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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 19, 2021 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die ersten Notenbanken tasten sich nach oben

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Steigenden Renditen und somit auch Refinanzierungskosten für Staaten und Unternehmen drückten die Aktienbewertungen in den USA großflächig nach unten. In einem Umfeld, in dem der Inflations- und Renditenentwicklung erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird, liest sich das Fazit jedes Tages relativ gleich. Sobald sich die Zinsen nach oben bewegen, wird den Börsen das Momentum entzogen. Aufgrund der weiterhin locker gehaltenen Geldpolitik, der stetig vorankommenden globalen Impfkampagne und den Überlegungen über die Lockerung der Sperrmaßnahmen in einigen Teilen der Welt fallen die Rücksetzer der Börsen trotzdem relativ gering aus. Einheitlich sind die Bewegungen dabei ebenfalls nicht. Der deutsche und breitere europäische Aktienleitindex gingen gestärkt aus dem Tageshandel, während der Shanghai Börsenindex ebenfalls Gewinne verzeichnen konnte. Die Hoffnung auf bessere Zeiten führte den Dax am gestrigen Tag auf ein Allzeithoch, ungeachtet der erneut steigenden Neuinfektionsrate in Deutschland und der Verkündung eines Lockdowns für den Großraum Paris und andere Teile Frankreichs.

Aufseiten neuer geldpolitischer Entwicklungen boten uns die mehr als zehn Zinsentscheidungen der vergangenen zwei Wochen wichtige Erkenntnisse über die Lagebeurteilung der Währungshüter. Zunehmend zeichnet sich hierbei eine Divergenz zwischen den anhaltend lockeren Notenbanken in den Industriestaaten und den zu Zinserhöhungen gezwungenen Notenbanken in den Schwellenländern ab. Steigende Rohstoffpreise und Frachtkosten treiben die Teuerungsraten nach oben, insbesondere in der Peripherie. Diese Entwicklung mündete zuletzt in Zinsstraffungen in der Türkei und Brasilien. Die ägyptische Notenbank entschied sich für keine Veränderungen der Geldpolitik und ließ dem Pfund seinen positiven Realzins, den höchsten weltweit (3,8%). Die Notenbanken in Norwegen und Großbritannien nahmen ebenfalls keine Kurswechsel vor, doch beiden Sitzungen lassen sich Erkenntnisse entnehmen. Die norwegische Notenbank signalisierte die Bereitschaft einer Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte, angetrieben vom globalen Inflationsdruck. In London schloss sich die Bank of England der Federal Reserve an und zeigte sich somit relativ indifferent gegenüber den jüngsten Anstiegen der Inflationserwartungen und Renditen. Eine Implementierung negativer Zinsen, wie vor einigen Monaten noch überlegt, scheint nun jedoch vom Tisch zu sein.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich größtenteils von den Bewegungen der europäischen Börsen entkoppelt. Letztere profitieren von den Erwartungen eines starken erwarteten Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten. Eine Tatsache, welche den Euro unter Druck setzt. Gestern waren es die erneut angestiegenen US-Renditen, welche den US-Dollar nach oben gezogen haben. Auf die Woche gesehen ist EUR/USD wieder leicht negativ positioniert.

GBP – Das Währungspaar EUR/GBP hat sich in den letzten paar Tagen zwischen den Niveaus 0,85 und 0,86 stabilisiert. Die erste Reaktion des britischen Pfund auf die Zinsentscheidung in England fiel positiv aus.

JPY Nach der EZB, Fed und BoE melden sich heute die japanischen Währungshüter zu Wort. Zinsveränderungen sind natürlich keine vorgesehen. Doch der Schatten der Unklarheit umhüllt nichtsdestotrotz die geldpolitische Sitzung. Zum einen bleibt die Frage offen, ob und um wieviel die Ankäufe von börsenindexierte Fonds seitens der Bank of Japan reduziert werden. Im Raum steht ebenfalls eine mögliche Lockerung des fixierten Bewegungsbandes der zehnjährigen Staatsanleihenrendite. Im Gegensatz zu EUR/USD bleibt EUR/JPY weiterhin in einem seit Mai 2020 anhaltenden Aufwärtstrend. Das Währungspaar notiert derzeit in Nähe des 28-Monats-Hochs.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • JP: BoJ Zinsentscheidung (04:00)
  • RU: CBR Zinsentscheidung (11:30)


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