete am Freitag den dritten Tag infolge ab und notiert nun erneut unter der $1,19-Marke. Die Wirtschafts- und Impfdivergenz zwischen den USA und der Eurozone könnten dem Euro kurzfristig einen Großteil des Aufwärtspotenzials rauben. Das Währungspaar EUR/USD bleibt fürs Erste an die Renditenbildung gebunden.

USD – Bei dem strategischen Treffen der amerikanischen und chinesischen Delegationen in Alaska fanden beide Seiten nur wenige positive Worte über den Gesprächspartner. Die Unstimmigkeiten bei den Themen Cybersicherheit, Hongkong, Xinjiang und das Südchinesische Meer machten relativ schnell deutlich, dass die Anspannungen zwischen den Großmächten auch in der Biden-Administration anhalten werden.

TRY – Der türkische Präsident Recep Tayyip entließ in der vergangenen Woche unerwartet seinen Zentralbankpräsidenten und sorgte damit für Unruhen an den heimischen Märkten und einen rasanten Rücksetzer der türkischen Lira um kurzzeitig 17 Prozent. Die Kündigung kam nur wenige Stunden nach der Entscheidung der Notenbank den Leitzins um 200 Basispunkte anzuheben, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken.

JPY Die japanische Notenbank belässt den Leitzins am Allzeittief von minus 0,1 Prozent. Auch an der derzeitigen Zielrendite von Null Prozent bei den 10-jährigen Staatsanleihen wurde nicht geruckelt. Technische Anpassungen wie die Ausweitung des Bewegungsbandes der Renditen wurden jedoch vorgenommen. Die Staatsanleihen dürfen sich laut der Notenbank nun anstatt zwischen minus 0,2 und 0,2 Prozent um 0,05 Prozent mehr in beide Richtungen bewegen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Jahresbericht der Notenbank (07:25)
  • US: Feds Jerome Powell spricht (14:00)


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